Trump weist Berichte zurück:Hoher Verbrauch im Iran-Krieg: Gehen den USA die Raketen aus?
US-Medien berichten, dass die USA im Iran-Krieg wichtige Teile ihres Raketenarsenals aufbrauchen. Trump dementiert einen Munitionsmangel und droht Journalisten. Was bekannt ist.
Ein Luftabwehrsystem Patriot feuert eine Rakete ab: Der Iran-Krieg lässt die Reserven der US-Streitkräfte schwinden. (Archivbild)
Quelle: ddpDie USA haben in ihrem Krieg gegen Iran seit Februar zahlreiche Angriffs- und Abwehrraketen verheizt - so viele, dass die Sorge über einen möglichen Munitionsmangel wächst. US-Medien berichten, Präsident Donald Trump habe deshalb schon seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth zur Rede gestellt. Der Präsident dementiert und droht Journalisten mit Haftstrafen.
Welche Munition wird knapp?
Medienberichten zufolge sind die Vorräte an Langstrecken-Lenkraketen sowie Abwehrraketen für die Luftverteidigung zusammengeschrumpft. Die "Washington Post" berichtet mit Verweis auf mit den Vorgängen vertraute Kreise, Trump habe deswegen geplante neue Angriffe auf Iran abgesagt.
US-Präsident Trump hatte seine Pläne, Iran massiv anzugreifen, vorerst abgesagt. Auf Truth Social schrieb er, dass Iran und "andere Nahost-Länder" um Zeit gebeten hätten, um ein Abkommen auszuhandeln.
02.08.2026 | 0:31 minAuch der Fernsehsender CNN berichtet, die Munitionsknappheit habe Trumps Strategie im Krieg gegen Iran beeinträchtigt. Für die Luftverteidigung hat das US-Militär mit Patriot und THAAD zwei Systeme, die ballistische Raketen abschießen können.
Schätzungen des Zentrums für Strategie- und Internationale Studien (CSIS) zufolge hatten die Streitkräfte vor ihrem Angriff auf Iran am 28. Februar mehr als 2.300 Raketen vom Typ Patriot und mehr als 450 vom Typ THAAD. Seitdem haben sich die Bestände den Schätzungen zufolge etwa halbiert - oder sogar mehr. Der Vorrat an THAAD-Raketen sei sogar zu "fast 80 Prozent" aufgebraucht, berichtet CNN.
Laut US-Verteidigungsminister Hegseth hat der Iran-Krieg bisher 37,5 Milliarden Dollar gekostet. Um Engpässe zu vermeiden, wirbt er im Kongress für neues Geld.
22.07.2026 | 1:32 minWas sagt Trump dazu?
Offizielle Zahlen gibt es nicht. Der US-Präsident wies die Medienberichte am Donnerstag wütend zurück und schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, die US-Streitkräfte hätten "riesige Mengen an 'Munition', vor allem bestimmter Arten". In der vergangenen Woche hatte er sich bereits ähnlich geäußert, aber hinzugefügt: "Von einigen der hochentwickelten Sachen hätten wir sicherlich gerne mehr."
Die "Washington Post" berichtete, Trump habe am Freitag Verteidigungsminister Hegseth zur Rede gestellt: Er habe gedacht, die Probleme seien "gelöst worden", zitierte die Zeitung den Präsidenten unter Berufung auf mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete den Bericht als "Fake News", also Falschinformationen. Ein solches Gespräch habe es nie gegeben. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.
Trump selbst reagierte mit Drohungen auf die Berichte. Die Journalisten, die "diese verräterischen Aussagen" veröffentlicht hätten, würden "gejagt", schrieb er:
Es werden lange Haftstrafen angestrebt werden!
Donald Trump, US-Präsident
Nach Kritik eines Bundesrichters zieht das US-Justizministerium Vorladungen gegen drei "New York Times"-Journalisten zurück. Anlass waren Berichte über Sicherheitsmängel der neuen Air Force One.
24.07.2026 | 0:34 minGibt es Nachschub?
Trumps Regierung dringt bei Rüstungskonzernen auf eine schnellere Produktion. "Fabriken werden gebaut. Sehr viel Ausrüstung wird produziert. Vor allem die Patriots werden produziert", sagte Trump in der vergangenen Woche.
Das Pentagon und der Rüstungskonzern Lockheed Martin hatten im Juli einen 58,6 Milliarden Dollar (50,78 Milliarden Euro) schweren Vertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren bekannt gegeben. Lockheed Martin werde "wichtige Abfangraketen in ungekannter Geschwindigkeit an Krieger liefern", teilte das Unternehmen mit.
Welche Folgen hat eine Knappheit?
Die im Nahen Osten und in der Golfregion verschossene Munition fehlt womöglich anderswo. Die Ukraine etwa klagt über einen Mangel an Patriot-Abwehrraketen, die früher aus den USA geliefert wurden - in der Nacht zum Mittwoch konnte das Land keine einzige russische Rakete abfangen.
In Kiew gibt es nach russischen Angriffen eine hohe Zahl an Opfern. Grund dafür seien eine kurze Vorwarnzeit sowie fehlende Luftverteidigung gewesen, berichtet ZDF-Reporterin Anne Brühl vor Ort.
05.08.2026 | 1:01 minTrump hatte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim Nato-Gipfel Anfang Juli eigentlich eine Lizenz zugesagt, mit der die Ukraine selbst Patriot-Raketen bauen könnte, zeigte sich zuletzt aber wieder zurückhaltend.
Das US-Militär verbrauche "jeden Tag" weitere wertvolle Abwehrraketen, "obwohl weltweit noch andere Konflikte auf uns zukommen könnten", warnte ein Senator der Demokratischen Partei, Chris Van Hollen, im US-Fernsehen. Dauerhaft niedrige Bestände sorgten dafür, dass die US-Armee und ihre Verbündeten größere Risiken eingehen müssen, erklärte auch die Denkfabrik CSIS. Die Experten am CSIS verweisen insbesondere auf ein "kurz- bis mittelfristiges Risiko für die Einsatzbereitschaft der USA in einem Krieg gegen China im Westpazifik", etwa um Taiwan.
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