Nach Drohnen-Vorfall in Leipzig:Berlin, Warschau und Paris kündigen gemeinsame Reaktion an
Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne in Leipzig planen Deutschland, Frankreich und Polen eine gemeinsame Antwort an Russland. Nun sei Druck nötig, so Außenminister Wadephul.
In Weimar kommen die Außenminister aus Deutschland, Frankreich und Polen zusammen. Bei den Gesprächen wird die hybride Bedrohung durch Russland wohl das Hauptthema sein.
03.09.2026 | 2:03 minDeutschland, Frankreich und Polen haben nach dem Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine geschlossene Reaktion auf hybride Bedrohungen aus Russland angekündigt.
"Gemeinsam wollen wir unsere europäische Friedensordnung, die wir als Europäer unter den größten Opfern im 20. Jahrhundert errungen haben, verteidigen und gestalten", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen, Jean-Noël Barrot und Radoslaw Sikorski, im thüringischen Weimar.
Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen kommen zum Format "Weimarer Dreieck" zusammen. Sehen Sie hier die Pressekonferenz der Außenminister in voller Länge.
03.09.2026 | 25:58 minWadephul fordert "konsequenten Druck auf Moskau"
Man sei sich "einig, dass der Weg zu einem neuerlichen Frieden in Europa nur über eine entschlossene Unterstützung der Ukraine und einen konsequenten Druck auf Moskau führen kann", sagte Wadephul. Er sprach von einem beeindruckenden Bild der Solidarität in Europa und darüber hinaus.
Ich glaube, das hat seine Wirkung auch in Moskau nicht verfehlt. Dafür ist Deutschland dankbar.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Geschlossen gegen hybride Bedrohung: Außenminister Johann Wadephul zusammen mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot (links) und dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski (rechts).
Quelle: dpa | Michael BrandtBerlin macht Moskau für den versuchten Angriff von Leipzig verantwortlich. Russland weist das zurück. Zu Kreml-Äußerungen, nach denen Russland am Stand der diplomatischen Beziehungen festhalten wolle, äußerte sich Wadephul zurückhaltend.
Deutschland ist illusionsfrei, was unsere Beziehungen angeht.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Man sei immer zum vernünftigen Dialog mit Russland bereit gewesen. Voraussetzung sei das Ende des Aggressionskriegs gegen die Ukraine und dass Russland "alle Attacken jeder Art gegen uns und unsere Verbündeten unterlässt".
Bei den Ermittlungen zum Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen wurden zwei Tatverdächtige identifiziert. ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke erläutert die Hintergründe.
02.09.2026 | 1:28 minPolen bestellt Vertreter Moskaus ein
Der polnische Außenminister sagte laut offizieller Übersetzung, Polen unterstütze die deutschen Entscheidungen gegenüber Russland. Auch Warschau habe den Vertreter Russlands einbestellt, "um zu zeigen, dass wir gegen den russischen Terrorismus sind". Er rede ungern über einen "hybriden Krieg", da nicht alle verstünden, was dies bedeute, erklärte Sikorski.
Das bedeutet Aggression unter der Schwelle der Invasion.
Radoslaw Sikorski, Polens Außenminister
Unter hybrider Bedrohung wird eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln verstanden, mit der auch die öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Auch staatlich gelenkte Cyberattacken zählen dazu.
Für den versuchten Drohnen-Anschlag in Leipzig macht die Regierung Russland verantwortlich. Was der hybride Angriff zu bedeuten hat - Experten analysieren Russlands Taktik.
02.09.2026 | 1:42 minFrankreichs Außenminister Barrot: "Gravierender Akt"
Der französische Außenminister sagte, auch Frankreich habe als Reaktion auf das Vorgehen Russlands in Leipzig den russischen Gesandten einbestellt. "Es ist ein gravierender Akt, wenn im Herzen Europas Transportinfrastrukturen angegriffen werden."
Frankreich, Deutschland und Polen seien "mehr denn je entschlossen, gemeinsam zu handeln für ein souveränes, sicheres, florierendes Europa, das stolz auf seine Werte ist", kündigte Barrot an.
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