Schah-Sohn bei "maybrit illner":Pahlavi: Kein Deal mit dem Mullah-Regime
von Torben Schröder
Der iranische Oppositionspolitiker Pahlavi fordert den Westen auf, gegen das Mullah-Regime unerbittlich zu bleiben. Innenpolitisch werfen die Folgen der Krise Grundsatzfragen auf.
Sehen Sie hier die Sendung maybrit illner vom 23. April 2026.
23.04.2026 | 65:21 minDer Westen müsse mehr Entschlossenheit und Mut gegenüber dem iranischen Regime zeigen - nicht weniger forderte der Schah-Sohn Reza Pahlavi bei "maybrit illner". Ein Deal könne nicht der Weg sein, so der Oppositionspolitiker im Exil.
Das Regime in Iran sei durch den Militärschlag der USA und Israels hart getroffen und aus dem Gleichgewicht gebracht worden. "Tatsächlich sind die Menschen entschlossener als je zuvor, weiterzukämpfen, bis wir dieses Regime überwunden haben", sagte Pahlavi. Es gebe keinen Weg zurück.
Jeder einzelne Bürger muss gleichberechtigt geschützt sein. Das ist die Zukunft, auf die wir hoffen, in einem säkularen, demokratischen Iran.
Reza Pahlavi, iranischer Oppositionspolitiker im Exil
Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs, ist in Berlin. Er könnte eine Schlüsselfigur werden, wenn es darum geht, das Regime dort zu stürzen. Unumstritten ist er jedoch nicht, wie sein Besuch zeigt.
23.04.2026 | 2:00 minHormus: Minen-Räumung könnte Monate dauern
Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Nahost-Krise schürte Thorsten Frei (CDU) nicht. Bei einer Räumung der Minen in der Straße von Hormus müsse man, so die Einschätzung des Kanzleramtschefs, von sechs Monaten, vielleicht auch länger, ausgehen.
Die beschlossenen Maßnahmen temporär zu begrenzen, sei richtig gewesen, so Frei. "Aber selbstverständlich muss man immer auf den weiteren Fortgang reagieren."
Es ist also mit weiteren und verlängerten Maßnahmen zu rechnen. Die Krise trifft in Deutschland, wie Frei einordnete, auf ein Land, das seit sechs, sieben Jahren kein Wirtschaftswachstum mehr, dafür aber in vielen strukturellen Fragen dringenden Reformbedarf habe. "Man setzt das Geld am besten dort ein, wo man strukturelle und auch nachhaltige Verbesserungen erzielen kann", sagte Frei.
Ein Treffen mit der Bundesregierung gab es nicht. Darüber zeigt sich Pahlavi enttäuscht. Man dürfe sich von dem iranischen Regime keine Bedingungen diktieren lassen.
23.04.2026 | 3:10 minIran-Krieg löst "fundamentale Krise" aus
"Es ist nicht nur eine Energiekrise", sagte der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak, "es ist eine fundamentale Krise unserer internationalen Ordnung und auch der transatlantischen Partnerschaft." Der Krieg in Iran sei einerseits ein klarer Völkerrechtsbruch und enttäusche andererseits nun die Hoffnungen der Iraner auf Freiheit.
Die Dimensionen dieser Krise könne man sich noch gar nicht vorstellen, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin Isabella M. Weber, die auch die Formulierung der "größten Energiekrise der Menschheit" in den Mund nahm. Das iranische Regime sei bereit, diesen Krieg bis zum Ende durchzuziehen.
"Rein finanziell und militärisch können die USA diesen Krieg ziemlich lange durchstehen", sagte Weber. Die politische Seite sei eine andere.
Die Waffenruhe im Iran-Krieg ist verlängert, doch die Energiekrise geht weiter. Die EU-Kommission stellt ein Strategiepapier zum Weg aus der Krise und zur Entlastung der Länder vor.
22.04.2026 | 3:33 minDie Krise für Reformen nutzen
"Man sollte eine gute Krise niemals ungenutzt vorübergehen lassen", sagte VWL-Professor Moritz Schularick. Doch die aktuelle Lage werde nicht genutzt, um das Land in die richtige Richtung zu lenken. Eine Politik, diejenigen zu belohnen, die am meisten Auto fahren, sei nicht zielgerichtet.
Es gelte, denen in der Bevölkerung, die es nötig haben, unter die Arme zu greifen. "Die, die es können, müssen ihr Verhalten entsprechend ändern", sagte Schularick, "oder sie müssen den Preis dafür zahlen."
Höchstpreise bei Kerosin und Sprit durch die Blockade des Seewegs zeigen Europas Energieabhängigkeit. Auch nach Freigabe der Meerenge könnten die Kosten hoch bleiben, Raffinerien sind beschädigt.
08.04.2026 | 2:05 minDie Bundesregierung kann nicht die Risiken der Weltwirtschaft für alle abfedern.
Helene Bubrowski, designierte FAZ-Herausgeberin
Das sei nicht ihre Aufgabe und auch nicht die Idee der Marktwirtschaft, sagte die Journalistin und designierte FAZ-Herausgeberin Helene Bubrowski ("Table.Briefings"). Aktuell wecke die Regierung Erwartungen, die sie auf Dauer nicht erfüllen könne. Es habe sich Aktionismus in die Regierungsarbeit eingeschlichen.
Banaszak: Deutschlandticket zeitweise günstiger machen
"Die Antwort kann auf gar keinen Fall sein, jetzt noch mehr Geld aufzunehmen." Es brauche vielmehr strukturelle Reformen, zielgenaue Abfederungen und die klare Aussage an die Bürger: "Wir können euch nicht alles ersparen."
Einen denkbaren Mangel an Flugbenzin relativierte Frei: "Wir haben in Deutschland elf Raffinerien. Da könne man natürlich auch Kerosin machen, wenn man das entsprechende Rohmaterial zur Verfügung hat." Banaszak regte an, das Deutschlandticket zeitweilig wieder deutlich günstiger zu machen. Wer weiß schließlich, wie lange die aktuelle Lage noch anhält.
Mehr zum Iran-Krieg
Dramatischer Appell in Berlin:Schah-Sohn Pahlavi warnt vor Verhandlungen mit "Schlächtern"
von Daniel Pontzenmit Video3:10Staats- und Regierungschefs in Zypern:EU-Gipfeltreffen von Iran-Krieg überschattet
mit Video1:44- Analyse
Steigende Nachfrage:Wie der Iran-Krieg den Solarboom befeuert
mit Video3:52