Drohnen-Vorfall: Berlin, Paris und Warschau kündigen Reaktion an

Nach Drohnen-Vorfall in Leipzig:Berlin, Warschau und Paris kündigen gemeinsame Reaktion an

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Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne in Leipzig planen Deutschland, Frankreich und Polen eine gemeinsame Antwort an Russland. Nun sei Druck nötig, so Außenminister Wadephul.

35 Jahre Weimarer Dreieck

In Weimar kommen die Außenminister aus Deutschland, Frankreich und Polen zusammen. Bei den Gesprächen wird die hybride Bedrohung durch Russland wohl das Hauptthema sein.

03.09.2026 | 2:03 min

Deutschland, Frankreich und Polen haben nach dem Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine geschlossene Reaktion auf hybride Bedrohungen aus Russland angekündigt.

"Gemeinsam wollen wir unsere europäische Friedensordnung, die wir als Europäer unter den größten Opfern im 20. Jahrhundert errungen haben, verteidigen und gestalten", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen, Jean-Noël Barrot und Radoslaw Sikorski, im thüringischen Weimar.

35 Jahre Weimarer Dreieck

Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen kommen zum Format "Weimarer Dreieck" zusammen. Sehen Sie hier die Pressekonferenz der Außenminister in voller Länge.

03.09.2026 | 25:58 min

Wadephul fordert "konsequenten Druck auf Moskau"

Man sei sich "einig, dass der Weg zu einem neuerlichen Frieden in Europa nur über eine entschlossene Unterstützung der Ukraine und einen konsequenten Druck auf Moskau führen kann", sagte Wadephul. Er sprach von einem beeindruckenden Bild der Solidarität in Europa und darüber hinaus.

Ich glaube, das hat seine Wirkung auch in Moskau nicht verfehlt. Dafür ist Deutschland dankbar.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Johann Wadephul (CDU, M), Bundesaußenminister, steht neben seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski (l) und Jean-Noël Barrot (r), französischer Außenminister, in Weimar

Geschlossen gegen hybride Bedrohung: Außenminister Johann Wadephul zusammen mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot (links) und dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski (rechts).

Quelle: dpa | Michael Brandt

Berlin macht Moskau für den versuchten Angriff von Leipzig verantwortlich. Russland weist das zurück. Zu Kreml-Äußerungen, nach denen Russland am Stand der diplomatischen Beziehungen festhalten wolle, äußerte sich Wadephul zurückhaltend.

Deutschland ist illusionsfrei, was unsere Beziehungen angeht.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Man sei immer zum vernünftigen Dialog mit Russland bereit gewesen. Voraussetzung sei das Ende des Aggressionskriegs gegen die Ukraine und dass Russland "alle Attacken jeder Art gegen uns und unsere Verbündeten unterlässt".

ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke

Bei den Ermittlungen zum Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen wurden zwei Tatverdächtige identifiziert. ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke erläutert die Hintergründe.

02.09.2026 | 1:28 min

Polen bestellt Vertreter Moskaus ein

Der polnische Außenminister sagte laut offizieller Übersetzung, Polen unterstütze die deutschen Entscheidungen gegenüber Russland. Auch Warschau habe den Vertreter Russlands einbestellt, "um zu zeigen, dass wir gegen den russischen Terrorismus sind". Er rede ungern über einen "hybriden Krieg", da nicht alle verstünden, was dies bedeute, erklärte Sikorski.

Das bedeutet Aggression unter der Schwelle der Invasion.

Radoslaw Sikorski, Polens Außenminister

Unter hybrider Bedrohung wird eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln verstanden, mit der auch die öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Auch staatlich gelenkte Cyberattacken zählen dazu.

Das Heck einer ukrainischen Antonov am Flughafen Leipzig/Halle.

Für den versuchten Drohnen-Anschlag in Leipzig macht die Regierung Russland verantwortlich. Was der hybride Angriff zu bedeuten hat - Experten analysieren Russlands Taktik.

02.09.2026 | 1:42 min

Frankreichs Außenminister Barrot: "Gravierender Akt"

Der französische Außenminister sagte, auch Frankreich habe als Reaktion auf das Vorgehen Russlands in Leipzig den russischen Gesandten einbestellt. "Es ist ein gravierender Akt, wenn im Herzen Europas Transportinfrastrukturen angegriffen werden."

Frankreich, Deutschland und Polen seien "mehr denn je entschlossen, gemeinsam zu handeln für ein souveränes, sicheres, florierendes Europa, das stolz auf seine Werte ist", kündigte Barrot an.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete "heute - in Deutschland" am 03.09.2026 ab 14:00 Uhr.

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