USA greifen Iran an - Teheran attackiert US-Militärbasen

Rahmenabkommen laut Trump gescheitert:USA greifen Iran an - Teheran attackiert US-Militärbasen

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Die USA haben Iran die zweite Nacht in Folge angegriffen. Teheran nahm daraufhin erneut US-Stützpunkte ins Visier. Das Rahmenabkommen mit Iran erklärte Trump für gescheitert.

08.07.2026, Türkei, Ankara: US-Präsident Donald Trump trifft sich am Rande des NATO-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten.

Das US-Militär hat in der Nacht erneut Ziele in Iran angegriffen. Als Gegenreaktion griff Teheran US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait an.

09.07.2026 | 0:25 min

Die USA haben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden Ziele in Iran angegriffen. US-Präsident Donald Trump habe die Attacken angeordnet, teilte das Regionalkommando des US-Militärs im Nahen Osten (Centcom) am späten Mittwochabend (MESZ) mit.

Die USA erklärten die jüngste Angriffswelle gegen Iran am frühen Morgen für beendet. Dabei seien rund 90 Ziele angegriffen worden. Zudem veröffentlichte das Regionalkommando Aufnahmen, die offenbar Angriffe auf eine Start- und Landebahn sowie auf Raketenabschussanlagen zeigen.

Iran meldet Angriffe auf US-Basen in Bahrain und Kuwait

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten auf die erneuten US-Angriffe nach eigenen Angaben mit Attacken auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait. Dabei seien "wichtige Infrastruktur und Einrichtungen" der US-Armee mit Raketen und Drohnen ins Visier genommen worden, hieß es am Morgen in einer vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung.

Bei weiteren US-Attacken würden die Angriffe auf andere Stützpunkte in der Region ausgeweitet, warnten die Revolutionsgarden zugleich.

Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf drohte Washington über den Onlinedienst X: "Die Vereinigten Staaten haben immer noch nicht begriffen, dass Einschüchterung und Wortbruch nicht mehr ohne Folgen bleiben."

Lassen Sie mich eines klarstellen: Wer angreift, wird selbst angegriffen.

Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Verhandlungsführer

Zugleich betonte Ghalibaf, dass die Straße von Hormus nur unter "iranischen Bedingungen" geöffnet werde.

Jörg Brase | ZDF-Reporter in Istanbul/Türkei

"Ziel ist die Hoheit über die Straße vom Hormus. Der Iran will dieses Druckmittel wirtschaftlich und militärisch natürlich behalten", sagt ZDF-Reporter Jörg Brase über die neuen Gefechte im Iran.

09.07.2026 | 3:10 min

Trump erklärt Abkommen für gescheitert

Trump hatte zuvor beim Nato-Gipfel in der Türkei das Rahmenabkommen mit Iran für eine Beendigung des Krieges praktisch für gescheitert erklärt und auch mit Angriffen auf zivile Ziele in der Islamischen Republik und der Einnahme der für die iranische Ölindustrie wichtigen Insel Charg gedroht, über die etwa 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abgewickelt werden.

Wenn die USA dazu gezwungen seien, würden sie iranische Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen zerstören, sagte er. Kurze Zeit später erklärte Trump aber, er rechne nicht mit einer Fortsetzung des Krieges. "Was auch immer passiert, wird sehr schnell gehen", sagte er.

ZDF-Korresponent Theveßen ist mit einem Mikrofon in der Hand in Ankara zu sehen.

Die erneute Eskalation im Iran-Krieg liege an der Verhandlungsgrundlage zwischen den USA und Iran, so ZDF-Korrespondent Theveßen. Sie sei "zu vage formuliert" und müsse nachverhandelt werden.

09.07.2026 | 1:12 min

Trump: Teheran will weiterhin Abkommen

Trump bezeichnete die Führung in Teheran als "Abschaum", der sich vor der Staatspresse nicht zu getroffenen Absprachen bekenne. "Meiner Meinung nach ist es vorbei", antwortete der Republikaner auf die Frage nach dem Status der Waffenruhe. "Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben."

