Einfuhrzölle teilweise gekippt:So reagiert Trump auf die Niederlage vor Oberstem Gericht
Das Oberste US-Gericht hat einen Großteil der von Donald Trump verhängten Einfuhrzölle gekippt. Trump reagiert - er unterzeichnete Dokumente für einen neuen Basiszoll.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat von Trump verhängte Sonderzölle für unrechtmäßig erklärt. Der US-Präsident kündigte daraufhin an, weltweit alternative Zölle zu verhängen.
20.02.2026 | 2:37 minNach einer Niederlage im Rechtsstreit um US-Zölle hat Präsident Donald Trump einen neuen Basiszoll von zehn Prozent für internationale Handelspartner in die Wege geleitet. Er habe die entsprechenden Dokumente unterzeichnet, teilte Trump auf der Plattform Truth Social mit. Der Zoll solle "nahezu umgehend" in Kraft treten.
Trump schrieb weiter: "Die Mitglieder des Obersten Gerichtshofs, die gegen unsere sehr akzeptable und angemessene Methode der ZÖLLE gestimmt haben, sollten sich schämen."
Ihre Entscheidung war lächerlich, aber jetzt beginnt der Anpassungsprozess, und wir werden alles tun, um noch mehr Geld einzunehmen als zuvor!
Donald Trump, US-Präsident
Der weltweite Zoll von zehn Prozent soll laut einer Mitteilung des Weißen Hauses konkret am Dienstag, den 24. Februar, um 00:01 Uhr Ortszeit, also um 06:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft treten. Er soll 150 Tage gelten.
Nachdem das Oberste Gericht der USA die Zölle von Donald Trump für rechtswidrig erklärt hat, hat der US-Präsident nachgelegt: Ab Dienstag sollen neue Zölle in Höhe von zehn Prozent gelten.
21.02.2026 | 1:07 minOberstes Gericht: Trumps Zölle in Teilen ungültig
Das Oberste Gericht der USA hatte Trumps Zölle zuvor für größtenteils ungültig erklärt. Die Richter entschieden mehrheitlich, das von Trump bemühte Notstandsgesetz ermächtige "den Präsidenten nicht dazu, Zölle zu verhängen".
Nach Ansicht des Gerichts überschritt Trump seine Befugnisse, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen viele Handelspartner zu verhängen - darunter auch die Europäische Union. Geklagt hatten von den Zöllen betroffene Unternehmen sowie zwölf US-Bundesstaaten.
Der Supreme Court hat die Zölle von US-Präsident Trump als unrechtmäßig verurteilt und sendet damit ein Signal. Die ZDF-Korrespondenten David Sauer und Ulf Röller ordnen diese Entscheidung ein.
20.02.2026 | 2:19 minTrump reagiert empört - und verkündet weitere Zölle
In einer ersten Reaktion hatte sich Trump "zutiefst enttäuscht" von dem Zoll-Urteil gezeigt. "Ich schäme mich für bestimmte Mitglieder des Gerichts", sagte der US-Präsident. Andere Nationen tanzten nun vor Freude auf den Straßen. "Aber sie werden nicht lange tanzen", sagte Trump voraus.
Bei der neuen Zoll-Unterschrift beruft sich Trump auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974. Dieses erlaubt es, Zölle auf Importe für bis zu 150 Tage lang zu erheben. Für einen längeren Zeitraum bräuchte Trump auf diesem Weg allerdings die Zustimmung des US-Parlaments. Er habe das Recht, Zölle zu erheben, betonte Trump. Er gab allerdings auch zu, dass dies über die anderen gesetzlichen Wege nun komplizierter geworden sei. Für die neuen Zölle gibt es zudem Ausnahmen.
