Impf-Kurswechsel von Kennedy durch US-Gericht gestoppt

Impfpolitik unter Donald Trump:Richter stoppt Impf-Kurswechsel von Kennedy

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Das Gericht hat den scharf kritisierten Kurswechsel von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy gestoppt. Dieser hatte sich für weniger Immunisierungen bei Kindern ausgesprochen.

Robert F. Kennedy Jr., der von Präsident Trump als Minister für Gesundheit und Soziales nominiert wurde, erscheint vor dem Finanzausschuss des Senats zu seiner Anhörung zur Bestätigung.

Ein Gericht hat den Kurswechsel in der US-Impfpolitik vorerst gestoppt. Die Änderungen von Gesundheitsminister Kennedy seien willkürlich, sie verstießen gegen wissenschaftliche Methoden.

17.03.2026 | 0:38 min

Ein US-Gericht hat dem umfassenden Kurswechsel von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy bei Kinder-Impfungen vorerst Einhalt geboten. Das Bundesgericht in Massachusetts kassierte eine Anweisung der US-Regierung vom Januar. Laut dieser Anweisung wurden nur noch elf statt 17 Immunisierungen bei Kindern empfohlen. Zudem blockierte das Gericht die Neubesetzung des Impf-Expertengremiums ACIP durch Kennedy.

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Regierung habe "Integrität ihres Handelns untergraben"

In der Vergangenheit seien solche Entscheidungen nach "Methoden wissenschaftlicher Natur, die durch Verfahrensvorschriften im Gesetz kodifiziert sind" getroffen worden, schrieb Bundesrichter Brian Murphy in seiner Stellungnahme. Der noch von Joe Biden ernannte Richter meinte weiter:

Leider hat die Regierung diese Methoden missachtet und dadurch die Integrität ihres Handelns untergraben.

Richter Brian Murphy

Geklagt hatten Ärzteverbände, die die geplanten Änderungen der Impfempfehlungen massiv kritisiert hatten.

Politik | auslandsjournal
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Mehrere führende Verbände wie die US-Fachgesellschaft der Kinderärzte (AAP) und die US-Fachgesellschaft für Innere Medizin (ACP) begrüßten die Gerichtsentscheidung. Der Verband der Kinderärzte nannte sie "historisch und willkommen". Die Änderungen durch die von Kennedy neu berufene Impfkommission hätten "Chaos und Verwirrung für Eltern und Kinderärzte im ganzen Land gestiftet", erklärte der Verband.

Ein Sprecher des US-Gesundheitsministeriums erklärte laut Sender ABC News, man hoffe, dass die Gerichts-Entscheidung aufgehoben werde. Zugleich kritisierte er den Richter und warf ihm vor, die Regierung an ihrer Arbeit zu hindern.

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Nach der vom US-Präsident Donald Trump im Januar angestoßenen Änderung sollten Impfungen gegen Rotavirus, Corona, Influenza, Hepatitis A, Hepatitis B und Meningokokken nicht mehr Teil des vom Gesundheitsministerium empfohlenen Immunisierungsplans für Kinder sein. Verabreicht werden dürften die Impfungen aber weiterhin. Die neue Richtlinie sah ebenfalls vor, dass verschiedene Impfungen, etwa gegen Hepatitis A oder Dengue, auf Hochrisikogruppen beschränkt werden sollten.

Impfskeptiker Kennedy drängt auf Änderungen

Der Impfskeptiker Kennedy drängt seit seinem Amtsantritt in Trumps zweiter Amtszeit auf Änderungen in der Impfpolitik. Die zuständige Behörde CDC und damit auch ihr Expertengremium ACIP unterstehen seinem Ministerium. Im Juni 2025 entließ Kennedy alle 17 Mitglieder des Gremiums und verwies auf mögliche Interessenkonflikte mit der Pharmaindustrie. Anschließend wurden 13 neue Mitglieder berufen, die die Empfehlungen im Sinne Kennedys herausgaben.

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Richter Murphy beanstandete in seiner Entscheidung, von den 15 Kommissionsmitgliedern verfügten "selbst bei wohlwollendster Betrachtung" derzeit nur sechs "über nennenswerte Erfahrung mit Impfstoffen", dem "eigentlichen Schwerpunkt" der Kommission.

Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy hat vielfach Zweifel an Impfungen gestreut und Verschwörungstheorien verbreitet. Unter anderem hat er die wissenschaftlich widerlegte These vertreten, Impfungen könnten Autismus auslösen.

Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichtete das ZDF in dem Beitrag "USA: Gericht stoppt Kennedys Impf-Kurswechsel" am 17.03.2026.

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