Keine Drohungen mehr und Kriegsende:Straße von Hormus: Iran erweitert Forderungen an USA
Den Krieg beenden und Iran nie wieder bedrohen - das fordert Iran für die Öffnung der Straße von Hormus. Dass die USA dem zustimmen, gilt als unwahrscheinlich.
Für die Öffnung der Straße von Hormus stellt Iran neue Forderungen. Die USA müssten unter anderem den Krieg in der Region endgültig beenden, so die Erklärung des nationalen Sicherheitsrats.
09.08.2026 | 0:30 minIran hat seine Forderungen an die USA für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus erweitert. Die Vereinigten Staaten dürften die Islamische Republik nie wieder bedrohen, hieß es in einer von iranischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats. Zudem müssten sie den Krieg gegen Iran und dessen Verbündete in der Region endgültig beenden.
Der Nationale Sicherheitsrat ist das höchste Entscheidungsgremium im Land, wird von Präsident Massud Peseschkian geleitet und steht unter der Aufsicht des obersten Führers Modschtaba Chamenei.
US-Präsident Trump spricht von einer letzten Chance für Teheran, ein Abkommen zu unterzeichnen. Iran weist neue Gespräche mit den USA zurück und verhandelt mit Oman über die Straße von Hormus.
04.08.2026 | 0:24 minExperten: USA werden Bedingungen nicht akzeptieren
Als weitere Bedingung nannte der Rat, die USA müssten die Seeblockade iranischer Häfen aufheben und ihre Streitkräfte aus dem Gebiet abziehen, wie der regierungstreue Sender Press TV aus der Erklärung zitierte. Außerdem müssten sie Iran für Kriegsschäden vollständig entschädigen, Sanktionen aufheben und eingefrorene Vermögenswerte "bedingungslos" freigeben. Von diesen Forderungen werde der Rat nicht abweichen, hieß es weiter. Die USA müssten ihr Verhalten tatsächlich ändern.
- die Islamische Republik nie wieder bedrohen
- den Krieg zwischen Iran und dessen Verbündeten in der Region endgültig beenden
- die Seeblockade iranischer Häfen aufheben und die US-Streitkräfte aus dem Gebiet abziehen
- Iran für Kriegsschäden vollständig entschädigen
- Sanktionen aufheben
- eingefrorene Vermögenswerte "bedingungslos" freigeben
Quelle: dpa
Vonseiten der US-Regierung gab es zunächst keine direkte Reaktion auf die neuen iranischen Forderungen. Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid sagte in einem Interview jedoch, dass die USA diese Forderungen nicht akzeptieren würden und dass sie Präsident Donald Trump möglicherweise wieder in Richtung der militärischen Option drängen könnten, die er erst vor wenigen Tagen zurückgestellt hatte. Andere Experten vertreten denselben Standpunkt.
"Eine Einigung zwischen Iran und Oman würde eine Stärkung des Iran bedeuten", so ZDF-Reporterin Christiane Hoffmann aus Istanbul.
06.08.2026 | 2:50 minIran verhandelt mit Oman über Seestraße
Die Forderungen hatte Iran bereits früher genannt - als Bedingung für ein dauerhaftes Abkommen mit den USA, in dem es auch noch um das Atomprogramm Irans ging. Nun werden sie zur Bedingung für ein Abkommen gemacht, das lediglich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus abzielen soll.
Zuletzt hatten sowohl Iran als auch die USA von einer absehbaren Einigung für die Wiederaufnahme des freien Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus gesprochen. Iran verhandelt dabei nach eigenen Angaben direkt mit dem anderen - auf der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs liegenden - Anrainerstaat Oman darüber, wie Schiffspassagen in der blockierten Meerenge geregelt werden sollen. Beide Staaten hatten erklärt, eine Einigung sei nahe.
Die US-Regierung versuche den Eindruck zu vermitteln, wieder die Kontrolle im Krieg gegen den Iran zu gewinnen, so ZDF-Korrespondent David Sauer zur Eskalation im Konflikt.
13.07.2026 | 1:52 minErfolg bei Oman-Gesprächen wäre Sieg für Teheran
US-Präsident Trump hatte in der Vergangenheit gesagt, seine Regierung sei an den Verhandlungen beteiligt, was Iran bestritt. Sollte aus den Gesprächen ein Mechanismus hervorgehen, mit dem Iran maßgeblich die Schifffahrt in der Meerenge kontrollieren könnte, wäre dies nach monatelangen US-Angriffen ein strategischer Sieg für Teheran.
Ziel der USA ist laut Vizepräsident JD Vance, beim Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen. Das entgegnete der Republikaner bei Fox News auf die Frage, was bei einem Abkommen ein akzeptabler Status quo für die Meerenge wäre. Vance gab an, dass die Iraner das zugesagt hätten und auch die Golfstaaten das wollten. Allerdings sagte er auch, dass die USA darauf nicht vertrauten.
Die USA und Iran greifen sich erneut gegenseitig an. Wie lange kann er den Krieg noch fortführen? Die Analyse bei ZDFheute live
13.07.2026 | 23:37 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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