Minenunglück in Provinz Shanxi:Chinas gefährlicher Bergbau: Preis des Highspeed-Wachstums?
Über 4.000 Kohleminen in China sollen den enormen Energiebedarf des Landes decken. Immer wieder kommt es dort zu Unglücken. Der gefährliche Preis für Wachstum im China-Speed?
Bei einem Grubenunglück in Nordchina sind nach einer Gasexplosion bereits 90 Leichen geborgen worden.
23.05.2026 | 0:22 minDas verheerende Minenunglück in der chinesischen Provinz Shanxi mit über 90 Toten wirft erneut ein Schlaglicht auf die schwierige Realität der Minenarbeiter in der Volksrepublik. Chinas rasantes Wachstum sorgt für einen enormen Energiebedarf im Land. Die nach offiziellen Angaben über 4.000 Kohleminen im Land sollen diesen Bedarf stillen. Doch auch wenn die Sicherheit in den Bergwerken sich in den vergangenen Jahrzehnten verbessert hat, gibt es immer wieder Unfälle.
Im betroffenen Liushenyu-Kohlebergwerk hatte es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Freitagabend aus zunächst ungeklärter Ursache eine schwere Gasexplosion gegeben. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich 247 Arbeiter im Bergwerk auf.
Während die Welt durch zahlreiche Krisen abgelenkt ist, baut China die eigene Macht aus. China-Korrespondentin Elisabeth Schmidt zeigt wo die Risiken liegen.
12.05.2026 | 19:00 minChinas Bergwerke gehören zu den tödlichsten der Welt
Die Provinz Shanxi ist das Zentrum der Kohleförderung in China. Dem ZDF liegt eine Liste aus dem Jahr 2024 vor, auf der die Kohlemine in Shanxi bereits als "mit schwerwiegendem Gefahrenpotenzial" eingestuft wird.
Obwohl die jährliche Zahl der Minenopfer zurückgegangen ist, gehören Chinas Bergwerke nach wie vor zu den tödlichsten der Welt, erklärt China-Korrespondentin Elisabeth Schmidt. Das geht zurück auf lasche Vorschriften, Korruption und Ineffizienz bei der Kontrolle der Sicherheitsauflagen.
Wenn wir Chinas Hightech-Städte, tanzende Roboter oder Flugtaxis bewundern, gerät in den Hintergrund, dass die rasante industrielle Entwicklung der Volksrepublik zu einem hohen Preis geschieht.
Elisabeth Schmidt, ZDF-Korrespondentin in China
China hat sich zu einem bedeutenden Weltwirtschaftsfaktor entwickelt. Vor allem bei den Seltenen Erden spielt es seine Macht gerne aus.
21.01.2026 | 22:44 minPeking will Energie - und macht Druck
Bergwerksbesitzer seien oft auf schnelle Gewinne aus. Lokale Beamte ständen zudem häufig unter Druck der Regierung, Energie zu liefern, um den wachsenden Bedarf der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu decken, erklärt Schmidt. Chinas Energiehunger habe dazu geführt, dass das Land einerseits Erneuerbare Energien so schnell wie kein anderes Land der Erde ausbaue.
Gleichzeitig lasse die kommunistische Staatsführung verstärkt neue Kohlekraftwerke errichten. Das asiatische Land hat trotz des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien den größten Verbrauch von Kohle weltweit.
Das besonders harte Metall Wolfram wird von der Industrie dringend gebraucht. Doch der Preis dafür ist stark gestiegen, seit China den Export seltener Rohstoffe eingeschränkt hat.
26.02.2026 | 1:41 minChina stößt weltweit am meisten CO2 aus
Kein Land der Erde stoße so viel CO2 aus wie China, so Schmidt. Rund 4.300 aktive Kohleminen gebe es nach offiziellen Angaben. China ist eines der weltweit führenden Länder bei der Produktion von Kohle und anderen Mineralien sowie unangefochtener Spitzenreiter bei fast allen Seltenen Erden. Doch die Staatsführung in Peking steht immer wieder in der Kritik, wenn es darum geht, die Sicherheit ihrer Bergleute zu gewährleisten und Umweltauflagen einzuhalten.
Zahlreiche Minen hier arbeiten mit veralteten Sicherheitsstandards. Obwohl die Staatsführung Auflagen für mehr Sicherheit erlassen hat, werden diese in der Praxis oft nicht ausreichend kontrolliert.
Elisabeth Schmidt, ZDF-Korrespondentin in China
Die meisten der tödlichen Bergbau-Unfälle passierten in den nördlichen Provinzen Shanxi, Shaanxi sowie in der Inneren Mongolei. Diese Gebiete seien reich an Mineralien, die Minen liegen allerdings oft weit abgelegen in ländlichen Gebieten, was schnelle Katastrophen-Hilfe zusätzlich erschwere.
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