Unicef-Bericht:Deutschland: Wohlergehen von Kindern nimmt ab
Die Voraussetzungen, dass Kinder glücklich aufwachsen, haben sich deutlich verschlechtert. Laut Unicef ist Deutschland von Rang 14 auf Rang 25 abgerutscht.
Glückliche, spielende Kinder, die sich in allen Lebenslagen wohl fühlen: Sie sind in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich weniger geworden, das besagt eine Unicef-Studie.
Quelle: dpaDeutschland hat sich beim Wohlbefinden von Kindern im internationalen Vergleich laut einem Bericht deutlich verschlechtert. Dem an diesem Mittwoch veröffentlichten Bericht der Kinderhilfsorganisation Unicef zufolge fällt die Bundesrepublik unter 43 Ländern der EU und OECD vom 14. auf den 25. Platz zurück.
Lebenszufriedenheit stark rückläufig
Die ersten beiden Plätze belegen die Niederlande und Dänemark, gefolgt von Frankreich. Analysiert und verglichen wurden für den Bericht Daten aus den Jahren 2018 und 2022.
Kinder und Jugendliche in Deutschland wollen mehr an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden – das ist das Ergebnis einer Studie, die heute vorgestellt wurde.
12.05.2025 | 1:45 minBesonders kritisch: Die Lebenszufriedenheit ging deutlich zurück. Während 2018 rund 75 Prozent der Jugendlichen zufrieden waren, sind es 2022 nur noch 68 Prozent, wie es heißt.
In den Niederlanden, Dänemark und in Frankreich lebt es sich laut einer aktuellen OECD-Studie für Kinder am besten.
Quelle: ZDF/iStock/UnicefDer Anteil von Kindern mit Übergewicht ist mit 25 Prozent gleich geblieben. Die schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen sind stark gesunken. So verfügen laut Unicef nur noch 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland über grundlegende mathematische und Lesekompetenzen - 2018 waren es noch 73 Prozent.
Eltern und Staat als wichtige Rahmenbedingungen
Nur in den Niederlanden und auf Zypern war der Rückgang größer. Dieser Trend in beiden Lebensbereichen ist laut Unicef nicht erst in der Covid-19-Pandemie entstanden, wurde durch sie jedoch weiter verstärkt.
In Australien sind soziale Medien erst ab 16 Jahren erlaubt. Auch in Deutschland nehmen die Forderungen nach einem Verbot zu, um Kinder vor den Gefahren im Netz zu schützen.
09.04.2025 | 1:31 minDer Bericht zeigt zudem, dass einfache Erklärungen wie etwa übermäßige Handynutzung, Soziale Medien oder Bewegungsmangel häufig zu kurz greifen, wenn es um schulische Leistungen oder Lebenszufriedenheit geht. Von großer Bedeutung für die Entwicklung von Kindern seien vor allem gute staatliche Rahmenbedingungen und stabile Beziehungen zu den Eltern.
Unicef fordert stärkere Kinder-Beteiligung in Gesellschaft
Unicef Deutschland fordert angesichts dieser Entwicklung unter anderem mehr Investitionen in Bildung, eine Verbesserung der körperlichen Gesundheit von Kindern, bessere Prävention im Bereich der mentalen Gesundheit, die gezielte Unterstützung benachteiligter Kinder und grundsätzlich eine stärkere Beteiligung von Kindern innerhalb der Gesellschaft. Schulen und Hilfsangebote sollten besser verknüpft und Kindern eine gesunde Schulmahlzeit pro Tag ermöglicht werden.
Spaniens Schulen waren nach Ausbruch der Pandemie länger geschlossen als anderswo in Europa, der Lockdown war strikt. Die Folgen, gerade für Kinder, sind immer noch spürbar.
12.03.2025 | 1:58 minInsgesamt zeige der Bericht, dass sich die Voraussetzungen für das Aufwachsen in fast allen EU- und OECD-Ländern in den untersuchten fünf Jahren verschlechtert hätten, teilte Unicef weiter mit. Selbst einkommensstarke Länder hätten "Schwierigkeiten, die Voraussetzungen für eine gute Kindheit mit entsprechenden Chancen für eine positive Zukunft zu schaffen".
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