Iran-Krieg und Kerosinmangel: EU-Gipfel in Zypern

Informelles Treffen:Worüber die EU-Staaten in Zypern beraten

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Die EU-Staaten ringen bei einem Gipfel in Zypern um einen gemeinsamen Kurs im Iran-Krieg. Die Bundesregierung brachte zuvor Sanktionslockerungen für Teheran ins Gespräch.

Teilnehmer des EU-Gipfels in Zypern posieren für das Gruppenfoto.

Zypern ist rund 250 Kilometer vom Libanon entfernt - ein Gipfel in einem Frontstaat.

23.04.2026 | 2:54 min

Die EU-Staaten ringen um den richtigen Kurs im Umgang mit dem Iran-Krieg und den stark gestiegenen Energiepreisen. Bei einem informellen Gipfeltreffen in Zypern berieten die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag bei einem Abendessen über mögliche Schritte zur Beruhigung der Lage.

Die Bundesregierung hatte zuvor mitgeteilt, sie sei bereit, mit ihren Partnern schrittweise Sanktionen gegen Iran zu lockern, wenn es zu einer umfassenden Übereinkunft zur Wiederfreigabe der Straße von Hormus kommen sollte.

Von der Leyen: Es war ein gutes Treffen

Dass Gas- und Öltanker derzeit wegen iranischer Gewaltandrohungen nicht ungehindert durch die Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel fahren können, ist einer der zentralen Gründe dafür, dass die Energiepreise weltweit stark gestiegen sind.

Über den genauen Verlauf der EU-Beratungen im Küstenort Agia Napa wurde zunächst nichts bekannt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte im Anschluss lediglich allgemein, es sei ein gutes Treffen gewesen.

Schaltgespräch mit Wulf Schmiese

Die EU sehe bei sich weder die politische noch die militärische Stärke, um irgendwie Einfluss im Iran-Krieg zu nehmen, so ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese vom EU-Gipfel auf Zypern.

23.04.2026 | 3:04 min

Gespräche sollen Freitag weitergehen

Eine Lockerung von Sanktionen würde einem großen Zugeständnis gleichkommen, vor allem, da die EU ihre Strafmaßnahmen gegen Iran nach der brutalen Niederschlagung von Protesten Anfang des Jahres noch einmal verschärft hatte.

Dabei waren Schätzungen zufolge mehr als 17.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Iran allerdings die Straße von Hormus noch nicht blockiert. Dieser Schritt erfolgte erst, nachdem die USA und Israel Ende Februar damit begonnen hatten, Ziele in Iran anzugreifen.

Die Gespräche zum Iran-Konflikt sollen an diesem Freitagmittag in der Hauptstadt Nikosia mit Vertretern aus der Region fortgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem die Präsidenten von Ägypten, Libanon und Syrien sowie Jordaniens Kronprinz.

SGS-Schäfers-Hayali

Die Europäer hätten keinen Hebel, um unmittelbar zur Entspannung in Iran beizutragen, so Korrespondentin Schaefers. Es bliebe nicht mehr, als an alle Beteiligten zu appellieren.

21.04.2026 | 1:52 min

Belgischer Premier: EU-Kommission "tut, was sie kann"

Bereits am Donnerstag ging es bei dem Gipfel auch um mögliche Maßnahmen, um die Energiekosten für Europas Verbraucher und Unternehmen zu senken, wie von der Leyen nach Ende der Beratungen in der Nacht bestätigte. Ihre Behörde hatte zuvor unter anderem vorgeschlagen, die Kraftstoffversorgung stärker zu koordinieren, um Flugausfälle zu vermeiden.

Der belgische Premierminister Bart De Wever sagte auf die Frage, ob die Europäische Kommission genug tue, um die Menschen vor hohen Energiepreisen zu schützen: "Sie tut, was sie kann - das ist vielleicht nicht genug, aber es ist das, was sie tun kann."

Ein Polizeibeamter geht vor einem Medienzentrum an einer Plakatwand zu den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran vorbei.

In Pakistans Hauptstadt Islamabad ist alles für weitere Verhandlungen vorbereitet. Allerdings lassen beide Seiten offen, ob es zu neuen Verhandlungen kommt.

20.04.2026 | 1:28 min

Treffen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Das Treffen in Zypern findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt, Polizei und Militär sind in höchster Alarmbereitschaft, Straßen sind gesperrt, der Einsatz von Drohnen ist inselweit verboten.

Nachdem im März eine iranische Drohne auf einem britischen Stützpunkt in Zypern eingeschlagen war, befinden sich auf der Insel und um sie herum zudem starke Einheiten aus Frankreich, Griechenland und anderen EU-Staaten.

Auf dem Flughafen von Paphos im Westen der Insel sind seitdem etwa vier griechische F-16-Jets stationiert. Im März waren mehrere EU-Ministertreffen wegen der Vorfälle abgesagt worden.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten im ZDF mehrere Sendungen, unter anderem das heute journal update am 24.04.2026 um 00:40 Uhr.
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