Blauhelm-Soldat im Libanon getötet: UN fordert Ende der Angriffe

Französischer Soldat im Libanon getötet:UN fordert Stopp von Angriffen auf Blauhelme

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Nach dem Tod eines Blauhelm-Soldaten im Libanon fordert UN-Generalsekretär Guterres ein Ende der Angriffe auf UN-Missionen. Auch das Auswärtige Amt verurteilt den Vorfall scharf.

Ein französisches Kontingent von Unifil patrouilliert im Libanon

Mehr als eine Million Vertriebene – einige kehren in den Südlibanon zurück. Doch die Waffenruhe ist brüchig. Die israelische Armee setzt ihre Angriffe an mehreren Orten fort.

18.04.2026 | 1:55 min

Nach dem tödlichen Angriff auf einen französischen Soldaten der UN-Mission Unifil im Libanon fordert UN-Generalsekretär António Guterres einen Stopp von Angriffen auf Blauhelm-Soldaten. "Alle Akteure werden dringend aufgefordert, die Einstellung der Feindseligkeiten zu respektieren und das Feuer einzustellen", sagte Guterres laut Mitteilung seines Sprechers Stéphane Dujarric in New York.

Solche Angriffe stellten schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dar und könnten Kriegsverbrechen gleichkommen. Dies sei der dritte Vorfall in den vergangenen Wochen, der zum Tod von bei der Unifil dienenden Blauhelmen geführt habe, sagte der Sprecher von Guterres. Ende März waren bei Angriffen drei indonesische Blauhelm-Soldaten ums Leben gekommen.

Blauer Helm mit dem Logo der Vereinten nationen für UN-Blauhelmeinsätze

Im Süd-Libanon wurde im März ein UN-Blauhelmsoldat der UN-Friedenstruppen durch ein Geschoss getötet und ein weiterer verletzt. Die UN-Friedensmission untersucht nun, von wem das Geschoss stammt.

30.03.2026 | 0:30 min

Auswärtiges Amt verurteilt Angriff

Die Bundesregierung hat den tödlichen Angriff auf die Unifil-Mission im Libanon "aufs Schärfste" verurteilt. "Die Verantwortlichen für den Angriff müssen zur Rechenschaft gezogen werden", forderte das Auswärtige Amt am Samstag in einer Mitteilung auf der Plattform X.

Auswärtiges Amt auf X

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Die Sicherheit der UN-Blauhelme müsse jederzeit gewährleistet werden. Zugleich bekräftigte das Auswärtige Amt die Forderung, dass die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon ihre Waffen niederlegen müsse.

Rettungskräfte tragen eine Leiche aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes, das am Donnerstag bei israelischen Luftangriffen getroffen wurde

Zwischen Israel und der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon galt seit Freitagnacht eine Waffenruhe. Doch mittlerweile gibt es wieder Angriffe zwischen beiden Seiten.

18.04.2026 | 1:40 min

Macron macht Hisbollah verantwortlich

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Tod des Soldaten am Samstag bestätigt und mitgeteilt, drei weitere Kameraden seien verwundet worden.

Alles deutet darauf hin, dass die Hisbollah für diesen Angriff verantwortlich ist.

Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident

Er forderte die libanesische Regierung auf, die Verantwortlichen sofort festzunehmen.

Die Unifil teile Macrons Einschätzung, dass die Hisbollah-Miliz für diesen Angriff verantwortlich sei, teilte UN-Sprecher Dujarric mit.

Bilder aus Beirut

Kurz nach Verkündung der Feuerpause fliegt Israel schwere Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon. Hunderte Tote und scharfe Reaktionen aus Teheran zeigen, wie brüchig die Lage ist.

09.04.2026 | 1:33 min

Hisbollah weist Verantwortung zurück

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte den Angriff auf das Schärfste. Der Angriff schade dem Libanon und dessen Beziehungen mit befreundeten Ländern weltweit. Frankreich ist dem Libanon als frühere Mandatsmacht bis heute traditionell eng verbunden. Libanons Präsident Joseph Aoun telefonierte nach dem Angriff auch mit Macron.

Die Hisbollah wies jedoch jegliche Verantwortung für den Vorfall von sich. Das libanesische Außenministerium versprach in einer Mitteilung eine gründliche Untersuchung des Vorfalls durch die libanesischen Behörden.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und der Miliz verkündigt - die Hisbollah war an Gesprächen dazu allerdings nicht beteiligt.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF im heute journal am 18.04.2026 ab 22:45 Uhr sowie in der heute-Sendung am 18.04.2026 ab 19 Uhr.

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