Schwere Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf fast 600

Nach schweren Erdbeben:Venezuela: Zahl der Toten steigt auf fast 600

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Nach den schweren Erdbeben in Venezuela suchen Einsatzkräfte unter den Trümmern weiterhin nach Überlebenden. Die Zahl der Toten ist auf mindestens 589 gestiegen.

Menschen bringen Wasserspenden nach Erdbeben in Venezuela.

In Venezuela wurden nach den Erdbeben bereits hunderte Tote geborgen. Zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, haben Rettungsteams in die Region entsandt.

26.06.2026 | 1:41 min

Die Zahl der Toten nach den zwei schweren Erdbeben in Venezuela ist nach Angaben der Regierung in Caracas auf 589 gestiegen. Zudem seien 2.980 Menschen verletzt worden, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez im Fernsehsender VTV.

Noch immer werden jedoch Tausende Menschen unter den Trümmern vermutet. Zwei schwere, sehr kurz aufeinanderfolgende Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am Mittwochabend (Ortszeit) den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert.

Erdbeben in Venezuela

ZDFheute Infografik

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Venezuelas Innenminister: Mehr als 70.000 Familien betroffen

Inzwischen läuft internationale Hilfe an, die in dem verarmten südamerikanischen Land dringend benötigt wird. Besonders dramatisch ist die Lage im Bundesstaat La Guaira. Dort sind nach Angaben des venezolanischen Innenministers Diosdado Cabello mehr als 70.000 Familien von den Folgen der Erdbebenkatastrophe betroffen.

Auf Fernsehbildern waren meterhohe Schutthaufen zu sehen, in denen Menschen teils mit bloßen Händen nach ihren Angehörigen suchten. Vereinzelt wurden aber auch immer wieder Verletzte unter Jubel aus den Trümmern gezogen.

ZDF-Korrespondent Christian Semm

Die Zahl der geborgenen Toten nach dem Erdbeben in Venezuela steigt weiter. ZDF-Korrespondent Christian Semm berichtet über die aktuelle Lage.

26.06.2026 | 1:13 min

Internationale Hilfe läuft an

In der Nacht auf Freitag landeten bereits mehrere internationale Einsatzteams in Venezuela, darunter Helfer aus dem Nachbarland Kolumbien, aus Mexiko und der Schweiz. Aus der EU ist Hilfe aus acht Mitgliedstaaten mit mehr als 520 Helfern und Rettungshunden unterwegs ins Katastrophengebiet.

Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen machten sich auch erste deutsche Rettungskräfte auf den Weg ins Katastrophengebiet. Insgesamt vier Transportmaschinen der Luftwaffe starteten Richtung Venezuela, wie die Bundeswehr auf Anfrage bestätigte. An Bord waren neben Soldaten zahlreiche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW). Die Einsatzkräfte haben neben tonnenweise Material und Technik auch Suchhunde, Mikrofone und Kameras dabei, um Verschüttete zu lokalisieren. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dankte den Mitgliedsstaaten für ihre Solidarität. "Wir stehen dem venezolanischen Volk in dieser Zeit großer Tragödien und Katastrophen zur Seite", sagte sie. "Venezuela ist nicht allein."

Flugzeug mit Hilfspaketen

Zwei Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 haben Venezuela erschüttert. In Niedersachsen schicken THW und Bundeswehr Flugzeuge mit Hilfsgütern, Personal und ausgebildeten Spürhunden nach Caracas.

26.06.2026 | 2:01 min

USA: "Stehen weiter zu Venezuela"

Auch die USA brachten Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe auf den Weg. Mit "Schnelligkeit, Präzision und unübertroffener Logistik" seien US-Teams nach Venezuela entsandt worden, teilte die US-Botschaft in Venezuela mit.

Wir stehen weiter zu Venezuela.

Mitteilung der US-Botschaft in Venezuela

Im Januar hatte die US-Regierung massiv in die Politik Venezuelas eingegriffen, indem sie den langjährigen Machthaber Nicolás Maduro gefangengenommen und in die USA gebracht hatte, um ihn vor Gericht zu stellen. Seither ist Maduros vorherige Stellvertreterin Delcy Rodríguez geschäftsführende Regierungschefin des Landes.

Nicolás Maduro und Ehefrau Cilia Flroes bei ihrer Ankunft Hubschrauberlandeplatz in Manhattan

Venezuelas Ex-Machthaber Maduro wurde im Januar einem Gericht in New York vorgeführt.

05.01.2026 | 2:41 min

Erdbeben verschärfen bestehende Probleme

Die politische Opposition des Landes an der Nordspitze Südamerikas ringt seit Jahren um eine Demokratisierung. Mehrfach scheiterten Versuche, die von Maduro nach dem Tod von Langzeitregent Hugo Chávez fortgeführte sozialistische Regierung abzulösen. Millionen Venezolaner leben mittlerweile im Exil.

Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado rief sie auf, angesichts der Katastrophe nach Venezuela heimzukehren:

Wir wollen, dass unsere Kinder, die überall in der Welt verstreut sind, zurück in ein Land kommen, das wir zusammen aufbauen müssen.

María Corina Machado, Oppositionsführerin

Das jüngste Doppelbeben mit seinen massiven Schäden an Häusern und Infrastruktur könnte die ohnehin bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten weiter verschärfen, fürchteten Hilfsorganisationen.

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Nun sei die "Resilienz der Venezolaner" gefragt, so Anja Dargatz, Landesbüroleiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Venezuela, mit Blick auf die vielfältigen Probleme des Landes, die durch die Erdbeben verschärft werden.

26.06.2026 | 3:29 min

Bislang keine Informationen zu deutschen Erdbebenopfern

Derzeit ist noch unklar, ob Deutsche unter den Opfern in Venezuela sind. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der Nachrichtenagentur AFP sagte, ist eine niedrige dreistellige Zahl an Deutschen in Venezuela auf der Krisenvorsorgeliste des Ministeriums registriert.

Das verheerende Doppel-Beben hatte sich am Mittwochabend im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. In den folgenden Stunden wurden Dutzende Nachbeben registriert. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. 

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Quelle: ZDF

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa heute in Deutschland am 26.06.2026 ab 14 Uhr, das ZDF-Morgenmagazin am 26.06.2026 ab 05:30 Uhr und das heute journal am 25.06.2026 ab 21:55 Uhr.

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