Auf Trumps Befehl: USA greifen erneut iranische Ziele an

Rahmenabkommen gescheitert?:Auf Trumps Befehl: USA greifen erneut iranische Ziele an

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Die USA haben eine neue Angriffswelle gegen Iran gestartet - angewiesen vom Präsidenten. Das Rahmenabkommen mit Iran erklärte Trump beim Nato-Gipfel praktisch für gescheitert.

Bilder der iranischen Regierung vom Staatsbegräbnis von Ayatollah Ali Khamenei

Die USA haben die Ölindustrie in Iran angegriffen. Darauf folgte ein iranischer Gegenschlag.

08.07.2026 | 2:35 min

Die USA haben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden Ziele in Iran angegriffen. US-Präsident Donald Trump habe die Attacken angeordnet, teilte das Regionalkommando des US-Militärs im Nahen Osten (Centcom) am späten Mittwochabend (MESZ) mit. Sie sollen demnach die Fähigkeiten der Islamischen Republik schwächen, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu behindern.

Trump erklärt Abkommen für gescheitert

Trump hatte zuvor beim Nato-Gipfel in der Türkei das Rahmenabkommen mit Iran für eine Beendigung des Krieges praktisch für gescheitert erklärt und auch mit Angriffen auf zivile Ziele in der Islamischen Republik und der Einnahme der für die iranische Ölindustrie wichtigen Insel Charg gedroht, über die etwa 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abgewickelt werden. Wenn die USA dazu gezwungen seien, würden sie iranische Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen zerstören, sagte er.

Kurze Zeit später erklärte Trump aber, er rechne nicht mit einer Fortsetzung des Krieges. "Was auch immer passiert, wird sehr schnell gehen", sagte er.

Trump bezeichnete die Führung in Teheran als "Abschaum", der sich vor der Staatspresse nicht zu getroffenen Absprachen bekenne. "Meiner Meinung nach ist es vorbei", antwortete der Republikaner auf die Frage nach dem Status der Waffenruhe. "Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben." Zugleich ließ er eine Hintertür für Verhandlungen offen: Er werde zulassen, dass die Gespräche fortgesetzt würden. Aber bereits in der Nacht zum Donnerstag könne es zu neuen Angriffen auf Ziele in Iran kommen.

US-Präsident Donald Trump (M) spricht während einer Pressekonferenz, flankiert von (von links) US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, US-Außenminister Marco Rubio, US-Finanzminister Scott Bessent und dem US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, auf dem NATO-Gipfel in Ankara.

Trump drohte Spanien, erklärte die Iran-Gespräche für beendet und lobte am Ende die NATO-Einigkeit. Der Gipfel in Ankara zeigt: Das Bündnis hält, aber seine Risse werden tiefer.

08.07.2026 | 2:55 min

Iran gegen USA: Angriffe trotz Waffenruhe

Auch in der Nacht zuvor hatte das US-Militär umfassende Angriffe geflogen, die als Vergeltung für Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus bezeichnet wurden. Nach den US-Angriffen lösten Kuwait und Bahrain Raketenalarm aus. In beiden Ländern sind US-Truppen stationiert.

"Die Zeit der Einschüchterung und Erpressung ist vorbei", schrieb der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. "Sie führt zu nichts. Wir knicken nicht ein."

US-Präsident Donald Trump trifft sich am Rande des NATO-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Bei einer Pressekonferenz auf dem Nato-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump mit gleich mehreren Versprechern irritiert: Aus Iran wurde Japan, aus Präsident Selenskyj wurde Präsident Putin.

08.07.2026 | 0:46 min

Sorge vor neuer Eskalationsstufe

Die Waffenruhe war bereits mehrfach gefährdet, jedoch schufen die Äußerungen Trumps beim Nato-Gipfel neue Unsicherheit, dass der Konflikt vollständig wieder aufflammen und zu einer erneuten Komplettblockade der für den Energiehandel strategisch wichtigen Straße von Hormus führen könnte. Das zeigte sich etwa an einem umgehenden Preisanstieg bei dem internationalen Referenzöl Brent.

Die Freiheit der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge ist ein zentraler Punkt in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein dauerhaftes Kriegsende, ebenso die Frage nach der Zukunft des iranischen Atomprogramms. Die Meerenge hat sich im US-israelischen Krieg gegen den Iran als erhebliches Druckmittel Teherans erwiesen, ihre Blockade löste eine globale Energiekrise aus.

US-Präsident Trump gibt seine PK am zweiten Tag des Nato-Gifpels

"Die Nato hat uns ausgelacht", sagt der US-Präsident. Die USA hätten jedoch mehr in Verteidigung investiert und verfügten heute über das stärkste Militär der Welt.

08.07.2026 | 31:26 min

Attacken auf Tanker in Straße von Hormus

Bereits am Dienstag hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Zuvor hatte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) mitgeteilt, dass in der Meerenge drei Tanker von Projektilen getroffen worden seien.

Iran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine Route vor der iranischen Küste nutzen. Auch künftige Gebühren für die Passage hat Teheran nicht ausgeschlossen. Bereits Ende Juni hatte die iranische Revolutionsgarde Schiffe attackiert, die sich nicht an diese Anweisung Teherans hielten. Auch damals griffen die USA anschließend Ziele in Iran an, und Teheran nahm Ziele in Nachbarstaaten unter Beschuss, in denen US-Truppen stationiert sind.

 Im Golf von Oman, entlang der Schifffahrtsrouten zwischen der Straße von Hormus und dem Arabischen Meer, sind Tanker und Frachtschiffe zu sehen.

Nach iranischen Angriffen auf Schiffe greift das US-Militär nach eigenen Angaben über 80 militärische Ziele in Iran an. Iran reagiert mit Angriffen auf Kuwait und Bahrain.

08.07.2026 | 1:46 min

Quelle: AP, dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 08.07.2026 ab 21:45 Uhr.

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