Elon Musks Chatbot Grok schränkt sexualisierte KI-Bilder ein

Maßnahmen gegen KI-Nacktbilder:Machtprobe gegen Musk: X und Grok beugen sich Druck

Britta Jäger

von Britta Jäger

|

Mit dem KI-Chatbot Grok ließen sich sexualisierte Bilder realer Menschen erstellen. Nach Druck auch aus Großbritannien hat das Unternehmen reagiert. Keir Starmer dürfte aufatmen.

Grok Chatbot Typical

Nach Vorwürfen über gefälschte Nacktbilder will Musks KI-Firma die Funktion in Ländern mit entsprechenden Verboten sperren – besonders wegen des Missbrauchs mit Bildern von Frauen und Kindern.

15.01.2026 | 0:23 min

Den reichsten Menschen der Welt in die Knie zu zwingen, ist nicht leicht. Und so täte Großbritanniens Premierminister gut daran, diesen Sieg gegen Elon Musk innenpolitisch möglichst auszuschlachten: "Ich habe ein Update für Sie", verkündete Keir Starmer gestern bei der wöchentlichen Fragestunde im Parlament. "Ich wurde heute Morgen darüber informiert, dass sich X bewegt und sich nun vollständig an die Gesetze Großbritanniens halten wird."

Technische Einschränkungen für Grok

Später wurde klar, was das konkret heißt: Musks Chatbot Grok, den der Tech-Milliardär in seine Social-Media-Plattform X integriert hatte, wird es Nutzern ab sofort nicht mehr ermöglichen, sexualisierte KI-Bilder von realen Personen zu erstellen. In Regionen wie Großbritannien, wo das illegal ist, wird das Erzeugen solcher Fake-Bilder auch durch Geoblocking verhindert. Musks Firma xAI beugt sich somit der heftigen internationalen Kritik und auch dem Druck aus London.

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, bei der Pressekonferenz zur Herbsttagung der Justizministerinnen und Justizminister in Leipzig.

Bundesjustizministerin Hubig will das Erstellen und Verbreiten sexualisierter KI-Bilder einschränken. Großbritannien ist wegen sexualisierter KI-Bilder bereits gegen X vorgegangen.

14.01.2026 | 1:34 min

Grok: Virtuell entkleidet, real verletzt

Bislang erlaubte Grok den Nutzern der Plattform X, vor allem Frauen auf Fotos mit einem kurzen Befehl und ein paar Klicks "virtuell auszuziehen" und sie in Bikini, Unterwäsche oder aufreizenden, gar pornografischen, Posen zu zeigen und die Bilder automatisch auf X zu veröffentlichen. Über den Jahreswechsel machten Nutzer davon massenhaft Gebrauch - und zwar meist ohne die Zustimmung der Betroffenen. Schlimmer noch: Auch anzügliche Bilder von Kindern wurden auf diese Weise erstellt.

"Wir wissen mittlerweile, was Nutzer mit solchen Tools machen. Man kann sich also nicht mit Naivität herausreden", kritisiert Dan Sexton von der Organisation Internet Watch Foundation, die die Verbreitung von Online-Material mit sexuellem Missbrauch von Kindern verhindern will.

Wenn man so ein Programm kreiert, kennt man die Risiken. Man muss diese Dinge von vornherein unterbinden. Nicht einfach freigeben und abwarten, was passiert.

Dan Sexton, Internet Watch Foundation

Staaten regieren, Musk tobt

Musk ließ seinen Chatbot wissentlich Grenzen überschreiten und sorgte damit für einen internationalen Skandal. Am Wochenende blockten erst Indonesien und Malaysia den Zugang zu Grok. Auch die britische Medienaufsicht leitete eine Untersuchung ein, London drohte ebenfalls mit Sperrung des Programms. Musk warf der Regierung daraufhin faschistisches Vorgehen und die Beschneidung der Meinungsfreiheit vor.

App X auf einem Smartphone

Die britische Medienaufsicht hat Ermittlungen gegen den Kurznachrichtendienst X eingeleitet, weil das US-Unternehmen die Erstellung sexualisierter Bilder durch eine KI zugelassen haben könnte.

14.01.2026 | 2:29 min

Elon Musk sei ein Verfechter maximaler Redefreiheit, sagt der britische Technologie-Experte Chris Stokel-Walker. "Er ist der Meinung, dass Menschen tatsächlich dazu berechtigt sein und in die Lage versetzt werden sollten, zu beleidigen, wenn sie das wollten." Er denke, Gesetze würden Menschen zu sehr einschränken.

xAI führt technische Schranken bei Chatbot ein

Und doch zog Musks Firma xAI nun technische Schranken für anzügliche KI-Bilder bei ihrem Chatbot ein. In 10 Downing Street dürfte man erleichtert sein: Keir Starmer wollte Zähne zeigen - mit einem Verbot von Grok in Großbritannien hätte sich der Premier aber auf politisches Glatteis begeben, meint Stokel-Walker.

Donald Trump hält schützend seine Hand über Elon Musk. Staatschefs überlegen sich also genau, ob sie sich mit ihm anlegen.

Chris Stokel-Walker, britischer Technologie-Experte

Auch für Starmer habe die Gefahr bestanden, "dass jede Maßnahme gegen Musk die Beziehung zu Trump beschädigt".

Diese politische Kuh scheint jetzt vom Eis. Doch ein großer Schaden bleibt - für tausende Betroffene, deren Fotos mit Hilfe von Grok bereits manipuliert und sexualisiert wurden. Diese Bilder sind und bleiben wohl im Internet.

Britta Jäger berichtet aus dem ZDF-Studio in London.

Doku | Die Spur
:Deepfake-Pornos

Es passiert in den Tiefen des Internets, mit ein paar Klicks, Apps und Künstlicher Intelligenz: Frauen werden zu unfreiwilligen Darstellerinnen in Pornos.
Eine Frau hält ein Handy in die Kamera, auf dem ein Fake-Nacktbild von ihr zu sehen ist. Im Hintergrund sieht man eine verpixelte Deepfake Pornoseiten.
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 15.01.2025 um 08:00 Uhr in dem Beitrag "xAI schränkt Nacktbild-Funktion von Grok ein".

Mehr zu Grok

  1. Auf einem Smartphone wurde der Chatbot Grok von Tech-Milliardär Elon Musk aufgerufen.
    Analyse

    Bikini-Bilder bei Musk-Plattform Grok:Wie das Justizministerium gegen KI-Fakes vorgehen will

    von Jan Henrich
    mit Video1:34

  2. Bildschirme mit dem Logo von Grok, einem Chatbot mit generativer künstlicher Intelligenz von xAI

    Rechtsextreme Entgleisungen:Chatbot Grok: Musk-Firma entschuldigt sich

    mit Video2:32

  3. Elon Musk im Weißen Haus
    Interview

    Lobo über Grok-Entgleisungen:Wie Musks KI-Chatbot für Kontroversen sorgt

    mit Video4:27

  4. musk, elon - vor dem tesla cybertruck 2019

    Musk: "Spätestens nächste Woche":Teslas bekommen KI-Chatbot Grok - trotz Eklat