Geschichtsstreit: Polen entzieht Selenskyj Auszeichnung

Höchster Orden des Landes:Streit um Geschichte: Polen entzieht Selenskyj Auszeichnung

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Wolodymyr Selenskyj trägt nicht mehr den polnischen "Orden des Weißen Adlers". Das entschied Polens Präsident Nawrocki - eine Eskalation des polnisch-ukrainischen Geschichtsstreits.

27.03.2026, USA, Dallas: Karol Nawrocki, Präsident von Polen, hält auf der Conservative Political Action Conference (CPAC) in Dallas eine Rede über die Beziehungen zwischen den USA und Polen und die Bedeutung der Bewahrung des Erbes eines Landes.

Polens Präsident Nawrocki will dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung Polens entziehen. Auslöser war die Ehrung einer ukrainischen Armeeeinheit.

19.06.2026 | 0:35 min

Knapp eine Woche vor einer geplanten Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine im polnischen Danzig ist ein polnisch-ukrainischer Geschichtsstreit eskaliert. Polens Präsident Karol Nawrocki gab auf der Plattform X bekannt, er habe sich entschieden, seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj den "Orden des Weißen Adlers" abzuerkennen.

Diese höchste Auszeichnung Polens hatte Selenskyj 2023 von Nawrockis Vorgänger Andrzej Duda verliehen bekommen, um die Freundschaft zwischen Polen und der Ukraine angesichts der russischen Aggression gegen Kiew zu unterstreichen. Die nunmehrige Aberkennung sei "nicht gegen die ukrainische Nation gerichtet" und ändere nichts an der strategischen Ausrichtung der polnischen Sicherheitspolitik, beteuerte Nawrocki in einer von der Nachrichtenagentur PAP zitierten Erklärung.

Massaker an Polen und Juden

Selenskyj hatte den Streit Ende Mai ausgelöst, als er einer Armee-Einheit den Beinamen "Helden der UPA" verlieh. Kiew ehrt das Andenken an die Untergrundkämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA), weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg Widerstand gegen die Sowjetherrschaft leisteten.

Während des Krieges hatten die Bewaffneten aber Massaker an Zehntausenden Polen und Juden in der heutigen Westukraine verübt. In Polen war die Ehrung der UPA durch Selenskyj daher parteiübergreifend auf Empörung gestoßen.

Angelika Erdélyi-Pfiszterer

Angelika Erdélyi-Pfiszterer, die Leiterin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums, beantwortet zum 80-jährigen Jahrestag der Vertreibung der Ungarndeutschen unsere Fragen.

19.01.2026 | 2:54 min

Ukrainischer Außenminister: Von Entzug profitiert "nur Moskau"

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kündigte an, seinerseits eine hohe staatliche Auszeichnung zurückzugeben, die ihm 2022 von Polen verliehen worden sei. Sybiha nannte den Entzug des Ordens an Selenskyj auf Facebook einen strategischen Fehler des polnischen Präsidenten, von dem nur Moskau profitiere. Er sprach von ungerechtfertigten und herablassenden Schritten polnischer Politiker nicht nur gegenüber Selenskyj, sondern gegenüber dem ukrainischen Staat.

Der Streit überschattet eine wichtige gemeinsame Veranstaltung, die in einer Woche geplant ist. In Danzig (Gdansk) soll am 25. und 26. Juni eine Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine stattfinden, an der die EU, die G7 und andere Geber beteiligt sind. Polen und die Ukraine sind gemeinsam Gastgeber.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 19.06.2026 um 22:20 Uhr.

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