Rohstoffe und energiebezogene Produkte
- bestimmte kritische Mineralien
- Metalle, die für Währungen benötigt werden oder als Barren genutzt werden
- Energie und Energieprodukte
Natürliche Ressourcen und Dünger
- Rohstoffe und Düngermittel, die in den USA gar nicht oder in nicht ausreichender Menge produziert werden
Bestimmte landwirtschaftliche Produkte
- z. B. Rindfleisch, Tomaten, Orangen
Pharmazeutische Produkte
- Arzneimittel und pharmazeutische Inhaltsstoffe
Fahrzeuge und Fahrzeugteile
- Pkw, bestimmte mittel- und schwergewichtige Nutzfahrzeuge, Busse, Teile solcher Fahrzeuge
Informationsmaterial und persönliche Gegenstände
- z. B. Bücher und andere Informationsmaterialien, Reisegepäck
Bestimmte Luft- und Raumfahrtprodukte
Bestimmte Elektronik
Bestimmte Textilien und Bekleidung
Bestimmte Waren aus Kanada und Mexiko, wenn sie die Bedingungen des USMCA-Freihandelsabkommens erfüllen
Quelle: Weißes Haus
Der US-Präsident sprach zudem über weitere, noch schärfere Maßnahmen als Handelszölle, die ihm zur Verfügung stünden. Es sei ihm etwa erlaubt, ein Embargo gegen Länder zu verhängen.
Nach dem Zollurteil stehe die US-Regierung "vor den Trümmern ihrer Wirtschafts- und Außenpolitik“, sagt David Sauer.
20.02.2026 | 2:59 minZDF-Korrespondent über Zoll-Urteil: "Unmissverständliches Signal"
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen sprach mit Blick auf das Urteil des Obersten Gerichts insgesamt von einem "schweren Schlag für Donald Trump, weil die Mehrheit der Richter ein unmissverständliches Signal sendet: Ein Präsident kann und darf sich nicht über die Gewaltenteilung hinwegsetzen". Allein das Parlament habe das Recht, Strafzölle in diesem Ausmaß zu verhängen. Der Leiter des ZDF-Studios Washington sagte weiter:
Es ist ein schwerer Missbrauch dieses Werkzeugs, um andere Staaten zu bestrafen oder sie zu einem bestimmten Verhalten zu nötigen und erpressen.
Elmar Theveßen, Leiter ZDF-Studio Washington
Die Urteilsbegründung sei vom Obersten Bundesrichter John Roberts geschrieben und habe die Unterstützung "nicht nur der zwei liberalen Richterinnen, sondern auch der beiden Konservativen Amy Coney Barrett und Neil Gorsuch, die Donald Trump selbst ernannt hat".
Trumps Team hatte bereits vor der Entscheidung des Gerichts angekündigt, im Falle einer Niederlage zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurückzugreifen, um die Zollpolitik des US-Präsidenten weiterhin durchsetzen zu können.
Im Januar 2025 begann die zweite Amtszeit des US-Präsidenten, mit Folgen für die Handelspolitik weltweit. Wie treffen Trumps Strafzölle deutsche Mittelständler in den USA?
20.01.2026 | 2:31 minTrump berief sich auf Notstandsgesetz
Der US-Präsident hatte sich unter anderem bei den erstmals Anfang April angekündigten länderspezifischen Zöllen auf das Notstandsgesetz berufen, die Dutzende Handelspartner der USA betreffen. Danach räumte seine Regierung Fristen ein, damit die Länder weiter mit den Vereinigten Staaten verhandeln können.
In der Folge veränderten sich einige der Zollsätze, unter anderem im Fall der EU gelang ein Abkommen. Seit Anfang August gilt ein Zollsatz von 15 Prozent auf den Import der meisten EU-Produkte in die USA. Es war zunächst nicht klar, wie sich die Gerichtsentscheidung auf US-Zölle auswirkt, die im Rahmen solcher Handelsabkommen vereinbart wurden.
"We have a Deal": Präsident Trump und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen einigten sich Ende Juli 2025 in Schottland auf ein Handelsabkommen – mit einem Zollsatz von 15 Prozent für die EU.
27.07.2025 | 2:45 minDie US-Verfassung räumt dem Kongress und nicht dem Präsidenten die Befugnis zur Erhebung von Zöllen ein. Trump hatte sich jedoch auf den "International Emergency Economic Powers Act" (IEEPA) berufen, um die Einfuhrabgaben ohne Zustimmung des Kongresses zu verhängen.
Das Gesetz erlaubt dem Präsidenten, den Handel in einem nationalen Notstand zu regulieren, wurde aber bislang für Sanktionen und nicht für Zölle genutzt. Trump hatte die Zölle als entscheidend für die wirtschaftliche Sicherheit der USA bezeichnet.
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