Zehntausende weiterhin vermisst:Venezuela: Zahl der Toten bei Erdbeben steigt auf über 1.900
Die Zahl der Toten infolge der Erdbeben in Venezuela ist auf mindestens 1.943 gestiegen. Das teilte der Präsident der Nationalversammlung mit. Die Hoffnung auf Überlebende sinkt.
Eine Woche nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Todesopfer auf über 1.900. Tausende Menschen werden weiterhin vermisst, die Rettungsbedingungen sind schwierig.
01.07.2026 | 1:42 minNach den Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten auf mindestens 1.943 gestiegen. Das teilte der Präsident der Nationalversammlung Jorge Rodríguez mit. Verletzt wurden demnach mehr als 10.500 Menschen. In der schwer betroffenen Region La Guaira fehlt von rund 10.000 Menschen noch jede Spur.
Am Dienstag ist zudem ein dreijähriger Junge nach Angaben jordanischer Rettungskräfte lebend aus den Trümmern geborgen worden. Der Junge habe vor Ort Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der jordanische Zivilschutz mit.
Auch nach mehreren Tagen nach den Erdbeben werden in Venezuela noch lebende Personen gefunden. Darunter auch ein dreijähriges Kind.
30.06.2026 | 0:26 minWHO warnt vor Überlastung des Gesundheitssystems
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer Überlastung des angeschlagenen venezolanischen Gesundheitssystems. Vertriebene seien zunehmend anfällig für Krankheiten wie Masern, Denguefieber, Gelbfieber und Malaria, teilte WHO-Sprecher Christian Lindmeier mit. Die Gesundheitsdienste stünden unter "extremem Druck", die Einrichtungen arbeiteten "über ihren Kapazitäten angesichts des Zustroms von Traumapatienten".
Nach Angaben der venezolanischen Regierung haben die Erdbeben landesweit 38 Krankenhäuser beschädigt oder anderweitig beeinträchtigt. Laut WHO sind drei nicht mehr in Betrieb. Experten sind besorgt, dass das tagelange Schlafen im Freien oder in überfüllten, unhygienischen Schutzunterkünften Auswirkungen auf die Gesundheit der Erdbebenopfer haben könnte.
Rund 30.000 Betroffene in nur zwei Städten
In nur zwei Städten von La Guaira - Catia La Mar und Caraballeda - hätten sich nach Schätzungen der Behörden zum Zeitpunkt der Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am örtlichen Mittwochabend rund 30.000 Menschen befunden.
Davon hätten sich rund 13.500 selbst in Sicherheit bringen können und rund 6.400 weitere seien in den Tagen danach von Rettungskräften gerettet worden, sagte Rodríguez. Zu den fehlenden 10.000 Menschen machte er keine Angaben.
Aus Mangel an schwerem Gerät gehen die Bergungsarbeiten in Venezuela auch Tage nach den Erdbeben kaum voran.
30.06.2026 | 1:53 minKaum noch Hoffnung auf Überlebende
Knapp eine Woche nach den Beben schwindet die Hoffnung auf die Bergung von Überlebenden. Rund 855 Gebäude wurden vollständig zerstört oder schwer beschädigt. Einsatzkräfte aus Venezuela und zahlreichen anderen Staaten suchen weiter unter eingestürzten Gebäuden nach Verschütteten. Nach einer Modellrechnung der US-Erdbebenwarte USGS könnte die Zahl der Toten in die Zehntausende gehen.
Venezuela befand sich vor den Erdbeben ohnehin schon in einer schwierigen Lage. Seit Jahren leidet das Land unter politischen Spannungen, wirtschaftlichen Problemen und einer der größten Migrationskrisen der Welt. Im Januar führte Washington einen Militäreinsatz im Land durch, bei dem der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen wurde. Die derzeitige Staatschefin Delcy Rodríguez war Vizepräsidentin in der Maduro-Regierung.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zur Lage in Venezuela
Hilfe für Venezuela nach Doppel-Erdbeben:"Viele versuchten mit bloßen Händen, Angehörige auszugraben"
mit Video1:31Mehr als 900 Tote:Venezuela: Zehntausende nach Erdbeben vermisst
mit Video1:31Seismologe zu Erdbeben:Venezuela: Ganzes Ausmaß der Katastrophe erst in Wochen klar
mit Video3:13