Mehrtägige Trauerfeier:Iran verabschiedet sich von getötetem Oberhaupt Chamenei
Mit Trauerzügen durch mehrere Städte wollen Anhänger des iranischen Regimes Chamenei die letzte Ehre erweisen. Die Zeremonien finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Iran bereitet die Trauerfeier für den im Februar getöteten Ajatollah Ali Chamenei vor. Millionen Menschen werden in Teheran erwartet.
03.07.2026 | 0:23 minIn Iran hat am Freitag die öffentliche Aufbahrung des getöteten geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei begonnen. Kleriker, Regierungsvertreter und ausländische Würdenträger erwiesen dem 37 Jahre lang Amtierenden in Mosalla - einer großen Gebetshalle in Teheran - die letzte Ehre. Fotos zeigten Trauernde, die Chameneis mit der iranischen Flagge bedeckten Sarg in den für große Feierlichkeiten konzipierten Komplex trugen.
Dort soll der Leichnam Chameneis am Samstag öffentlich aufgebahrt werden und dann sechs Tage lang durch fünf Städte getragen werden, bevor Chamenei am Donnerstag in Maschhad beigesetzt wird. Die Behörden haben eine massive Mobilisierung organisiert, um Millionen Trauernde zu den Veranstaltungen zu bringen.
Teilnahme von Chameneis Sohn offen
Die Führung will nach dem vier Monate langen Krieg öffentliche Loyalität zur Islamischen Republik demonstrieren. Chamenei war am ersten Tag der Angriffe der USA und Israels am 28. Februar 2026 bei einem Luftangriff getötet worden.
Aus dem Archiv: Ali Chamenei war ein Mann mit einem klaren Plan für sein Land. Irans Staatschef regierte mit brutaler Härte.
02.06.2023 | 15:39 minSein Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei ist seit seinem Amtsantritt nicht mehr öffentlich aufgetreten. Ob er an den Trauerfeierlichkeiten für seinen Vater in Teheran teilnehmen wird, ist bisher unklar.
Trauerfeier unter strengen Sicherheitsmaßnahmen
Die Beisetzung Chameneis kommt für die Islamische Republik zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Führung um die Kleriker und die Revolutionsgarden sieht sich nach dem überstandenen Krieg zwar gestärkt. Trotzdem warnten die iranischen Streitkräfte kurz vor Beginn der Trauerfeier ihre Feinde vor weiteren Angriffen. "Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden", hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die iranische Medien verbreiteten.
Der Krieg zwischen den USA und Iran stärkt vor allem die iranischen Revolutionsgarden.
22.04.2026 | 6:06 minWährend der Trauerfeiern werden mehr als 65.000 Sicherheitskräfte in den Metropolen im Einsatz sein, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf den Kommandeur der Ordnungskräfte. Zur Sicherung der betroffenen Provinzen werden demnach weitere 200.000 Kräfte stationiert.
In der Hauptstadt Teheran wird ein großer Bereich der Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt, kein Fahrzeug darf sich der Mosalla in einem Umkreis von einem Kilometer nähern. Auch der Luftraum soll zeitweise aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Experten zufolge ist der Rückhalt in der iranischen Bevölkerung für die Führung weiterhin äußerst gering. Jahrelange Sanktionen haben die Wirtschaft gelähmt, landesweite Proteste wurden mit zunehmender Gewalt niedergeschlagen, was im Januar in der Tötung Tausender Demonstranten gipfelte.
Anfang des Jahres erschütterten Bilder des gewaltsamen Niederschlagens von Demonstrationen in Iran die Welt.
26.01.2026 | 3:06 minGäste aus Russland, China und Belarus
Neben dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erwies Fotos der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge auch der Chef der Revolutionsgarden, Ahmad Wahidi, dem ehemaligen Oberhaupt die letzte Ehre. Es war der erste öffentliche Auftritt Wahidis seit Beginn des Iran-Krieges.
Unter den ausländischen Gästen, die zur Trauerfeier angereist sind, waren der irakische Präsident Abdul Latif Raschid sowie Vertreter aus Armenien, Pakistan, Belarus und Turkmenistan sowie aus Russland und China, wie das iranische Staatsfernsehen zeigte. Eigentlich war die Trauerfeier für Chamenei bereits für den März geplant gewesen, sie wurde wegen des Iran-Krieges jedoch verschoben.
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