Erdbeben in Venezuela: Vater und Sohn gerettet

Nach Erdbeben in Venezuela:Lichtblick inmitten von Trümmern: Vater und Sohn gerettet

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Vier Tage nach dem schweren Erdbeben in Venezuela haben Helfer einen Vater und dessen Sohn aus den Trümmern gerettet. Die Chancen, noch Überlebende zu finden, schwinden jedoch.

US-Rettungskräfte ziehen einen Jungen aus den Trümmern in La Guaira, Venezuela. (28.06.2026)

US-Helfer ziehen einen Jungen aus den Trümmern in La Guaira. Zuvor hatten sie seinen Vater gerettet.

Quelle: AP

Unerwartete Überlebensgeschichte inmitten der Tragödie: Ein Vater und sein Sohn sind am Sonntag in Venezuela - vier Tage nach den verheerenden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 - gerettet worden. Suchteams und Anwohner waren davon ausgegangen, dass es unter dem Geröllberg in La Guaira, einem der am schwersten betroffenen Gebiete, keine Überlebenden mehr gibt.

In La Guaira in Venezuela suchen Helfer nach Überlebenden, die unter eingestürzten Gebäuden eingeschlossen sein könnten.

Vier Tage nach dem Erdbeben in Venezuela gehen die Rettungsarbeiten weiter. Tausende Menschen werden noch vermisst, die Hoffnung auf Überlebende schwindet. Die Kritik an der Regierung wächst.

29.06.2026 | 1:30 min

Menschen hatten auf einen Berg aus Geröll geblickt, als es am Sonntag zu einer plötzlichen Bewegung kam. Zwei staubbedeckte Beine wurden von Rettungskräften aus einer Öffnung gezogen. Die Teams trugen den Mann vorsichtig aus dem eingestürzten Gebäude. Sein Körper war schlaff, er hielt jedoch noch sein Handy in der Hand. Auf einer Plane wurde er versorgt. Kurz darauf folgte sein junger Sohn, der kaum ansprechbar von einer Gruppe von Helfern getragen wurde.

"Langsam, langsam, vorsichtig, vorsichtig", riefen die Rettungskräfte, während sie Vater und Sohn durch die Menschenmenge zu einem nahegelegenen Krankenwagen brachten. Inmitten der zunehmend aussichtslosen Suche brachen die Einsatzkräfte in Applaus aus.

Am Wochenende konnten mehrere Menschen lebend geborgen werden, etwa eine 60-jährige Frau in La Guaira und mehrere Kinder. Momente der Hoffnung, Solidarität und Menschlichkeit durchbrechen die Tragödie.

Moderator im Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondent Christian Semm

Fünf Tage nach den schweren Erdbeben in Venezuela werden noch immer Zehntausende vermisst, die Zahl der Todesopfer ist auf über 1.400 gestiegen. Christian Semm berichtet.

29.06.2026 | 1:04 min

Regierung: Suche nach Überlebenden wird fortgesetzt

Allerdings schwindet die Chance zusehends, weitere Überlebende zu finden. Die ersten 48 bis 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe gelten als entscheidend für Rettungseinsätze, wobei ein Überleben bei Zugang zu Nahrung und Wasser auch darüber hinaus möglich ist.

Interimspräsidentin Delcy Rodríguez erklärte am Sonntagabend, die Suche nach Überlebenden werde trotz des verstrichenen Zeitfensters fortgesetzt. Den Angaben zufolge sind inzwischen mehr als 2.600 Rettungskräfte aus aller Welt mit Suchhunden und Spezialgerät im Einsatz.

karte Venezuela
Quelle: ZDF

Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 1.719

Die offizielle Zahl der Toten ist inzwischen auf 1.719 gestiegen. Wie der Präsident der Nationalversammlung Jorge Rodríguez mitteilte, wurden zudem mehr als 5.000 Menschen verletzt. Laut einer inoffiziellen Plattform für die Suche nach Vermissten gelten derzeit mehr als 47.000 Menschen als vermisst. Wegen des Chaos und des eingeschränkten Mobilfunknetzes melden viele Venezolaner ihre vermissten Angehörigen über private Online-Datenbanken. Unklar ist, wie viele inzwischen gefunden wurden.

