Uganda schließt Grenze zur Eindämmung:Kongo: Regierung meldet mehr als 1.000 Ebola-Verdachtsfälle
In der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle. Uganda hat zur Eindämmung der Epidemie seine Grenze zu dem Nachbarland vorübergehend geschlossen.
Uganda hat mittlerweile seine Grenze zum Kongo geschlossen.
27.05.2026 | 1:41 minNach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigen die Fallzahlen weiter an. Angaben der kongolesischen Regierung zufolge wurden seit Beginn des Ausbruchs 1.077 Verdachtsfälle gemeldet, 246 Erkrankte seien gestorben.
Im Labor bestätigt wurden demnach 121 Infektionen, darunter 17 mit tödlichem Verlauf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch in der Provinz Ituri an der Grenze zu Uganda und dem Südsudan wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle Fälle gemeldet werden.
Uganda schließt Grenze zur Demokratischen Republik Kongo
Im Nachbarland Uganda sind bislang sieben weitere bestätigte Fälle bekannt, die mit dem Ausbruch im Ostkongo in Zusammenhang stehen. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht.
"Das Problem ist, dass wir keine Behandlungsmöglichkeit haben", denn das Virus selber könne man nicht bekämpfen, sagt Christian Katzer, Geschäftsführer Ärzte ohne Grenzen, zum Ebola-Ausbruch im Kongo.
26.05.2026 | 5:47 minDie ugandischen Behörden schlossen vorübergehend die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Ausnahmen gelten nur für professionelle Ebola-Hilfsteams, humanitäre Missionen und Lebensmittel- und Güterlieferung, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Alle Rückkehrer aus dem Kongo müssten sich für 21 Tage selbstständig unter Aufsicht der örtlichen Gesundheitsbehörden isolieren.
Das Zentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt.
Quelle: ZDFEbola-Patient in Berlin laut Charité stabil
Der mit Ebola infizierte US-Bürger, der seit vergangener Woche auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt wird, ist unterdessen auf dem Weg der Besserung. Er habe eine kombinierte antivirale Therapie bekommen, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie, Leif Erik Sander, in Berlin. Diese habe offenbar gut angeschlagen, so dass die Viruskonzentration rasch abgefallen und die Laborwerte des Patienten wieder "fast normal" seien. Wann er entlassen wird, sagte Sander nicht.
Der an Ebola erkrankte US-Bürger, der als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitete und sich dort mit dem gefährlichen Virus infizierte, wurde vergangene Woche auf Bitten der USA in der Charité aufgenommen. Einen Tag später folgten seine Frau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten.
In der Demokratischen Republik Kongo gibt es einen Ebola-Ausbruch. Die gefährliche Virusinfektion löst hohes Fieber und Blutungen aus. Fakten und Daten zu bisherigen Ausbrüchen.
21.05.2026 | 1:00 minWarken appelliert an gemeinsame Bekämpfung
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) informierte sich bei einem Besuch an dem Universitätsklinikum über den Zustand des US-Amerikaners. Auf die Frage, ob weitere Patienten nach Deutschland kommen sollen, antwortete sie: "Wir haben momentan keine weiteren Anfragen." Zudem betonte sie die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit.
Kein Land kann alleine solche Ausbrüche bekämpfen, kontrollieren, sie früh erkennen.
Nina Warken, Gesundheitsministerin
Es brauche Zusammenarbeit, gemeinsame Forschung, gemeinsame Entwicklung von Medikamenten, von Therapien, so Warken.
Nach der Corona-Pandemie seien viele Menschen verunsichert. Doch das Ebola-Risiko für Deutschland und Europa werde als sehr gering eingeschätzt, so Infektiologin Prof. Marylyn Addo.
22.05.2026 | 5:11 minSeltener Bundibugyo-Typ des Ebolavirus
Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten Ausbruch von 2018 bis 2020 in den auch jetzt betroffenen Provinzen im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen.
Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, gegen den es weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig.
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