Konzernchef Blume zu Werken:VW-Standorte: "Keine Gespräche mit chinesischen Herstellern"
VW-Chef Blume hat Spekulationen über Gespräche mit Herstellern aus China zur Zukunft deutscher Werke eine Absage erteilt. Gleichzeitig treibt der Konzern Umbaupläne voran.
Volkswagen will trotz Sparzwang keine Gespräche mit chinesischen Autobauern über den Verkauf von Werken in Deutschland führen. Das sagte Konzernchef Oliver Blume auf einer Betriebsversammlung.
20.05.2026 | 0:33 minVolkswagen ist nach Worten von Konzernchef Oliver Blume derzeit nicht in Gesprächen mit Konkurrenten aus China zur Zukunft von Werken in Deutschland. In Europa und Deutschland habe VW Überkapazitäten. "Diese müssen wir angehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte Blume auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg.
Deshalb werde mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie über den Standort Osnabrück verhandelt, der ab 2027 eine neue Perspektive braucht. "Darüber hinausgehende Spekulationen und im Umfeld diskutierte Ansätze sind kein Thema für uns: Es gibt aktuell keine Überlegungen und Gespräche mit chinesischen Herstellern", ergänzte Blume und bezog sich damit einem Sprecher zufolge auf alle Fabriken in Deutschland. Berichten zufolge soll sich unter anderem XPeng für die Übernahme von Standorten in Europa interessieren.
Die Landesregierungen Niedersachsens und Sachsens hatten sich aus Sorge über die Zukunft der VW-Standorte in ihren Bundesländern für chinesische Autobauer als Partner von VW ausgesprochen. So wie es in China üblich ist, könnte es Joint Ventures geben, die gemeinsam Produktionskapazitäten nutzen. Experten warnten allerdings davor, die auf den europäischen Markt drängenden Konkurrenten aus China bei ihrer Expansion zu unterstützen.
In Sachsen wird über Kooperationen mit chinesischen Autobauern gesprochen, um Arbeitsplätze bei VW zu sichern.
11.05.2026 | 0:42 minRüstungskonzern könnte VW-Werk womöglich übernehmen
Mit Blick auf das Werk in Osnabrück betonte Blume, Ziel sei es, Beschäftigungsperspektiven über das Ende der Fahrzeugproduktion 2027 hinaus zu entwickeln.
Branchenkreisen zufolge könnte der israelische Rüstungskonzern Rafael das Werk übernehmen und dort Komponenten rund um das Flugabwehr-System "Iron Dome" fertigen. Berichten zufolge zeigt auch der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS Interesse. Eine eigene Waffenproduktion hat VW dagegen mehrfach ausgeschlossen.
Der Branchenverband VDA rechnet bis 2035 mit 225.000 weniger Arbeitsplätzen – rund 35.000 mehr als bisher angenommen. Besonders betroffen sind Zulieferbetriebe, dort wächst die Sorge vor Stellenabbau.
13.05.2026 | 1:26 minBetriebsrat fordert Ende von Debatte um Werksschließungen
VW-Betriebsratschefin Daniele Cavallo forderte auf der Versammlung ein Ende der anhaltenden Spekulationen um die Zukunft inländischer VW-Werke.
"Auch die Arbeitgeberseite bei uns sollte ein großes Interesse daran haben, dass diese unsäglichen Schlagzeilen rund um Werksschließungen endlich aufhören", sagte sie laut einem Beitrag im Intranet, der der dpa vorliegt. Denn die ständigen Diskussionen schadeten dem Bild, das der Konzern in der Öffentlichkeit abgebe.
Beim Autobauer Volkswagen ist der Gewinn im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Der Betriebsgewinn fiel deutlich. Belastet haben unter anderem US-Zölle und schwache Geschäfte bei Porsche.
10.03.2026 | 1:43 minAuf Arbeitnehmerseite gebe es keinerlei Erkenntnisprobleme zur aktuellen Krisensituation des Konzerns, betonte Cavallo.
Wir als Belegschaft verstehen die Situation. Und wir haben geliefert!
Daniele Cavallo, VW-Betriebsratschefin
Cavallo verwies dabei auf den im Dezember 2024 erzielten Tarifkompromiss. "Jetzt ist die andere Seite mal dran mit dem Abliefern!"
Teilnehmerkreisen zufolge soll Blume mit Blick auf Stammwerk und Konzern-Zentrale auch versichert haben: "Wolfsburg ist und bleibt das Power-House dieses Konzerns!" Den Angaben zufolge wurde das von der Belegschaft mit wohlwollendem Applaus quittiert.
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