Erdbeben in Venezuela - Betroffene: "Es war einfach schrecklich"

Was Anwohner in Caracas berichten:Erdbeben in Venezuela: "Es war einfach schrecklich"

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Zwei schwere Erdbeben erschüttern Venezuela - und stürzen ganze Städte ins Chaos. Augenzeugen in Caracas schildern, was sie in der Hauptstadt erlebten.

24.06.2026, Venezuela, Caracas: Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes.

Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 haben Venezuela erschüttert. Mehrstöckige Häuser stürzten ein.

25.06.2026 | 1:35 min

Zwei schwere Erdbeben haben die Menschen in Venezuela in Angst und Schrecken versetzt. Um 18:04 Uhr bebte am Mittwoch (Ortszeit) zum ersten Mal die Erde - 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erdbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe.

Bewohner der Hauptstadt Caracas berichten von schweren Schäden und schildern ihre Eindrücke.

"Noch nie in meinem Leben so viel Angst"

Eine 57-jährige Einwohnerin der Millionenmetropole Caracas, die knapp 200 Kilometer von dem Epizentrum der Beben entfernt ist, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:

Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich.

Einwohnerin in Caracas

Erdbeben in Venezuela

ZDFheute Infografik

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"Bei uns in der Nähe sind zwei Hochhäuser eingestürzt, am Nachbargebäude fehlen Wände", ergänzte sie. Ihr Hochhaus sei aber weitgehend verschont geblieben. In ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen, alles sei voller Scherben.

Die Erschütterungen seien so stark gewesen, dass sie und ihr Mann zunächst gar nicht aus dem Zimmer gekommen seien. Zusammen mit Nachbarn seien sie dann schließlich auf die Straße gerannt. Zwei Anwohner hätten aus dem Aufzug befreit werden müssen. Nach den Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert.

Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes im Stadtviertel Altamira nach einem Erdbeben in Caracas am 24. 6. 2026.

Rettungskräfte im Stadtviertel Altamira nach einem Erdbeben in Caracas.

Quelle: AFP

Anwohner: Auto bewegte sich "wie ein Blatt Papier"

Von heftigen Erschütterungen erzählte auch ein Bewohner aus der Nähe der Stadt Maracay, die rund 100 Kilometer von dem Epizentrum entfernt ist. "Ich saß im Auto und der Wagen hat sich hin und her bewegt, als handele es sich um ein Blatt Papier", sagte er der dpa. Mindestens zwei Häuser in der Umgebung seien eingestürzt, darunter ein relativ neues.

Ich habe schon Erdbeben erlebt, aber noch keins wie dieses.

Einwohner in Maracay

"Es war schlimm, wirklich schlimm." Er habe sich an das schwere Erdbeben von 1967 erinnert gefühlt, bei dem in Venezuela damals mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren.

notstand-venezuela-erdbeben-

Zwei starke Erdbeben haben den Norden und das Zentrum Venezuelas getroffen. Der Notstand ist ausgerufen.

25.06.2026 | 1:50 min

Stadtteil Altamira: Verzweifelte Rufe nach Angehörigen

Betroffene Einwohner von Caracas berichten auch der Nachrichtenagentur AFP von schweren Schäden und großer Angst: "Die Treppe brach weg, die ganze Wand bekam Risse. Dinge fielen von der Decke", so die 54-jährige Bankangestellte Odalis Escalona.

Es war einfach schrecklich.

Odalis Escalona, Einwohnerin in Caracas

Im Stadtteil Altamira wurde ein 22-stöckiges Hochhaus nahezu völlig zerstört. Auf der Straße standen verzweifelte Menschen, die nach Angehörigen riefen. Helfer arbeiteten sich durch die Trümmer und suchten nach möglichen Verschütteten. Auch andernorts rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern - und harrten anschließend aus Angst vor Nachbeben auf der Straße aus.

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 25.06.2026 ab 05:30 Uhr.

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