Bundeswirtschaftsministerin in Peking:EU-Handelskammer: Reiche sollte in China Vertrauen schaffen
Die Handelskammer erwartet, dass Reiche bei ihrem China-Besuch auch EU-Wirtschaftsinteressen vertritt. China erweise sich in der derzeitigen Weltlage als relativ ruhiger Standort.
Bundeswirtschaftsministerin Reiche ist zur Verbesserung der Handelsbeziehungen nach China gereist. Sie will sich für einen faireren Wettbewerb einsetzen, da deutsche Firmen unter Druck stehen.
27.05.2026 | 0:19 minBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will am Mittwoch in Peking und am Donnerstag in Guangzhou mit Vertretern der chinesischen Regierung und Unternehmen sprechen. Die Europäische Handelskammer hofft auf Vertrauensbildung:
Ich glaube, es gibt gerade ein Vertrauensdefizit zwischen Europa und China.
Jens Eskelund, EU-Handelskammerchef
Reiche sollte bei ihrem China-Besuch auch EU-Wirtschaftsinteressen vertreten, betonte Kammerpräsident Jens Eskelund. "Ich hoffe, sie vermittelt, dass Europa vereint ist." Außerdem müsse Reiche klarmachen, dass Europa unter den richtigen Bedingungen zu Geschäften mit China bereit sei.
Stimmung unter EU-Firmen wieder besser
Für europäische Firmen ist China ein wichtiges Absatz- und Produktionsland. Eine am Mittwoch veröffentlichte Geschäftsklima-Umfrage der EU-Kammer in China ergab, dass sich die Stimmung unter den Firmen wieder gebessert hat.
Es sei wichtig, dass die "Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Deutschland sehr positiv weitergeführt werden", sagt Miguel López, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp, mit Blick auf den Handel mit China.
26.05.2026 | 5:51 minZwar sagen immer noch 68 Prozent der 549 Firmen, die an der Befragung im Januar und Februar teilgenommen hatten, dass das Geschäftsumfeld in China schwieriger geworden sei. Damit sank der Wert aber um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Rekordwert von 73 Prozent aus dem Bericht 2025.
"Wir hatten fünf Jahre in Folge, in denen sich das Geschäftsklima verschlechterte und nun scheint sich möglicherweise ein Wendepunkt abzuzeichnen", erklärte Eskelund.
Deutschland wird bei strategisch wichtigen Gütern wie Solarpanels oder Antibiotika immer abhängiger von China. ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett berichtet.
26.05.2026 | 1:22 minMarkt in China: Eskelund sieht "Krisenmüdigkeit" bei Firmen
Den Grund für die Verbesserung sieht Eskelund auch darin, dass sich China in der turbulenten Weltlage der vergangenen zwölf Monate als vergleichsweise ruhiger Standort mit mehr Vorhersehbarkeit entpuppte. Zudem hätten europäische Firmen in China ihre Kosten gesenkt und Stellen abgebaut sowie Exportmärkte erschlossen.
Allerdings sieht Eskelund auch eine "Krisenmüdigkeit".
Wir haben so viele "Schwarzer-Schwan-Ereignisse", so viele Umwälzungen und so viel Volatilität erlebt, dass die Unternehmen dies allmählich als die neue Realität akzeptieren, in der wir leben.
Jens Eskelund, EU-Handelskammerchef
Trotz Anzeichen besserer Stimmung bleiben Probleme für EU-Firmen in China. 57 Prozent sagen, dass sie negative Auswirkungen durch die langsamer werdende chinesische Wirtschaft erwarten. 41 Prozent rechnen in den kommenden fünf Jahren mit mehr Hindernissen durch Chinas Regularien.
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