"Lanz" über Zukunft der Autobranche:SPD-Politiker wirbt für VW-Zusammenarbeit mit China
von Bernd Bachran
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) setzt bei "Markus Lanz" auf Zusammenarbeit mit China. Wirtschaftsexperte Wuttke wünscht sich derweil ein "Mobiltelefon auf Rädern".
Zum Zustand der SPD und zu den standortpolitischen Herausforderungen Deutschlands. Zum geo- und wirtschaftspolitischen Kalkül Xi Jingpings und über die Entwicklung des Irankrieges.
19.05.2026 | 73:58 minArbeiten bald deutsche und chinesische Autobauer Hand in Hand? Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) reiste Mitte April für einige Tage nach China, um dort unter anderem über das schwächelnde China-Geschäft des Autobauers VW zu sprechen. Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent am VW-Konzern beteiligt.
Zurück in Deutschland brachte Lies, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, eine mögliche Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern in deutschen VW-Werken ins Gespräch. Kurz darauf erklärte ein Sprecher des chinesischen Autobauers XPeng, das Unternehmen prüfe derzeit Produktionsmöglichkeiten in Europa - dabei spielten offenbar auch VW-Standorte in Deutschland eine Rolle.
Am Dienstagabend erklärte Ministerpräsident Lies bei "Markus Lanz" das Ziel, "den chinesischen Markt wieder zu erobern" und sah es als großen Erfolg, "überhaupt mal wieder den Fuß in der Tür zu haben."
In Sachsen wird über Kooperationen mit chinesischen Autobauern gesprochen, um Arbeitsplätze bei VW zu sichern.
11.05.2026 | 0:42 minLies: Können Welle aufhalten - oder darauf surfen
Allerdings kämen jedes Jahr rund 1.200 neue Modelle auf den Markt, so der Ministerpräsident weiter.
Noch ist nicht bewiesen, dass wir uns endgültig durchsetzen.
Olaf Lies, Niedersachsens Ministerpräsident
Nach Einschätzung von Olaf Lies lasse sich der Markteintritt chinesischer Fahrzeuge in Europa und insbesondere in Deutschland nicht verhindern. Entscheidend sei vielmehr der politische Umgang damit: "Dann kannst du die Welle aufhalten oder du surfst auf dieser Welle mit", so Lies. Gemeint sei, technologische Entwicklungen aus China gezielt aufzugreifen und auch in Deutschland weiterzuverarbeiten.
Wir müssen natürlich technologisch vorne sein, wir müssen aufpassen, dass faire Bedingungen herrschen. Aber wir können auch auf Augenhöhe Kooperation machen.
Olaf Lies, Niedersachsens Ministerpräsident
Der Branchenverband VDA rechnet bis 2035 mit 225.000 weniger Arbeitsplätzen – rund 35.000 mehr als bisher angenommen. Besonders betroffen sind Zulieferbetriebe, dort wächst die Sorge vor Stellenabbau.
13.05.2026 | 1:26 minAutobranche: "Müssen hin zum Mobiltelefon auf Rädern"
Mehr als 35 Jahre lebte Jörg Wuttke in China, über zwei Jahrzehnte davon als BASF-Chefrepräsentant. Bei "Markus Lanz" warnte der Insider nun vor einem Kernproblem für den deutschen Markt: Bei den in China gebauten VW-Modellen verbleibe die Wertschöpfung komplett im Reich der Mitte. "Deswegen haben wir jetzt das Problem, dass das zwar ein Volkswagen ist, aber 'Made in China', 'Made for China', 'Made for the Export'."
Wir müssen umlernen, wir müssen weg von dem Auto, wir müssen hin zum Mobiltelefon auf Rädern. Und das kann man nur in dem Fitnesscenter China machen.
Jörg Wuttke
Nach Wuttkes Ansicht müsse sich Volkswagen dafür stärker in die "tiefen chinesischen Lieferketten einklinken" und enger mit chinesischen Ingenieuren zusammenarbeiten. Arbeitsplätze müssten geschützt werden - und die Transformation gelingen. "Wir müssen gucken, wie wir diese nächsten fünf bis sechs Jahre hinbekommen, sodass unsere Firmen in China, in dem Fitnesscenter, lernen, anders zu bauen, schneller zu bauen, risikoreicher zu bauen."
Beim Autobauer Volkswagen ist der Gewinn im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Der Betriebsgewinn fiel deutlich. Belastet haben unter anderem US-Zölle und schwache Geschäfte bei Porsche.
10.03.2026 | 1:43 minJörg Wuttke: "Das globale Auto ist tot"
Wuttke forderte weiter, dass man in China Autos für Asien baut, in Amerika Autos für Amerika und in Europa für den europäischen Markt. "Das globale Auto ist ja tot."
Wuttke regte weiter an, man müsse versuchen, chinesische Firmen in Deutschland anzusiedeln und in die heimischen Lieferketten einzugliedern. Zudem gelte es zu prüfen, wie sich chinesische Toptalente und Ingenieure ins Land holen ließen.
Wir können ja mit den Chinesen wachsen, aber wir müssen erkennen, wo wir schwach sind und ob sie uns dabei helfen können.
Jörg Wuttke
Deutsche Autohersteller bekommen immer mehr Druck aus China: Dessen Autoindustrie will Edel-Modelle günstig in Europa verkaufen.
02.05.2026 | 1:41 minMinisterpräsident Lies fasste seine Botschaft des Abends kurz zusammen: "Wir nutzen unsere Werke [in Deutschland] für unsere Produkte, die wir in Teilen in China entwickelt haben, dann aber hier produzieren."
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