Uneinigkeit in EU: Gründung von Verteidigungsinitiative abgesagt

Uneinigkeit in der EU :Gründung von Expertengruppe zur Verteidigung abgesagt

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Eigentlich sollte sich in Brüssel heute eine Expertengruppe zur Stärkung der europäischen Verteidigung gründen. Das ist nun abgeblasen - auch wegen Widerstands aus Deutschland.

Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, spricht während einer Tagung des Rates „Auswärtige Angelegenheiten“ in Brüssel, Belgien, am 13.07.2026 vor den Medien.

Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, spricht vor den Medien. (Archivbild)

Quelle: Olivier Matthys / epa

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat wegen des Widerstands von Regierungsvertretern kurzfristig die eigentlich für heute geplante Gründung einer Expertengruppe zur Stärkung der europäischen Verteidigungspolitik abgesagt. So erklärte ein EU-Beamter in Brüssel:

Einige Mitgliedstaaten waren der Auffassung, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht der richtige Weg wäre.

EU-Beamter

Nach Gesprächen mit Ministern habe man beschlossen, die Initiative nicht weiterzuverfolgen.

Vorschläge zur Schließung von Verteidigungslücken

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten sich zuvor unter anderem die deutsche und die italienische Regierung gegen die Expertengruppe positioniert. Diese sollte eigentlich unter der Schirmherrschaft von Kallas Vorschläge erarbeiten, wie Lücken bei Europas konventionellen militärischen Fähigkeiten schneller und wirksamer geschlossen werden können, und dazu einen Bericht mit konkreten Empfehlungen vorlegen.

Menschen gehen über ein Feld, während an der Einschlagstelle eines russischen Angriffs nahe Kiew (Ukraine) am 31. August 2026 Rauch aufsteigt – inmitten der russischen Invasion.

Die EU-Verteidigungsminister haben in Irland über die militärische Unterstützung der Ukraine beraten. Dabei steht vor allem die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung im Mittelpunkt.

01.09.2026 | 0:25 min

Als Mitglieder waren führende politische und militärische Vertreter mehrerer EU-Staaten sowie Großbritanniens und der Ukraine vorgesehen. Sie sollten eigentlich an diesem Montagvormittag vorgestellt werden.

Zoff um Zuständigkeiten

Zu den genauen Gründen für die deutsche Ablehnung der Expertengruppe gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Als ein möglicher Grund gilt, dass die Bundesregierung Kallas zuletzt eher kritisch gegenüberstand und bei verteidigungspolitischen Fragen auf die Planungsprozesse in der Nato setzen will. So wirbt Berlin derzeit auch dafür, große Teile des von Kallas geführten Auswärtigen Dienstes mit der EU-Kommission zu verschmelzen.

Aus dem Auswärtigen Dienst hieß es unterdessen, man wolle bei dem Thema Verteidigung nicht lockerlassen, und es sollten nun neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit EU-Staaten geprüft werden.

An der Diagnose hat sich nichts geändert: Europa muss bei der Verteidigung schneller vorankommen.

EU-Beamter

"Wir möchten nicht in einigen Jahren zurückblicken und feststellen, dass Europa so sehr darauf konzentriert war, wo es 2035 stehen muss, dass es versäumt hat, das zu tun, was 2027 notwendig gewesen wäre."

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete die heute xpress am 07.09.2026 ab 9 Uhr.

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