Viele Fragen offen:Reaktionen auf das Zoll-Urteil des Supreme Courts
Die ersten Reaktionen zum Zoll-Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA fielen zurückhaltend aus. Noch sind viele Auswirkungen unklar.
Das oberste US-Gericht hat viele von Präsident Trump verhängte Zölle gekippt. Abgeordnete der Demokraten äußerten sich erleichtert, Trump dagegen will sich nicht geschlagen geben.
21.02.2026 | 1:57 minZölle, doch keine Zölle, neue Zölle? Vor dem Obersten US-Gericht hatte Präsident Donald Trump in der Zollfrage am Freitag eine Niederlage einstecken müssen. Tatenlos blieb er deswegen nicht: Trump unterzeichnete eine Anordnung, um weltweit einen zusätzlichen Zoll von zehn Prozent auf Importe in die USA zu verhängen. Das hatte er bereits nach dem Urteil angekündigt. Nochmal ein neuer Faktor, mit dem man nun einen Umgang finden muss.
Aber wie sahen die Reaktionen in Deutschland, der EU und in der Wirtschaft zur vorherigen Zoll-Entscheidung aus? Ein Überblick:
Bundesregierung reagiert zurückhaltend auf Zoll-Urteil
Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf die Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA zu Trumps Zollpolitik. Man habe das Urteil des Supreme Court zur Kenntnis genommen, teilte ein Regierungssprecher mit.
"Wir bleiben im engen Kontakt mit der US-Regierung, um Klarheit über die nächsten Schritte hin zu Stabilität und Berechenbarkeit in den Handelsbeziehungen zu gewinnen", hieß es vor Trumps Unterzeichnung der neuen Basis-Zölle.
Der Oberste Gerichtshof habe mit dem Zollurteil im Grunde gesagt, der Präsident hat "die Grenze seiner Macht überschritten", so ZDF-Korrespondent David Sauer.
21.02.2026 | 2:35 minDer außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, erwartete, dass das Urteil neue Handelsgespräche zwischen den USA und der EU in Gang bringen wird:
Die Verhandlungen über unsere transatlantischen Handelsbeziehungen dürften nun eine neue Dynamik erfahren.
Jürgen Hardt, CDU-Politiker
Die US-Regierung stehe jetzt vor großen Aufgaben und die US-Wirtschaft vor großer Unsicherheit, sagte der CDU-Politiker gegenüber Reuters.
ZDFheute live analysiert die Zoll-Entscheidung des Supreme Court.
20.02.2026 | 21:25 minEU-Kommission will das Urteil prüfen
Von der EU-Kommission hieß es in einer ersten Reaktion, dass man das Urteil sorgfältig analysieren wolle. Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks seien auf Stabilität angewiesen, betonte ein Kommissionssprecher. Die EU setze sich daher weiterhin für niedrige Zölle und deren Abbau ein.
Deutlicher äußerte sich der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange (SPD). Er nannte den Richterspruch eine "Klatsche" für Trump. Weder die US-Regierung noch die EU könnten einfach zur Tagesordnung übergehen. Lange berief eine Sondersitzung des Verhandlungsteams und des Rechtsdienstes des EU-Parlaments für Montag ein.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat von Trump verhängte Sonderzölle für unrechtmäßig erklärt. Der US-Präsident kündigte daraufhin an, weltweit alternative Zölle zu verhängen.
20.02.2026 | 2:37 minLaura von Daniels, Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, schrieb in einem LinkedIn-Beitrag, Europa müsse sich auf die nächste Phase des transatlantischen Handelskonflikts vorbereiten.
BDI: Zoll-Urteil ist "starkes Signal" für regelbasierte Handelsordnung
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßte das Urteil als starkes Signal für die regelbasierte Handelsordnung.
Das Urteil ist ein deutlicher Beweis für die bestehende Gewaltenteilung in den USA.
Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI
Zugleich warnte der BDI, dass eine bleibende Unsicherheit international tätige Unternehmen weiterhin belasten und Investitions- und Lieferkettenentscheidungen erschweren werde.
Donald Trump und die deutsche Wirtschaft: Eine bittere Bilanz nach seinem ersten Jahr im Amt.
21.01.2026 | 2:35 minVerband der Chemischen Industrie: "Handelspolitische Turbulenzen verschwinden nicht"
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und der Maschinenbauverband VDMA reagierten zurückhaltend auf das Urteil.
"Es gibt weiterhin andere Instrumente für handelsbeschränkende US-Maßnahmen in Händen der US-Administration, auf deren Einsatz sich die deutsche Wirtschaft einstellen muss", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) erklärte: "Neue Zölle auf anderer Rechtsgrundlage sind jederzeit möglich. Die handelspolitischen Turbulenzen verschwinden nicht - sie wechseln nur das Spielfeld."
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