Außenminister in Canberra:Wadephul in Australien: "Großes Interesse" an Rohstoffen
Außenminister Wadephul macht bei seinem Besuch in Canberra klar: Deutschland möchte Rohstoffe aus Australien - auch wenn es teuer wird. Er setzt auf ein Freihandelsabkommen.
Bei seinem Besuch in Australien wirbt Außenminister Wadephul für mehr Zusammenarbeit mit dem Land. Zentrales Thema: Der Import von Lithium, etwa für die Produktion von E-Autos.
05.02.2026 | 0:27 minDeutschland und Australien wollen ihre Zusammenarbeit beim Import kritischer Rohstoffe aus "Down Under" weiter ausbauen. "Euer Land ist für uns ein wichtiger Partner bei der Diversifizierung unserer Lieferketten", sagte Außenminister Johann Wadephul nach einem Treffen mit seiner australischen Amtskollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra.
Viele kritische Rohstoffe wie Lithium werden hier gewonnen, und wir haben großes Interesse, unsere Zusammenarbeit im Rohstoffbereich (...) weiter auszubauen.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Außenminister Johann Wadephul (CDU) in Canberra: Rohstoff-Partnerschaft mit Kosten verbunden
Quelle: dpa | Jens BüttnerWadephul: Rohstoffe teuer, aber notwendig
Die Partnerschaft bei der Ausbeutung von Mineralienvorkommen sei mit einem gewissen Preisschild verbunden, räumte Wadephul ein.
"Dazu müssen wir auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen, weil die Erschließung dieser Rohstoffe teilweise kostenträchtig ist", betonte er. "Aber gleichzeitig wissen wir, dass gerade Deutschland auf derartige Rohstoffe dringend angewiesen ist."
"Seltene Erden sind auch für Europa relevant", sagt Manfred Weber, EVP-Vorsitzender im Europäischen Parlament.
22.01.2026 | 6:56 minAustralien: Weltweit größte Lithium-Mine
Ein Beispiel für die Förderung von Rohstoffen findet sich südlich von Perth an der Westküste, wo in dem Ort Greenbushes die größte Hartgestein-Lithium-Mine der Welt betrieben wird. Das "weiße Gold" steckt in modernen Technologien vom Akku für das E-Auto bis zum Smartphone. Die Mine erstreckt sich über mehr als 2.000 Hektar und liefert etwa 20 Prozent der weltweiten Fördermenge.
Das Land verfügt zudem über riesige Vorkommen an Seltenen Erden wie Neodym und Terbium, die für die Herstellung von Hochleistungsmagneten benötigt werden.
EU und Australien planen Freihandelsabkommen
Wichtig in diesem Zusammenhang sei ein zügiger Abschluss des geplanten Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Australien, so Wadephul. Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche 2023 wegen Streitigkeiten über Agrarimporte laufen aktuell neue Verhandlungen. Wenn es nach ihm ginge, sollte so schnell wie möglich eine Einigung erzielt werden, sagte Wadephul - "möglichst noch in diesem Jahr".
Um seine Abhängigkeit von China zu verringern, hat Japan ein eigenes Forschungsschiff in den pazifischen Ozean entsendet. Dort soll der Abbau von Seltenen Erden vorbereitet werden.
28.01.2026 | 10:04 minAuch Australiens Außenministerin Wong äußerte ihre Hoffnung, dass in naher Zukunft ein solches Abkommen zwischen "gleichgesinnten Ländern" abgeschlossen werde - "gerade in einer Zeit, in der wir nicht nur Herausforderungen, sondern auch tiefgreifende Veränderungen und Umbrüche weltweit erleben".
Wadephul betonte: "Wir glauben, dass alle Handelsbarrieren abgebaut werden müssen und wir glauben, dass die Europäische Union und auch Australien bei so einem Abkommen gewinnen würden."
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