Menschen suchen auch nach den Namen ihrer Angehörigen auf Listen von Überlebenden, die sich etwa in Notunterkünften befinden. Die US-Erdbebenwarte USGS schätzt, dass die Beben bis zu 10.000 Todesopfer gefordert haben könnten.

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Immer öfter können die Helfer nach den schweren Erdbeben in Venezuela nur noch Tote bergen. Die Zahl der Opfer steigt und für die Überlebenden fehlen ausreichend Notunterkünfte.

28.06.2026 | 2:16 min

Mehr als 770 Gebäude eingestürzt

Behörden zufolge sind mehr als 770 Gebäude vollständig oder teilweise eingestürzt - doppelt so viele wie noch am Freitag gemeldet. Am Sonntagmorgen wurden außerdem Nachbeben der Stärke 4,2 und 4,5 registriert.

Die Momenten-Magnituden-Skala gibt an, wie stark ein Erdbeben war. Ab 4 ist es deutlich wahrnehmbar, ab 6 sind größere Schäden zu erwarten.

Die Momenten-Magnituden-Skala misst, wie stark ein Erdbeben war.


Am schwersten getroffen wurde der Küstenstaat La Guaira nördlich der Hauptstadt Caracas. Nach Regierungsangaben patrouillieren inzwischen mehr als 14.000 Soldaten und Polizisten die Region. Der Zugang ist gesperrt und nur mit Sondergenehmigung möglich.

Venezuela in schwerer Krise

Die Naturkatastrophe trifft das Land inmitten einer tiefen Krise. Interimspräsidentin Rodríguez führt die Regierung erst seit Januar, nachdem ihr Vorgänger Nicolas Maduro durch einen US-Einsatz gestürzt worden war.

Rodríguez kündigte am Sonntag die Einrichtung einer Sonderkommission an, die Schäden an Wohnhäusern und Infrastruktur bewerten soll. Erst danach könne entschieden werden, wann Menschen, die derzeit auf den Straßen schlafen, in ihre Häuser zurückkehren können. "Heute haben wir Menschen lebend geborgen", sagte sie. "Wir geben die Hoffnung niemals auf."

om Basislager des französischen Regiments für Zivilschutzausbildung und -einsätze (UIISC 7) im Karting-La-Guaira-Komplex in Caraballeda im Bundesstaat La Guaira, Venezuela, ist am 27. Juni 2026 ein teilweise eingestürztes Gebäude zu sehen, während die Soldaten bei den Rettungsmaßnahmen nach den Erdbeben helfen. Nach zwei aufeinanderfolgenden Erdbeben in Venezuela sind fast 1.000 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 50.000 werden weiterhin vermisst. Es wird von wachsender Wut über den Mangel an offizieller Hilfe zur raschen Rettung von Überlebenden berichtet.

Nach den schweren Erdbeben in Venezuela dauert die Suche nach Vermissten an. Auch internationale Hilfe kommt ins Land. Für die Menschen unter den Trümmern zählt jede Stunde.

27.06.2026 | 2:19 min

Aus US-Regierungskreisen hieß es am Wochenende, Washington werde in Kürze ein weiteres Hilfspaket in dreistelliger Millionenhöhe ankündigen. Dies käme zu den bereits von der Regierung unter US-Präsident Donald Trump zugesagten 150 Millionen Dollar hinzu.

Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Betroffenen nach dem Erdbeben auf insgesamt sieben Millionen.

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Quelle: Reuters, AFP, AP
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 28.06.2026 ab 19 Uhr sowie die ZDFheute Xpress am 29.06.2026 ab 09:00 Uhr.

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