Russischer Außenminister Lawrow: Deutschland will "wieder Krieg"

Merz zieht Vergleich mit Kaltem Krieg:Lawrow: Deutschland will "wieder Krieg" mit Russland

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Nachdem die Bundesregierung Russland hinter dem versuchten Anschlag am Leipziger Flughafen sieht, reagiert der russische Außenminister: Merz steuere auf eine Kriegserklärung zu.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesminister des Innern, gibt eine Pressekonferenz mit NRW-Innenminister Reul im NRW-Innenministerium zur Entwicklung nach den Angriffen auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen.

Innenminister Dobrindt kündigte in der "Bild am Sonntag" an, den Schutzschirm gegen Drohnen, Cyberangriffe und Sabotage zu erhöhen. Dies sei eine Reaktion auf den Drohnenvorfall in Leipzig.

06.09.2026 | 0:15 min

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Berlin beschuldigt, "wieder Krieg" gegen Russland zu wollen. Er reagiert damit auf die deutschen Sanktionen, nachdem die Bundesregierung Russland für den versuchten Anschlag mit einer Drohne am Leipziger Flughafen verantwortlich gemacht hat.

Zu dem Drohnenvorfall Anfang August sagte Lawrow: "Sie haben erklärt, es handele sich um eine russische Drohne, ohne dass jemand versucht hätte, genauer nachzuforschen." Er fügte dann laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen vom Sonntag hinzu:

Dies ist letztlich der Beginn eines echten Krieges.

Sergej Lawrow, russischer Außenminister

Russland, Außenminister Sergej Lawrow

Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist für seine scharfe Wortwahl bekannt.

Quelle: Alexander Shcherbak/TASS/Sipa USA/ddp

Lawrow kritisiert "antirussische Handlungen"

Nach dem Anschlagsversuch mit einer mit Sprengstoff beladenen Drohne, die in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen gefunden worden war, hatte die Bundesregierung mehrere Sanktionen gegen Russland verhängt. So wurde die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des russischen Kulturzentrums in Berlin, auch "Russisches Haus" genannt, angekündigt.

Blick auf das Russische Haus, ein Veranstaltungs- und Kulturzentrum, in der Friedrichstraße.

Die Goethe-Institute in Russland werden geschlossen. Außenminister Lawrow nennt die Schließung des Russischen Hauses in Berlin als Grund. Die EU hatte zuvor neue Sanktionen angekündigt.

03.09.2026 | 1:15 min

Die russische Regierung werde die "entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen", sagte Lawrow. Bereits angekündigt hat Moskau die Schließung der Goethe-Institut-Standorte in Russland. Die russische Regierung bestellte auch den deutschen Geschäftsträger in Moskau ein; zugleich prangerte sie "antirussische Handlungen und Äußerungen der deutschen Behörden" an.

Ich erinnere mich, dass die Deutschen vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, des Großen Vaterländischen Krieges, ebenfalls ihre diplomatischen Vertretungen geschlossen haben ... Sie wollen wieder Krieg.

Sergej Lawrow, Außenminister Russland

Nico Lange

Nach dem versuchten Anschlag auf den Leipziger Flughafen hat Deutschland ein härteres Vorgehen gegen die Schattenflotte angekündigt. Droht eine Konfrontation in der Ostsee? ZDF heute live

03.09.2026 | 35:08 min

Putin sprach von "schwerem Fehler"

Der russische Chefdiplomat griff auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an: "Im Grunde steuert er auf eine Kriegserklärung gegen uns zu. Die Lehren der Geschichte sind nicht beherzigt worden." Der Bundeskanzler selbst äußerte sich am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Langenhagen bei Hannover. Merz forderte eindringlich, die "hybride Kriegsführung" gegen Deutschland zu stoppen.

Jeder, der uns angreift, muss wissen: Wir sind fest entschlossen, unseren Rechtsstaat, unsere Demokratie, unsere offene Gesellschaft, auch die Integrität unseres Territoriums, wir sind fest entschlossen, uns zu verteidigen.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Der Sprengstoff sei nur "durch einen kleinen Zufall" nicht gezündet worden, sagte Merz. Zwei Maschinen in der Nähe seien teilweise betankt gewesen. Bei einer Explosion hätte es nach den Worten des Kanzlers "ein großes Inferno" geben können. Der Vorfall sei inzwischen eindeutig und "gerichtsfest" zugeordnet, sagte der 70-Jährige.

Das Heck einer ukrainischen Antonov am Flughafen Leipzig/Halle.

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02.09.2026 | 1:42 min

Vergleich mit Zeit des Kalten Krieges

Merz verglich die jetzige Situation mit der Anfang der 1980er Jahre sehr kontrovers geführten Nachrüstungsdebatte zur Zeit des Kalten Krieges mit der Sowjetunion. Damals hatte es Massenproteste gegeben. Merz betonte, dass heute wie damals wichtig sei, Kurs zu halten.

"Genauso wie es richtig war, dass 1982/83 eine unionsgeführte Bundesregierung eine klare Antwort gegeben hat auf die Bedrohung unserer Freiheit, auf die Bedrohung unseres Territoriums, auf die Bedrohung unserer Demokratie, genauso ist es heute richtig, dass wir wieder eine klare Antwort geben und dass wir standfest bleiben", sagte der CDU-Vorsitzende.

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Quelle: AFP, dpa
Über das Thema des versuchten Anschlags und der deutschen Reaktionen berichteten mehrere ZDF-Sendungen, darunter die ZDFheute Xpress am 06.09.2026 um 10:12 im Beitrag "Härteres Vorgehen gegen russische Sabotage".

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