Mann war wohl nicht Zielperson:Weiterer Toter bei ICE-Einsatz - offenbar Verwechslung
Zum zweiten Mal binnen einer Woche wird ein Mensch bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen. Und es scheint, als hätten die Beamten den falschen Mann getötet.
In den USA ist innerhalb von nur einer Woche ein zweiter lateinamerikanischer Migrant von ICE-Beamten erschossen worden. Er wurde offenbar verwechselt.
14.07.2026 | 2:27 minIn den USA ist ein weiterer Mensch bei einem Einsatz der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden. Bei dem Opfer handelt es sich laut Hilfsorganisationen um einen 26-jährigen Kolumbianer.
Bei den Schüssen in der Stadt Biddeford im Bundesstaat Maine im Nordosten des Landes kam es jedoch offenbar zu einer Verwechslung. "Die getötete Person war nicht diejenige, nach der sie suchten", sagte der Senator Angus King dem Sender CNN unter Berufung auf das US-Heimatschutzministerium und bestätigte damit Medienberichte. Es ist bereits der zweite tödliche Vorfall mit ICE-Beamten binnen einer Woche.
Der US-Kongress hat weitere 70 Milliarden Dollar für die Einwanderungsbehörde ICE freigegeben. US-Präsident Trump kann so seine Vorhaben bei der Migrationspolitik fortsetzen.
10.06.2026 | 0:26 minICE-Beamter nach tödlichem Einsatz suspendiert
Der Vorfall hatte sich am Montag ereignet. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Maine sollte bei dem Einsatz ein Bescheid zur Abschiebung durchgesetzt werden. Demnach soll der Verdächtige versucht haben, mit einem Auto in Richtung eines ICE-Beamten zu fliehen. Dieser habe das Feuer eröffnet. Der ICE-Beamte sei suspendiert worden. Die US-Bundespolizei FBI leitete Ermittlungen ein.
Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde bestätigte die tödlichen Schüsse. Der Beamte habe "aus Sorge um die öffentliche Sicherheit" auf das Auto des fliehenden Mannes geschossen.
Der Fahrer des Fahrzeugs wurde getroffen und die Rettungskräfte wurden sofort alarmiert. Er erlag seinen Verletzungen.
Sprecher der US-Migrationsbehörde
Vor wenigen Tagen hatte ein ICE-Beamter in Houston einen mexikanischen Einwanderer erschossen. Der Mann soll laut Behörden mit seinem Auto auf Beamte losgefahren sein.
08.07.2026 | 0:37 minHilfsorganisationen: Toter hatte Aufenthaltserlaubnis
Zwei Hilfsorganisationen, die in Maine für die Rechte Zugewanderter eintreten, identifizierten das Opfer als einen 26-jährigen Kolumbianer, ohne seinen Namen zu nennen. Er habe eine Aufenthaltserlaubnis in den USA gehabt, erklärten sie. Sein Tod dürfe nicht zu einer "Fußnote" in den Statistiken werden, forderte die Vorsitzende der Organisation Presente Main, Crystal Cron.
Senator King hatte zunächst unter Berufung auf das US-Heimatschutzministerium erklärt, gegen den Kolumbianer habe ein Haftbefehl wegen seines Aufenthaltstitels vorgelegen. Im weiteren Verlauf des Tages erklärte jedoch sein Sprecher, der Senator sei in einem zweiten Gespräch mit Heimatschutzminister Markwayne Mullin darüber informiert worden, dass das Opfer nicht der eigentlich Gesuchte gewesen sei.
King forderte eine "vollständige, transparente und offene Untersuchung" des Vorgangs. Er merkte jedoch an, dass die beteiligten Beamten offenbar keine Körperkameras trugen.
Die US-Einwanderungsbehörde ICE geht hart gegen mutmaßlich illegale Einwanderer vor. In New York wächst die Angst – besonders bei Kindern, vor Abschiebung und plötzlichen Zugriffen.
13.02.2026 | 3:34 minEinwohner protestieren gegen ICE
Der Augenzeuge Lucas Scott sagte lokalen Medien, er habe mindestens vier Schüsse gehört, nachdem mehrere ICE-Beamte in Biddeford ein weißes Auto umrundet hätten. In Online-Netzwerken verbreiteten Nutzer Videoaufnahmen, die den Vorfall zeigen sollen. In der 23.000-Einwohner-Stadt Biddeford gingen Dutzende Menschen auf die Straße. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie "ICE raus" und "Mörder".
"Klare Antworten" verlangte der Bürgermeister von Biddeford, Liam LaFountain. Die Kongressabgeordnete Chellie Pingree zeigte sich auf Facebook "zutiefst beunruhigt und wütend" über die Berichte.
Wir werden um ein weiteres Opfer trauern.
Liam LaFountain, Bürgermeister von Biddeford
Auch die Gouverneurin von Maine, die Demokratin Janet Mills, äußerte sich "entsetzt" über den Vorfall. Das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde nannte sie unter Verweis auf die zu diesem Zeitpunkt noch unbestätigten Medienberichte "rücksichtslos" und "planlos".
Verzweifelte Kinder, die sich am T-Shirt des Vaters festklammern: Das diesjährige Weltpressefoto von Carol Guzy zeigt die kompromisslose Migrationspolitik der USA.
23.04.2026 | 1:16 minICE-Beamter erschoss vor wenigen Tagen Einwanderer in Houston
Erst vor wenigen Tagen hatte ein ICE-Beamter im texanischen Houston bei einem Einsatz einen Einwanderer aus Mexiko erschossen. Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums hatte dieser sich den Anweisungen der Beamten widersetzt, mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschließend versucht, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen. Nach Angaben des Ministeriums handelte es sich folglich um Notwehr.
Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. In ähnlichen Fällen hatten zuvor Videoaufnahmen der Einsätze erhebliche Zweifel an den Darstellungen der Behörde aufgeworfen. Im Januar hatten Bundesbeamte die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti erschossen. Das Vorgehen der Beamten hatte für einen landesweiten Aufschrei gesorgt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP war der Zwischenfall in Maine mindestens der neunte Todesfall im Zusammenhang mit Einsätzen von Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde seit Beginn des verschärften Vorgehens der US-Regierung gegen illegale Einwanderung.
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