Gleichzeitig will Iran nach Darstellung von Trump weiterhin ein Friedensabkommen. "Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen", behauptete Trump auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel nach Washington.

Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden. Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: "Weil ... sie etwas verrückt sind."

US-Präsident Donald Trump vor einer Flagge der NATO

Iran-Abkommen beendet, neue Kritik an der Nato: US-Präsident Trump sorgte beim Nato-Gipfel für Unruhe. Eine Analyse der Gespräche mit Ex-Nato-General Egon Ramms.

08.07.2026 | 56:34 min

Iran gegen USA: Angriffe trotz Waffenruhe

Auch in der Nacht zuvor hatte das US-Militär umfassende Angriffe geflogen und iranische Ölanlagen ins Visier genommen, die als Vergeltung für Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus bezeichnet wurden. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete eine Reihe von Explosionen in der Hafenstadt Buschehr im Südwesten des Landes, wo sich das einzige zivile Atomkraftwerk Irans befindet.

Buschehr liegt vor der Ölinsel Charg, dem wichtigsten iranischen Ölterminal. Nach den US-Angriffen lösten Kuwait und Bahrain Raketenalarm aus. In beiden Ländern sind US-Truppen stationiert.

US-Präsident Donald Trump (M) spricht während einer Pressekonferenz, flankiert von (von links) US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, US-Außenminister Marco Rubio, US-Finanzminister Scott Bessent und dem US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, auf dem NATO-Gipfel in Ankara.

Trump drohte Spanien, erklärte die Iran-Gespräche für beendet und lobte am Ende die NATO-Einigkeit. Der Gipfel in Ankara zeigt: Das Bündnis hält, aber seine Risse werden tiefer.

08.07.2026 | 2:55 min

Der Vermittlerstaat Pakistan rief die USA und Iran zu Zurückhaltung auf. "Ein erneuter Konflikt liegt in niemandes Interesse", heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Sorge vor neuer Eskalationsstufe

Die Waffenruhe war bereits mehrfach gefährdet, jedoch schufen die Äußerungen Trumps beim Nato-Gipfel neue Unsicherheit, dass der Konflikt vollständig wieder aufflammen und zu einer erneuten Komplettblockade der für den Energiehandel strategisch wichtigen Straße von Hormus führen könnte. Das zeigte sich etwa an einem umgehenden Preisanstieg bei dem internationalen Referenzöl Brent.

US-Präsident Donald Trump trifft sich am Rande des NATO-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Bei einer Pressekonferenz auf dem Nato-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump mit gleich mehreren Versprechern irritiert: Aus Iran wurde Japan, aus Präsident Selenskyj wurde Präsident Putin.

08.07.2026 | 0:46 min

Die Freiheit der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge ist ein zentraler Punkt in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein dauerhaftes Kriegsende, ebenso die Frage nach der Zukunft des iranischen Atomprogramms. Die Meerenge hat sich im US-israelischen Krieg gegen Iran als erhebliches Druckmittel Teherans erwiesen, ihre Blockade löste eine globale Energiekrise aus.

Iran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine Route vor der iranischen Küste nutzen. Auch künftige Gebühren für die Passage hat Teheran nicht ausgeschlossen. Bereits Ende Juni hatte die iranische Revolutionsgarde Schiffe attackiert, die sich nicht an diese Anweisung Teherans hielten. Auch damals griffen die USA anschließend Ziele in Iran an, und Teheran nahm Ziele in Nachbarstaaten unter Beschuss, in denen US-Truppen stationiert sind.

Rechts George W. Bush bei einer Rede, links einer der rauchenden Twin Towers vom Attentat des 11. September

"Die Kriege der USA", Teil 3: Nach 9/11 beginnt der "War on Terror" - Afghanistan und Irak sind Schauplätze eines globalen Feldzugs. Donald Trump definiert die Rolle der USA neu: Macht ersetzt Bündnisse, Kriege brechen aus.

17.06.2026 | 45:49 min

Quelle: AP, dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 09.07.2026 ab 05:30 Uhr.

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