Paris bestellt US-Botschafter wegen Äußerung zu Tod in Lyon ein

USA warnten vor linker Gewalt:Tod von rechtem Aktivist: Paris bestellt US-Botschafter ein

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Nach dem gewaltsamen Tod eines ultrarechten Aktivisten in Lyon warnte die US-Regierung vor wachsendem Linksextremismus in Frankreich. Die französische Regierung reagiert irritiert.

Ein Plakat mit einer Illustration von Quentin Debranque liegt bei einer Gedenkveranstaltung in Nantes auf einer Treppe.

Nach einem gewaltsamen Zusammenstoß zwischen radikalen Linken und Rechten in Lyon ist der rechte Aktivist Quentin Deranque gestorben. In Frankreich tobt nun eine Debatte über politische Gewalt.

19.02.2026 | 2:04 min

Nach Äußerungen der US-Regierung zum mutmaßlichen Mord an einem rechten Aktivisten in Frankreich bestellt der französische Außenminister Jean-Noël Barrot den US-Botschafter Charles Kushner ein. Barrot sagte am Sonntag gegenüber französischen Medien:

Wir weisen jede Instrumentalisierung dieses Dramas (...) zu politischen Zwecken zurück.

Jean-Noël Barrot, Frankreichs Außenminister

Barrot betonte zudem, man brauche keine Belehrung von der "reaktionären Internationalen", insbesondere in Sachen Gewalt. Die Analysen des politischen Lebens und der Rolle der Gewalt führe man selbst mit genügend Nachdruck durch.

Festnahmen nach Angriff in Lyon

Der 23-jährige Aktivist Quentin Deranque, der laut französischen Medien mehreren rechtsextremen Gruppierungen angehörte, war Mitte des Monats in Lyon am Rande einer rechten Kundgebung angegriffen und tödlich verletzt worden. Frankreichs Behörden ermitteln derzeit, ob und inwieweit linksextreme Gruppen daran beteiligt waren. Unter den festgenommenen Verdächtigen sind mehrere Männer, die der radikalen Linken angehören sollen.

Der Fall hat landesweit für Bestürzung gesorgt und Diskussionen über politische Gewalt ausgelöst. Am Samstag gab es Gedenkmärsche in Lyon. Gegen sieben Personen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Unter ihnen ist ein ehemaliger Mitarbeiter eines Abgeordneten der linksgerichteten Partei LFI. Die Partei hat die Tötung verurteilt.

Demonstranten versammeln sich während einer Kundgebung in Metz am 16. Februar 2026, um Gerechtigkeit zu fordern und gegen die tödliche Prügelattacke auf den 23-jährigen Rechtsextremisten Quentin in Lyon zu protestieren.

Ein 23-Jähriger wurde am vergangenen Donnerstag von einer Gruppe Maskierter totgeprügelt. Einer der neun Tatverdächtigen soll bei einem Abgeordneten der französischen Linkspartei arbeiten.

18.02.2026 | 0:27 min

USA sehen wachsenden Linksextremismus in Frankreich

Das US-Außenministerium hatte nach dem Tod des Mannes erklärt, gewaltbereiter Linksextremismus nehme in Frankreich zu und stelle eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" dar. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die US-Botschaft in Frankreich verbreitete diese Erklärung weiter.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist bekannt dafür, Gewalttaten aus dem linksextremen Spektrum hervorzuheben - und sie als größeres Problem als rechtsextrem motivierte Gewalt darzustellen.

Macron verärgert über Kommentare von Meloni

Vor wenigen Tagen hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bereits verärgert darauf reagiert, dass Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Tod des französischen Aktivisten als "eine Wunde für ganz Europa" bezeichnete und von ideologischem Hass überwältigte Linksextremisten dafür verantwortlich machte.

Die Nationalisten, die bei sich ungestört bleiben wollten, seien immer die Ersten, die kommentierten, was woanders passiere, sagte Macron. "Bleibt alle zu Hause, dann sind die Schafe gut gehütet."

Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 18.02.2026 im Beitrag "Festnahmen nach Tod eines rechten Aktivisten" um 11:38 Uhr und am 19.02.2026 im Beitrag "Tod eines rechten Aktivisten löst Debatte aus" um 12:40 Uhr.

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