Kuba: USA klagen Ex-Präsident Raúl Castro wegen Mordes an

Angebliche Verwicklung in Vorfall 1996:USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro wegen Mordes an

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Die USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro an. Das US-Justizministerium macht ihn für den Abschuss von zwei Zivilflugzeugen vor 30 Jahren verantwortlich. Es gab vier Tote.

Cubas ehemaliger Präsident Raúl Castro wurde von den USA angeklagt

Der frühere kubanische Präsident soll für den Abschuss zweier kleiner Flugzeuge verantwortlich sein. US-Justizminister Blanche fordert ihn auf, sich freiwillig zu stellen.

20.05.2026 | 2:29 min

Die USA haben den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro wegen Mordes angeklagt und damit den Druck auf die kommunistische Regierung in Havanna erhöht. Der 94-jährige Castro war Anfang Mai zuletzt öffentlich aufgetreten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er das Land verlassen hat oder von der Regierung ausgeliefert werden könnte.

Die Regierung in Havanna verurteilte die US-Klage aufs Schärfste und sprach von einer illegalen, politisch motivierten Aktion. Sie sieht darin einen Vorwand für mögliche militärische Maßnahmen gegen Kuba.

X-Post des US-Justizministeriums

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Vorfall vor 30 Jahren im Fokus der Anklage

Dem 94-Jährigen wird nach Angaben des amtierenden US-Justizministers Todd Blanche eine Verwicklung in den Abschuss von Flugzeugen durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem US-Amerikaner starben.

Der ehemalige kubanische Präsident Raul Castro betrachtet die kubanische Flagge während seiner Rede auf der Veranstaltung zum 65. Jahrestag des Sieges der Revolution.

Kuba weist die Mordanklage der USA gegen den kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro zurück. Sie sei ein Vorwand, um weiter gegen Kuba vorgehen zu können, heißt es aus Havanna.

21.05.2026 | 0:25 min

Damals schossen kubanische Kampfjets zwei Flugzeuge der in Miami ansässigen Exil-Organisation "Brothers to the Rescue" ab. Dabei wurden alle vier Insassen getötet. Castro war zu dieser Zeit Verteidigungsminister.

Die kubanische Regierung hatte den Abschuss stets als legitime Reaktion auf das Eindringen in ihren Luftraum verteidigt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation kam später zu dem Schluss, dass sich der Abschuss über internationalen Gewässern ereignete.

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Mehrere US-Kongressmitglieder wandten sich vor ein paar Monaten in einem Brief an die US-Regierung und forderten eine Anklage gegen Raúl Castro. Ihr Vorwurf: Er habe den Abschuss als damaliger Verteidigungsminister angeordnet.

Raúl Castro war nach dem Sieg der Revolution 1959 fast 50 Jahre lang Verteidigungsminister, bevor er seinen erkrankten Bruder Fidel Castro an der Staatsspitze ablöste. Zunächst übernahm er das Amt des Präsidenten 2006 provisorisch, von 2008 bis 2018 dann offiziell. Nachdem er seinen Posten abgegeben hatte, blieb er noch bis 2021 an der Spitze der Kommunistischen Partei Kubas.

Als jüngerer Bruder des historischen Revolutionsführers Fidel Castro und einer der letzten Vertreter der Generation der Revolutionäre ist er immer noch einflussreich. Er gilt als hinter den Kulissen agierende Schlüsselfigur in der Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel und ist als früherer Verteidigungsminister im mächtigen Militär bestens vernetzt. Auf Kuba kontrolliert die Armee einen Großteil der Wirtschaft.

Quelle: dpa


Trump: Kuba ein "Schurkenstaat"

Die Spannungen zwischen Washington und Havanna dürften sich durch den Schritt erheblich verschärfen - in einer Zeit, in der die USA den Inselstaat ohnehin schon mit Übernahme-Drohungen und Sanktionen stark unter Druck setzen. 

US-Präsident Donald Trump hatte Kuba am Mittwoch als "Schurkenstaat, der feindliches ausländisches Militär beherbergt", bezeichnet. Die Maßnahmen seiner Regierung zielten darauf ab, den US-Einfluss auf dem amerikanischen Kontinent auszuweiten, erklärte er.

Eine kubanische und eine US-amerikanische Flagge hängen nebeneinander an einem Balkon.

Das Leben auf Kuba steht weitgehend still. Tagelange Stromausfälle, Treibstoffmangel, Nahrungsmittelknappheit. Die USA unter Trump erhöhen den Druck weiter. Eine Nation am Limit.

27.03.2026 | 6:08 min

US-Außenminister Marco Rubio stellte Kuba unterdessen Hilfen in Höhe von 100 Millionen Dollar in Aussicht und machte die Führung in Havanna für den Mangel an Strom, Lebensmitteln und Treibstoff verantwortlich.

Kubas Außenminister Bruno Rodriguez nannte Rubio daraufhin ein "Sprachrohr korrupter und rachsüchtiger Interessen". Er schloss die Annahme der Hilfen nicht aus, verwies aber zugleich auf den Zynismus des Angebots angesichts der US-Wirtschaftsblockade.

Eine Frau läuft auf der Straße von Kuba durch den Müll

Stromausfälle, Benzinmangel und leere Apotheken belasten Kubas Gesundheitssystem. Durch die US-Sanktionen wird die medizinische Versorgung für Patienten und Ärzte zum Kampf.

06.05.2026 | 7:15 min

US-Vorgehen erinnert an Anklage gegen Venezuelas Präsident

Das Vorgehen gegen Castro erinnert an die Anklage gegen den früheren venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro wegen Drogenhandels. Die US-Regierung hatte dies als Rechtfertigung für einen Militäreinsatz in Caracas im Januar herangezogen, bei dem Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht wurde.

Trump hatte im März gedroht, dass Kuba nach Venezuela "als Nächstes an der Reihe" sei. Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel warnte am Montag, dass ein US-Militäreinsatz gegen sein Land zu einem "Blutbad" führen würde.

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Quelle: Reuters, AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 20.05.2026 ab 21:45 Uhr.
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