Verhandlungen über Straße von Hormus:Trump: Iran-Diplomatie "wie eine Schachpartie"
Donald Trump hat die Iran-Verhandlungen mit einer Schachpartie verglichen. Trotz neuer Forderungen aus Teheran zeigt sich der US-Präsident betont gelassen: "Es wird sich regeln."
Mit Blick auf die Verhandlungen mit Iran demonstriert Donald Trump Gelassenheit und setzt nun auf Deeskalation.
Quelle: APObwohl Iran neue Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus stellt, gibt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ gelassen. "Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit", sagte er dem Nachrichtenportal "Axios".
Wir verhandeln nur halbherzig mit ihnen.
Donald Trump, US-Präsident
Er verwies auf wirtschaftliche Probleme Irans und eine enorme Inflation - und ergänzte mit Blick auf das Hin und Her bei den diplomatischen Bemühungen:
Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie.
Donald Trump, US-Präsident
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai konterte Trumps Schach-Vergleich und sagte laut iranischen Medien während einer Pressekonferenz in Teheran: Ob nun eher unauffällig oder im Rampenlicht - die Iraner hätten bewiesen, dass sie professionelle Schachspieler seien.
Iran fordert einen Rückzug aller US-Truppen aus der Region. Andernfalls werde die Blockade der Straße von Hormus fortgesetzt. ZDF-Korrespondentin Christiane Hoffmann berichtet.
09.08.2026 | 1:11 minUS-Beamte: Trump setzt auf Deeskalation
"Axios" zitierte US-Beamte mit der Aussage, dass Trump vorerst auf Deeskalation setze. Vorige Woche hatte er die nach seinen Angaben bislang heftigste Welle von Angriffen auf Iran abgesagt. Iran hatte am Samstag Hoffnungen auf eine schnelle Wiedereröffnung der Meerenge für den Schiffsverkehr gedämpft.
Die Führung in Teheran forderte von den USA erhebliche Vorleistungen vor einer Freigabe der für den internationalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus. Der Nationale Sicherheitsrat knüpfte den Schritt an zahlreiche Bedingungen - darunter die Aufhebung der US-Seeblockade, den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region, die vollständige Aufhebung aller Sanktionen gegen Iran und eine bedingungslose Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte.
Bei den treuesten Trump-Unterstützern scheint der Glaube an Trump und seine Friedensversprechen zu bröckeln, so USA-Experte Müller-Kaler. Kritisch könne das bei den Midterms im November werden.
28.07.2026 | 15:45 minStockende Verhandlungen über Straße von Hormus
Zwar hatten sowohl Iran als auch die USA zuletzt von einer absehbaren Einigung zur Wiederaufnahme des freien Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus gesprochen. Allerdings gab es seit Kriegsbeginn schon etliche Kehrtwenden.
Iran verhandelt nach eigenen Angaben direkt mit dem anderen - auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge liegenden - Anrainerstaat Oman darüber, wie Schiffspassagen durch die blockierte Straße von Hormus geregelt werden sollen. Beide Staaten hatten erklärt, eine Einigung sei nahe. US-Präsident Trump hatte in der Vergangenheit gesagt, seine Regierung sei an den Verhandlungen beteiligt, was Teheran bestritt.
In Zeiten des Iran-Kriegs entsteht ein neues Bündnis in Nahost: Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben einen Verteidigungspakt geschlossen. Was dahinter steckt, analysiert ZDFheute live.
07.08.2026 | 17:01 minIran-Experte: Wirtschaftlicher Druck allein reicht nicht
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz erklärte auf der Plattform X mit Blick auf den "Axios"-Bericht, dass die wirtschaftliche Lage Irans zwar zweifellos nicht gut sei.
Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass wirtschaftlicher Druck allein das Land zu einer Kapitulation am Verhandlungstisch oder zu einem Abrücken von zentralen strategischen Interessen wie dem erklärten Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus zwingen werde.
Einschätzung von Danny Citrinowicz
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Britische Behörde: Iran übt weiter Druck auf Handelsroute aus
Derweil berichtete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO), der Handelsverkehr stagniere vorerst auf einem "reduzierten Niveau". Die Bedrohungslage in der Meerenge bleibe durch die Angriffe der mächtigen iranischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe und weitere Schikanen ernst:
Diese Aktionen zeigen weiterhin die Absicht Irans, seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten zu behaupten und den Druck auf die durchfahrenden Schiffe aufrechtzuerhalten.
Mitteilung der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt
Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Straße von Hormus befördert, die auch für den Transport von Flüssiggas und Dünger von zentraler Bedeutung ist. Nach Kriegsbeginn brachte Iran mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Schiffsverkehr fast zum Erliegen.
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