Venezuela: Ärzte warnen nach Erdbeben vor Krankheiten

Neue Gefahren für Überlebende:Ärzte warnen vor Infektionswelle nach Erdbeben in Venezuela

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Die Zahl der Todesopfer ist nach einem verheerenden Erdbeben in Venezuela erneut angestiegen. Außerdem wächst die Sorge vor der Ausbreitung von Krankheiten.

VENEZUELA-EARTHQUAKE-AFTERMATH

Eine Woche nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Todesopfer weiterhin. Tausende Menschen werden weiterhin vermisst, die Rettungsbedingungen sind schwierig.

01.07.2026 | 1:42 min

Mit internationaler Unterstützung ist am Mittwoch die Suche nach Überlebenden der Erdbeben in Venezuela fortgesetzt worden. Hilfsorganisationen betrachten die ersten 48 bis 72 Stunden als besonders entscheidend, um Verschüttete noch lebend zu bergen. Diese Zeit ist längst verstrichen.

Doch finden Retter noch immer Lebende unter den Trümmern, darunter am Dienstag ein Kleinkind - sechs Tage, nachdem zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 im Abstand von nur 39 Sekunden Teile des südamerikanischen Landes ins Chaos gestürzt hatten.

Mindestens 2.295 Tote nach Erdbeben in Venezuela

Regierungsangaben zufolge stieg die Zahl der Todesopfer am Mittwoch erneut an. Demnach kamen mindestens 2.295 Menschen ums Leben, 11.267 Menschen wurden verletzt.

Noch immer werden unzählige Menschen vermisst. Eine von der Regierung unabhängige Datenbank, in der Familien vermisste Angehörige registrieren können, wies mit Stand Mittwoch mehr als 40.600 Menschen aus, deren Schicksal noch immer ungeklärt war.

VENEZUELA-EARTHQUAKE-AFTERMATH

Nach den schweren Erdbeben in Venezuela werden weiter Tote aus den Trümmern geborgen. Tausende Menschen gelten noch als vermisst, während Rettungskräfte gegen massive Zerstörungen kämpfen.

01.07.2026 | 1:42 min

US-Militär in Venezuela im Einsatz

Die USA weiteten ihre Unterstützung für Venezuela aus. Derzeit seien 900 Militärangehörige vor Ort im Einsatz, sagte Steven McLoud des für die Region zuständigen US-Südkommandos, der Nachrichtenagentur AP.

Das Militär habe das Rollfeld auf dem schwer beschädigten internationalen Flughafen unweit der Hauptstadt Caracas repariert, damit Hilfslieferungen besser ans Ziel gelangen könnten. Vor der Küste seien zudem Schiffe im Einsatz, um aus den Katastrophengebieten ausgeflogene Überlebende aufzunehmen. Das US-Außenministerium habe 100 zusätzliche Mitarbeiter zur Unterstützung entsandt, sagte McLoud.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Venezuela bislang Hilfen in einem Umfang von 300 Millionen US-Dollar angeboten, die über Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen verteilt werden sollen. Auch Deutschland unterstützt Venezuela, wofür Interimspräsidentin Delcy Rodríguez gegenüber dem ZDF ihren Dank aussprach.

Im Namen meines Landes habe ich für Ihr Land und Ihr Volk nur Worte des Dankes.

Delcy Rodriguez, Interimspräsidentin Venezuelas

Große Zerstörung, kaum Bergungsgeräte: viele Helfer graben mit den Händen in den Trümmern nach Überlebenden.

Aus Mangel an schwerem Gerät gehen die Bergungsarbeiten in Venezuela auch Tage nach den Erdbeben kaum voran.

30.06.2026 | 1:53 min

Erdbeben in Venezuela: Ärzte warnen vor Infektionen

Mediziner treibt allerdings eine akute Sorge um: Sie warnen eine Woche nach den Beben, auf die etliche Nachbeben folgten, vor neuen Gefahren für Überlebende.

Eugenio Cova, Leiter der Unfallchirurgie am Hospital del Oeste Dr. José Gregorio Hernández in Caracas, sagte am Mittwoch, die größte Gefahr seien nun unbehandelte Wunden und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. "Das Problem, das wir unmittelbar auf uns zukommen sehen, sind Infektionen, die Patienten mitbringen könnten, die der Katastrophe am längsten ausgesetzt waren."

Hilfsorganisationen warnen, dass die massiven Schäden an der Infrastruktur Krankheitsausbrüche begünstigen könnten. "Es ist sehr heiß, und es besteht große Sorge wegen möglicher durch Vektoren übertragener Krankheiten", sagte Veronique Durroux, Sprecherin der UN-Hilfsorganisation für Lateinamerika und die Karibik. "Abfall- und Trümmerentsorgung sind ein Problem - angesichts des Ausmaßes der Zerstörung ist das sehr besorgniserregend."

Viele Venezolanerinnen und Venezolaner schlafen in überfüllten Notunterkünften oder im Freien, weil unzählige Gebäude zerstört oder beschädigt wurden - oft ohne Zugang zu sauberem Wasser und unter schlechten sanitären Bedingungen.

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Quelle: AP, dpa
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 01.07.2026 um 19:00 Uhr.

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