Keine Grenzkontrollen mehr zwischen Spanien und Gibraltar

Zaun wird abgebaut:Keine Grenzkontrollen mehr zwischen Spanien und Gibraltar

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Historischer Schritt: Nach mehr als 100 Jahren entfallen die Grenzkontrollen zwischen Spanien und Gibraltar. Von dem neuen Abkommen profitieren vor allem Tausende Pendler.

Spanien, stehen Menschen Schlange, um die Grenze zwischen Spanien und Gibraltar zu überqueren.

Mehr als sechs Jahre nach dem Brexit ist ein Abkommen zwischen Gibraltar und Spanien unterzeichnet worden. Seit Mitternacht überqueren tausende Menschen erstmals ohne Kontrollen die Grenze.

15.07.2026 | 0:22 min

Nach mehr als einem Jahrhundert hat die Grenzbarriere am Landübergang zwischen Spanien und Gibraltar ausgedient. Seit Mitternacht gibt es dort keine Grenzkontrollen mehr zwischen dem EU-Land und dem britischen Überseegebiet. Der Abbau des symbolträchtigen und etwa einen Kilometer langen Metallzaunes soll schon diese Woche beginnen.

Der spanische Außenminister José Manuel Albares sprach von einem "historischen" Ereignis. Erstmals nach drei Jahrhunderten würden sich beide Seiten "die Hände reichen", sagte der Minister der linken Regierung mit Blick auf die Inbesitznahme Gibraltars durch Großbritannien im Jahr 1704.

Gibraltar wird enger an Schengenraum gebunden

Möglich wurde der Schritt durch ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien, das am Mittwoch in Kraft trat. Ab sofort sollen Personen und Waren den Landübergang ohne die bisherigen Kontrollen passieren können. Gibraltar soll dafür eng an den Schengen-Raum und an neue Zollregelungen mit der EU angebunden werden. Passkontrollen wird es nur auf dem Flughafen und dem Hafen Gibraltars geben.

Wartezeiten von mehreren Stunden

Von den Änderungen profitieren vor allem die mehr als 15.000 Grenzpendler. Sie mussten häufig, vor allem in der Hauptverkehrszeit, lange Wartezeiten an der Grenze in Kauf nehmen. Das Abkommen soll zudem die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Region erleichtern.

Die spanische Arzthelferin Consuelo, die die Grenze seit 30 Jahren passiert und in Gibraltar arbeitet, ist sehr glücklich:

Ich musste schon mal drei, vier Stunden warten, an manchen Tagen sogar länger, bis zu sieben Stunden. Die Tortur hat endlich ein Ende.

Consuelo, Arzthelferin zum TV-Sender RTVE

Spanien betrachtet Gibraltar als Kolonie

Paradoxerweise ebnete ausgerechnet der Brexit den Weg für das Abkommen. Obwohl rund 96 Prozent der Abstimmenden in Gibraltar 2016 für den Verbleib in der EU votierten, musste das britische Überseegebiet die Union gemeinsam mit Großbritannien verlassen. Das etwa 6,5 Quadratkilometer große Gebiet ist etwa so groß wie die ostfriesische Insel Baltrum.

Nach jahrelangen Verhandlungen verständigten sich die Beteiligten schließlich auf einen Kompromiss, der den Grenzverkehr erleichtert, ohne aber den Souveränitätsstreit zu lösen. Spanien erhebt weiterhin Souveränitätsansprüche auf Gibraltar und bezeichnet das Gebiet als Kolonie beziehungsweise als nicht entkolonialisiertes Hoheitsgebiet.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten am 15.07.2026 mehrere Sendungen, darunter heute Xpress ab 09:00 Uhr sowie das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF ab 5:30 Uhr.
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