Sipri-Institut:Friedensforscher warnen vor neuem atomaren Wettrüsten
Laut einem neuen Sipri-Bericht haben alle neun Atommächte ihre Arsenale im vergangenen Jahr weiterentwickelt. Die Friedensforscher warnen vor einer Dynamik des Wettrüstens.
Nach Schätzungen der Friedensforscher verfügten die neun Atomwaffen-Mächte im Januar 2026 über 12.187 Atomsprengköpfe.
Quelle: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpaVor dem Hintergrund globaler Spannungen haben die neun Atommächte ihre Arsenale nach Einschätzung von Friedensforschern im vergangenen Jahr modernisiert und weiterentwickelt. Das zeigt ein neuer Bericht des Stockholmer Sipri-Instituts.
Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass die Atomwaffenstaaten ihre Abrüstungsverpflichtungen vernachlässigen oder sogar ganz aufgeben und stattdessen ihre nukleare Stärke zur Schau stellen.
Hans Kristensen, Sipri-Institut
"Indem sie nach nuklearen Lösungen greifen, schaffen Staaten neue Risiken und schüren die Dynamik des Wettrüstens", so Kristensen weiter. Laut dem aktuellen Bericht der Friedensforscher nutzen die Atommächte ihre Arsenale stärker zur Abschreckung.
Laut aktuellem Sipri‑Bericht erreichen die globalen Rüstungsausgaben 2025 einen Rekordwert von rund 2,89 Billionen US‑Dollar. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet.
27.04.2026 | 1:18 minAtombomben: Russland und USA rüsteten einst ab
Moskau etwa hat im Angriffskrieg in der Ukraine auf sein Atompotenzial angespielt, um westliche Länder von der Unterstützung für die Ukraine abzuhalten.
Zudem ist der Rüstungskontrollvertrag New Start zwischen Russland und den USA im Februar ausgelaufen, ohne dass ein Nachfolgeabkommen zustande kam. Russland und die USA verfügen nach Sipri-Schätzungen zusammen über rund 83 Prozent aller gelagerten Nuklearsprengköpfe.
Nach dem Ende des Kalten Krieges hatten die beiden Länder ausgemusterte Sprengköpfe zunächst nach und nach abgebaut. Der weltweite Bestand der Atomwaffen war dadurch schrittweise gesunken.
Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren umkehren, da sich das Tempo der Abrüstung verlangsamt, während die Stationierung neuer Atomwaffen zunimmt.
Sipri-Institut im Bericht
Die Zahl der UN-Blauhelme war 2025 laut einem Bericht des Stockholmer Sipri-Instituts auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Gründe dafür seien mangelnde Finanzierung und politische Blockaden.
25.05.2026 | 0:23 minAtommächte verfügen über 12.187 Sprengköpfe
Nach Schätzungen der Friedensforscher verfügten die neun Atomwaffen-Mächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel im Januar 2026 über 12.187 Atomsprengköpfe. Etwa 9.745 davon befanden sich den Forschern zufolge in militärischen Beständen für den potenziellen Einsatz.
Mehr als im Vorjahr - schätzungsweise 4.012 Stück - waren den Angaben zufolge auf Raketen und Flugzeugen platziert. Zwischen 2.100 und 2.200 wurden demnach auf ballistischen Raketen in höchster Einsatzbereitschaft gehalten - fast alle davon befanden sich im Besitz von Russland oder den USA und in geringerem Maße von Großbritannien und Frankreich. In der EU ist Frankreich inzwischen die einzige Atommacht.
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