Neuer Anlauf im Iran-Krieg:Witkoff und Kushner reisen für Iran-Gespräche nach Pakistan
Die USA und Iran starten einen neuen Verhandlungsversuch. US-Gesandte Witkoff und Kushner reisen dazu nach Pakistan und treffen dort iranische Unterhändler.
Nahost-Experte Reinicke bei ZDFheute live zur Lage in Iran und dem erfolglosen Vorgehen Trumps. Die Iraner säßen jetzt in einer besseren Position als vor einem halben Jahr, so Reinicke.
23.04.2026 | 22:29 minDie US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner fliegen am Samstag zu erneuten Gesprächen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs nach Pakistan. Das teilte das Weiße Haus am Freitag mit. Wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Freitag im Sender Fox News sagte, sollen Witkoff und Kushner in Pakistan mit iranischen Unterhändlern zusammentreffen.
Neben Witkoff und Kushner war bei der ersten Verhandlungsrunde auch US-Vizepräsident JD Vance dabei gewesen. Leavitt sagte, diesmal werde Vance zunächst nicht mit nach Pakistan fliegen, er halte sich aber bereit. "Alle werden in Bereitschaft sein, um bei Bedarf nach Pakistan zu fliegen."
Iranische Staatsmedien hatten zuvor gemeldet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitagabend in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen werde.
Pakistan vermittelt im Iran-Krieg und hatte vor rund zwei Wochen bereits Gespräche über eine Beendigung des Konflikts zwischen Vertretern Irans und der USA ausgerichtet, die jedoch ohne Ergebnis blieben. Neben Witkoff und Kushner war auch US-Vizepräsident JD Vance dabei gewesen.
Einschätzungen der ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen aus New York und Phoebe Gaa aus Islamabad zur aktuellen Situation sowie zur Frage, ob es in Pakistan erneut Verhandlungen geben wird.
23.04.2026 | 7:11 minIrans Außenminister reist ebenfalls nach Pakistan
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte zuvor gemeldet, dass Araghtschi noch am Freitag in Islamabad erwartet werde. Ziel seiner Reise seien "bilaterale Konsultationen, die Erörterung der aktuellen Entwicklungen in der Region und die Überprüfung der Lage" im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Auch aus pakistanischen Regierungskreisen war verlautet worden, dass Araghtschi am Abend in Islamabad erwartet werde.
Die USA und der Iran hatten sich Anfang des Monats auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Am Dienstag verlängerte US-Präsident Donald Trump die Feuerpause kurz vor ihrem Ablauf für unbestimmte Zeit. Leavitt sagte am Freitag:
Der Präsident will der Diplomatie immer eine Chance geben. Sie ist stets seine erste Option, und er ist bereit, das auch hier wieder zu tun.
Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses
US-Präsident Donald Trump scheint im Krieg mit dem Iran zunehmend planlos. Die Waffenruhe wurde verlängert. Ob es neue Verhandlungen gibt, ist völlig unklar.
24.04.2026 | 58:40 minAtomprogramm im Fokus der Iran-Verhandlungen
Trump hatte am Donnerstag zudem den Einsatz einer Atomwaffe gegen den Iran ausgeschlossen. "Warum sollte ich eine Atomwaffe einsetzen, wenn wir sie auf ganz konventionelle Weise auch ohne dezimiert haben?", fragte der US-Präsident im Weißen Haus.
Eine Atombombe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen.
Donald Trump, US-Präsident
Das iranische Atomprogramm ist einer der Knackpunkte bei den Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert
In der Folge des Iran-Krieges wurde die Meerenge, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports passiert, durch das iranische Militär faktisch weitgehend gesperrt. Dies ließ die Energiepreise in die Höhe schnellen. Die Hoffnung auf neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran ließ am Freitag den Ölpreis sinken.
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