Sacharow-Preis für Internationalen Strafgerichtshof

Entscheidung des EU-Parlaments:Sacharow-Preis geht an Internationalen Strafgerichtshof

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Das Europaparlament zeichnet den derzeit unter starkem Druck der USA stehenden Internationalen Strafgerichtshof und seine Vertreter mit dem Sacharow-Preis aus.

Typical: Internationaler Strafgerichtshof

Typical: Internationaler Strafgerichtshof

Quelle: picture alliance / ANP / Phil Nijhuis

Der Internationale Strafgerichtshof und seine Beamten bekommen den Sacharow-Preis für geistige Freiheit 2026. Das gab die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, an diesem Donnerstag in Straßburg bekannt.

Dieser Preis würdigt die wichtige Arbeit des Gerichtshofs für die Wahrung des Völkerrechts und der Gerechtigkeit weltweit.

Roberta Metsola, Präsidentin des EU-Parlaments

Der Gerichtshof dankte dem Parlament für die Auszeichnung. Dies sei eine wichtige Unterstützung für das Gericht und alle, die sich für das internationale Recht einsetzten. Gerichtspräsidentin Tamako Akane wies darauf hin, dass das Gericht zurzeit einem großen Druck durch die USA ausgesetzt sei.



Strafgerichtshof ist Trump ein Dorn im Auge

Die US-Regierung unter Donald Trump verhängte Sanktionen und kündigte an, das Gericht vom internationalen Finanzsystem abzuschneiden. Sie hält das Vorgehen des Gerichts für politisch motiviert und will Ermittlungen gegen US-Bürger und Verbündete wie den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu verhindern. Gegen Netanjahu liegt seit November 2024 ein internationaler Haftbefehl des Gerichts vor.

studiogast hjo

Die USA verschärfen ihr Vorgehen gegen den Internationalen Strafgerichtshof mit neuen Sanktionen – diese könnten seine Arbeit massiv beeinträchtigen, so ZDF-Rechtsexpertin Charlotte Greipl.

09.10.2026 | 1:55 min

Der Sacharow-Preis bekräftige die "Bedeutung unabhängiger Justizbehörden", heißt es in einer in Den Haag verbreiteten Erklärung. "Er unterstreicht, wie wichtig eine fortgesetzte internationale Zusammenarbeit und Unterstützung ist, damit der Gerichtshof sein Mandat unabhängig und unparteiisch im Dienste der Gerechtigkeit und der Opfer der schwersten Verbrechen wahrnehmen kann."

Auch andere Nominierte erwähnt

Metsola würdigte auch die anderen Nominierten. Tundu Lissu habe sich für freie und faire Wahlen in Tansania eingesetzt und sei derzeit in Haft. Die beiden Schwestern Taraneh und Romina Rahimi waren "im Namen all jener, die vom islamischen Regime in Iran verfolgt werden", für den Sacharow-Preis vorgeschlagen worden.

"Taraneh und Romina sollten eigentlich ihr ganzes Leben noch vor sich haben, doch die eine muss wegen ihres Protests mit der Todesstrafe rechnen, der anderen drohen jahrzehntelange Haftstrafen", sagte Metsola. "Sie alle gehören nun zu unserer Sacharow-Familie."




Neben den USA und Israel erkennen unter anderem auch Russland, China und die Türkei den IStGH nicht an. Die US-Regierung geht seit längerem gegen das Gericht vor, auch wegen vorläufiger Ermittlungen gegen US-Bürger wegen möglicher Kriegsverbrechen in Afghanistan.

Internationaler Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag

Die neuen US-Sanktionen gegen die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs lösen international Kritik aus. Die EU und die Bundesregierung sehen dadurch das Völkerstrafrecht in Gefahr.

19.08.2026 | 0:37 min

Schon im Februar 2025 ordnete Trump Sanktionen gegen Mitarbeiter an, die zum Beispiel keine E-Mails mehr empfangen oder Kreditkarten nutzen konnten. Sanktionen wurden auch gegen Gerichtspräsidentin Tomoko Akane verhängt. Im September rief US-Präsident Donald Trump Staaten zum Austritt aus dem IStGH auf.

US-Sanktionen gegen IStGH

Kurz darauf, Anfang Oktober, verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen das Gericht selbst. Das Gericht könnte dadurch völlig von digitalen und finanziellen Transaktionen abgekoppelt werden, dazu gehören Bankgeschäfte oder E-Mails. Die Maßnahmen sollen allerdings erst nach 180 Tagen in Kraft treten.

Die Ankündigung kam wenige Stunden nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay, die von 2003 bis 2008 Richterin an dem Gericht war.

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Quelle: AFP, dpa, KNA
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