Frankreich streitet über den Tod eines rechten Aktivisten

Neun Festnahmen nach Protesten in Lyon:Frankreich streitet über den Tod eines rechten Aktivisten

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In Frankreich gibt es politischen Streit über den Tod eines rechten Aktivisten. Der Student war bei einer Demo gegen die Linke getötet worden. Diese erhielt nun eine Bombendrohung.

Demonstranten versammeln sich während einer Kundgebung in Metz am 16. Februar 2026, um Gerechtigkeit zu fordern und gegen die tödliche Prügelattacke auf den 23-jährigen Rechtsextremisten Quentin in Lyon zu protestieren.

Ein 23-Jähriger wurde am vergangenen Donnerstag von einer Gruppe Maskierter totgeprügelt. Einer der neun Tatverdächtigen soll bei einem Abgeordneten der französischen Linkspartei arbeiten.

18.02.2026 | 0:27 min

Nach dem gewaltsamen Tod eines rechten Aktivisten am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der französischen Linkspartei in Lyon sind elf Verdächtige festgenommen worden. Unter den Festgenommenen ist ein parlamentarischer Assistent eines Abgeordneten der linken Partei La France Insoumise (LFI), wie Staatsanwalt Thierry Dran Medienberichten zufolge mitteilte. Der LFI-Abgeordnete Raphael Arnault bestätigte auf der Plattform X, dass sein Mitarbeiter die parlamentarische Arbeit niedergelegt habe. Es sei nun Aufgabe der Ermittler, die Verantwortlichkeiten zu klären.

Student stirbt an schweren Kopfverletzungen

Der 23 Jahre alte Aktivist hatte sich am Donnerstag vergangener Woche zum Schutz einer Gegenkundgebung von mehreren Frauen aus der rechten Szene bereitgehalten, als er und zwei Begleiter von rund 20 Maskierten angegriffen wurden. Sechs Männer verprügelten ihn mit roher Gewalt. Am Samstag starb der Student schließlich an seinen schweren Kopfverletzungen.

Menschen mit einer französischen Flagge und der Aufschrift „Gerechtigkeit für Quentin“ nehmen an einer Kundgebung zum Gedenken an den in Lyon getöteten 23-jährigen Studenten Quentin teil

Gedenkkundgebung für den in Lyon getöteten Studenten.

Quelle: epa

Seitdem gibt es in Frankreich - einen Monat vor Beginn der Kommunalwahlen - massive politische Spannungen. Konservative und rechte Politiker in Paris mutmaßen, dass ein linksradikaler Schlägertrupp den Aktivisten am Rande der rechten Kundgebung gegen den Auftritt der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan erschlagen habe und weisen der Linkspartei eine Mitverantwortung zu.

Bombendrohung gegen Linken-Zentrale

Am Mittag meldete die Linkspartei zudem eine Bombendrohung gegen ihre Zentrale in Paris. "Der nationale Sitz der Partei "La France Insoumise" wurde aufgrund einer Bombendrohung evakuiert", teilte der Koordinator der Linkspartei (LFI), Manuel Bompard, mit. Die Polizei sei vor Ort und alle Mitarbeiter und Aktivisten seien in Sicherheit. Beamte rückten mit Hunden an, um der Bombendrohung nachzugehen.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, nach Vernehmung von Zeugen der Tat und der Auswertung von Videos sei es gelungen, einige Verdächtige zu identifizieren. Weitere Angaben zu den Festgenommenen machte Dran nicht.

Der an der Spitze des regierenden Mitte-Rechts-Bündnisses stehende Premierminister Sébastien Lecornu, ein besonders enger Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron, schrieb auf der Plattform X: Ohne den Ausgang der Ermittlungen vorwegzunehmen oder die Unschuldsvermutung zu ignorieren, sei La France Insoumise nun in der Pflicht: "In ihren Reihen muss aufgeräumt werden. Und zwar schnell."

Sébastien Lecornu auf X

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LFI-Anführer Jean-Luc Mélenchon antwortete auf X, seine Partei akzeptiere keine Belehrungen von Lecornu. "Er ist sich nicht bewusst, was er sagt." Mélenchon verwies in dem Kurznachrichtenendienst zudem wiederholt auf die Toten aus den Reihen der Linken, die durch rechte Übergriffe gestorben seien.

Quelle: dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Festnahme nach Tod eines rechten Aktivisten" am 18.02.2026 um 11:38 Uhr.

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