Russland schließt deutsches Generalkonsulat in Sankt Petersburg

Mitarbeiter müssen Land verlassen:Russland schließt deutsches Konsulat in Sankt Petersburg

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Russland setzt diplomatische Gegenmaßnahmen gegen die Sanktionen der Bundesregierung um. Die Goethe-Institute sowie das Generalkonsulat in Sankt Petersburg müssen schließen.

Russland: Deutsches Generalkonsulat in St. Petersburg, Archivbild

Das deutsche Generalkonsulat liegt im Zentrum von St. Petersburg, unweit des historischen Zentrums.

Quelle: Dmitri Lovetsky/dpa

Als Reaktion auf die von Deutschland angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin und des russischen Generalkonsulats in Bonn ordnet Russland Gegenmaßnahmen an.

Alle Goethe-Institute in Russland werden laut einer Mitteilung des russischen Außenministeriums geschlossen, die Mitarbeiter müssen das Land bis spätestens 13. September verlassen. Dazu ordnete das russische Außenamt die Schließung des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg bis spätestens 18. September an, auch dessen Mitarbeiter wurden zum Verlassen Russlands aufgefordert.

Besucher betreten ein Gebäude des Goethe-Instituts in Moskau.

Nach der Ankündigung der Bundesregierung, das russische Generalkonsulat in Folge des Anschlagsversuchs in Leipzig zu schließen, macht Moskau nun die Goethe-Institute in Russland dicht.

03.09.2026 | 1:35 min

Diplomatische Spannungen nach Anschlagsversuch in Leipzig

Berlin macht Moskau für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat in einem Sanktionskatalog gegen Moskau das Ende des Russland-Hauses sowie des Konsulats in Bonn angekündigt.

Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine Drohne mit einem Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs gefunden worden. Eine Explosion gab es nicht. Später wurden zwei weitere Drohnen gefunden. Nach vier Wochen Prüfung schrieb die Bundesregierung Anfang September den versuchten Anschlag russischen Geheimdiensten zu.

Berlin geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine Ziel verdeckter Einsätze russischer Nachrichtendienste ist.

Quelle: dpa


Moskau reagiert harsch auf Vorwürfe

Russland bestreitet kategorisch, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben. Kremlchef Wladimir Putin nannte die deutschen Strafmaßnahmen einen "schweren Fehler" und sprach von gefälschten Belegen. Außenminister Sergej Lawrow nannte die deutschen Vorwürfe gar den "Beginn eines echten Krieges".

Putins Reaktion auf deutsches Fazit

Nach den Maßnahmen der Bundesregierung sei die Stimmung in Russland "deutlich aufgeheizter" als nach früheren Sanktionen, berichtet ZDF-Korrespondent Felix Klauser.

03.09.2026 | 2:43 min

Das russische Außenamt erklärte, dass "gerade die deutschen Behörden erneut eine weitere Eskalationsstufe in den bilateralen Beziehungen ausgelöst haben". Die gesamte Verantwortung für die Folgen liege nunmehr "voll und ganz" bei der deutschen Bundesregierung.

Bereits mehrere Konsulate geschlossen

Die Schließung in St. Petersburg steht im Zusammenhang mit einer Reihe gegenseitiger Einschränkungen der diplomatischen Präsenz. Bereits 2023 hatte die Bundesregierung Russland den Betrieb von vier seiner damals fünf Generalkonsulate in Deutschland untersagt.

Nico Lange

Nach dem Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen will die Bundesregierung die russische Schattenflotte sanktionieren. Militärexperte Nico Lange betont, dass man zur nötigen Stärke finden müsse.

03.09.2026 | 26:07 min

Zuvor hatte Moskau die Zahl der deutschen Staatsbediensteten in Russland auf 350 begrenzt. Deutschland schloss daraufhin seine Generalkonsulate in Kaliningrad, Jekaterinburg und Nowosibirsk; die Botschaft in Moskau und das Generalkonsulat in St. Petersburg sollten zunächst erhalten bleiben.

Die Bundesregierung verwies damals auf das Prinzip der Gegenseitigkeit, um eine Ausgewogenheit der beiderseitigen Vertretungen herzustellen. Russland hatte nach deutscher Darstellung mehrere Hundert deutsche Diplomaten, Lehrer und Beschäftigte der Goethe-Institute zur Ausreise gezwungen. Infolge der Spannungen wurden die Vertretungen beider Länder bereits stark ausgedünnt; konsularische Dienstleistungen waren teilweise nur noch eingeschränkt oder mit längeren Wartezeiten verfügbar.

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Quelle: dpa
Über die diplomatische Krise zwischen Moskau und Berlin berichteten mehrere Sendungen, darunter das ZDF-Morgenmagazin am 04.09.2026 ab 05:30 Uhr.

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