Weltweite Empörung über US-Sanktionen gegen Juristen des IStGH

Den Haag:US-Sanktionen gegen Strafgerichtshof: Weltweite Empörung

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Die USA kündigen Sanktionen gegen die Präsidentin und einen weiteren Juristen des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag an. Diese Maßnahme trifft auf weltweite Empörung.

Internationaler Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag

Die neuen US-Sanktionen gegen die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs lösen international Kritik aus. Die EU und die Bundesregierung sehen dadurch das Völkerstrafrecht in Gefahr.

19.08.2026 | 0:37 min

Die USA verschärfen den Kurs gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag: Außenminister Marco Rubio kündigte Sanktionen an gegen die Präsidentin des Gerichts, die japanische Richterin Tomoko Akane, und den derzeit leitenden Prozessanwalt, Abdoulaye Seye aus Senegal.

US-Außenministerium will US-Vermögenswerte einfrieren

Das US-Außenministerium hatte mitgeteilt, Vermögenswerte von Akane und dem leitenden Prozessanwalt Seye, die der US-Gerichtsbarkeit unterstehen oder mit dem US-Finanzsystem in Berührung kommen, würden eingefroren.

Der Internationale Strafgerichtshof hat die angekündigten US-Sanktionen nun empört zurückgewiesen.

Diese Sanktionen stellen einen eklatanten Angriff auf die Unabhängigkeit einer unparteiischen Justizbehörde dar.

Internationaler Strafgerichtshof

Diese Maßnahmen "untergraben die Rechtsstaatlichkeit" und gefährdeten die internationale Rechtsordnung, so das Gericht. Der Gerichtshof bekräftigte, dass er sich in seinem Bemühen um Gerechtigkeit nicht beirren lasse. "Der Gerichtshof wird sein Mandat weiterhin unabhängig und unparteiisch, in voller Übereinstimmung mit dem Römischen Statut und im Interesse der Opfer internationaler Verbrechen uneingeschränkt erfüllen."

Das Gebäude des internationales Strafgerichtshofes. Im Vordergrund steht en Schild auf dem steht: International Crime Court.

Venezuela hat den Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof angekündigt. Als Begründung wird eine Voreingenommenheit gegenüber afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern genannt.

25.07.2026 | 0:23 min

Internationaler Strafgerichtshof: USA sanktionieren unliebsame Ermittlungen

US-Außenminister Marco Rubio hatte die Strafmaßnahmen damit begründet, dass beide Juristen an Ermittlungen gegen Amtsträger beteiligt gewesen seien oder an Festnahmen von Amtsträgern, deren Regierungen das Gericht nicht anerkennen. Dazu gehören neben den USA auch etwa Israel und Russland.

Der senegalesische Jurist Seye ist einer der führenden Ankläger bei den Ermittlungen gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen. Das Gericht mit Sitz in Den Haag hatte 2024 Haftbefehl gegen Israels Netanjahu erlassen.

Der Internationale Gerichtshof (IGH) während einer Anhörung im Rahmen des Antrags Südafrikas auf einen Waffenstillstand im Gazastreifen am 24. Mai 2024 in Den Haag, inmitten des anhaltenden Konflikts zwischen Israel und der Hamas-Bewegung.

Mit der Suche nach Gerechtigkeit legten die Nürnberger Prozesse den Grundstein für den heutigen Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und damit für das internationale Völkerstrafrecht.

20.11.2025 | 2:56 min

Reaktionen sind eindeutig

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa versicherten auf der Plattform X, dass sie entschlossen hinter dem Internationalen Strafgerichtshof, der Gerichtspräsidentin und Amtsträgern stünden. "Seine Richter und Amtsträger müssen in der Lage sein, unabhängig und ohne Druck von außen zu handeln", hieß es.

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Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) nannte es "zutiefst bedrückend, dass ausgerechnet die USA einen Frontalangriff auf das Völkerstrafrecht unternehmen". Es seien maßgeblich die USA gewesen, die mit den Nürnberger Prozessen gegen Nazi-Verbrecher dazu beigetragen hätten, die Idee des Völkerstrafrechts zu etablieren. "Aus den jetzigen US-Sanktionen spricht eine Verachtung für die Idee einer Herrschaft des Rechts, die mit dieser Tradition nicht zu vereinen ist."

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Quelle: dpa, AP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 19.08.202 im Beitrag "USA sanktionieren Strafgerichtshof-Chefin" um 18:41 Uhr.

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