Vereinbarung zu neuer Schifffahrtsroute:Iran: Einigung mit Oman zu Straße von Hormus steht kurz bevor
Iran und Oman stehen offenbar vor einer Einigung über eine neue Route durch die Straße von Hormus. Für Teheran wäre das ein enormer strategischer Gewinn - und ein finanzieller.
"Eine Einigung zwischen Iran und Oman würde eine Stärkung des Iran bedeuten", so ZDF-Reporterin Christiane Hoffmann aus Istanbul mit Blick auf die Verhandlungen über die Straße von Hormus.
06.08.2026 | 2:50 minDie an die Straße von Hormus grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge. Die beiden Länder hätten sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna Außenamtssprecher Ismail Baghai. Eine gemeinsame Erklärung sei so gut wie fertig, allerdings dürfe keine externe Partei mehr in den Prozess eingreifen.
Seitens des Oman gab es zunächst keine öffentliche Stellungnahme zu der angeblich bevorstehenden Einigung. Die USA sollen nicht daran beteiligt gewesen sein.
Iranische Kontrolle über Straße von Hormus wäre strategischer Gewinn
Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar konnten Schiffe ungehindert durch die Meerenge fahren, die zwischen Iran und Oman liegt. Jegliche Zugeständnisse, die Iran eine weitreichende Kontrolle über die dortige Schifffahrt gewähren würden, wären ein strategischer Gewinn für Teheran.
US-Präsident Trump hatte vor wenigen Tagen neue Gespräche mit Vertretern aus Iran angekündigt. Iran dementierte das und sagte, man verhandle weiter mit Oman über die Durchfahrtsrechte in der Straße von Hormus.
03.08.2026 | 0:18 min"Eine Einigung zwischen Iran und Oman würde eine Stärkung Irans bedeuten", erklärt auch ZDF-Reporterin Christiane Hoffmann aus Istanbul im ZDF-Morgenmagazin. Der Grund: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge würden Schiffe auf einer nördlichen Route durch die Meerenge hindurch in den Persischen Golf einfahren und auf einer südlichen Route entlang der Küste des Omans ausfahren. Einfahrende Schiffe würden somit iranische Gewässer nutzen.
Das würde bedeuten, dass Iran Schiffe kontrollieren könnte, dass es auch Gebühren erheben könnte.
Christiane Hoffmann, ZDF-Reporterin
Von Gebühren in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts sei die Rede. Es wäre "ein Novum in der internationalen Schifffahrt", das auch den USA nicht gefallen dürfte.
Baghai sagte, die Einigung allein könne keine sichere Schifffahrt durch die Meerenge garantieren. Die Sicherheitslage hänge weiterhin mit der anhaltenden US-Blockade sowie anderen aggressiven und bedrohlichen Maßnahmen gegen Iran zusammen.
Ein neuer Hafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten könnte eine Handelsroutenalternative zur Straße von Hormus werden.
24.07.2026 | 1:01 minTemporäre Lösung, um Seeminen zu räumen
Auch Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi bestätigte laut Irna, eine Vereinbarung zwischen Iran und Oman stehe kurz vor dem Abschluss. Er betonte, die Abmachung bedeute keine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus, sondern stelle vielmehr ein neues Modell dar.
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstagabend (Ortszeit) von einer möglichen Öffnung der Meerenge am Mittwoch oder Donnerstag im Zuge eines Deals mit Iran gesprochen. Die Vereinbarung mit dem Oman soll eine temporäre Lösung sein, so dass von Iran verlegte Seeminen beseitigt werden können. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, sind wesentliche Gründe, warum der Krieg zwischen den USA und Iran zuletzt wieder eskalierte.
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