Analyse zur Luftqualität :Extreme Ozonwerte belasten Millionen Menschen weltweit
Die Luftqualität hat sich 2026 deutlich verschlechtert. Laut Copernicus waren rund 40 Prozent der Weltbevölkerung von hohen Ozonwerten betroffen.
In Europa litten im Jahr 2026 etwa 17 Prozent der Menschen unter hohen bis extrem hohen Ozonwerten. Grund dafür seien starke Waldbrände oder Wüstenstaubstürme, die Europa erreichten.
30.09.2026 | 0:37 minDie Luftqualität hat sich 2026 auf der ganzen Welt drastisch verschlechtert. Knapp 40 Prozent der Weltbevölkerung waren extrem hohen Konzentrationen an bodennahem Ozon ausgesetzt. Das ergab eine Analyse des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.
Auch extreme Wettereignisse wie Hitze, große Waldbrände und Wüstenstaubstürme trugen dazu bei, dass sich die Atemluft verschlechterte und sehr hohe Schadstoffwerte erreichte. Basis der Copernicus-Analyse sind Daten seines Atmosphärenüberwachungsdienstes CAMS (Copernicus Atmosphere Monitoring Service). In die Analyse flossen Daten zu Ozon und Saharastaub bis 15. September.
Wir nennen es Sommerwetter. Doch wenn Temperaturen Tag für Tag Allzeitrekorde brechen, wird Hitze zur Gefahr. Der Sommer 2026 zeigt, warum Anpassung und Schutz immer wichtiger werden.
21.09.2026 | 27:20 minBodennahes Ozon: Das unsichtbare Luftgift
Experten bezeichnen bodennahes Ozon als unsichtbaren Schadstoff. Er unterscheidet sich von anderen Luftgiften. Ozon wird nicht direkt ausgestoßen, sondern entsteht als sekundärer Schadstoff durch fotochemische Reaktionen:
Beteiligt daran sind Stickoxide, die beim Verbrennen fossiler Brennstoffe in Verkehr und Industrie entstehen. Diese Stickoxide reagieren unter starker Sonneneinstrahlung und hoher Hitze mit flüchtigen organischen Verbindungen zu Ozon. Hitzewellen schaffen ideale Bedingungen für die Bildung des Ozon-Gases.
Ozon besonders schädlich für Asthma-Patienten, Kinder und Ältere
In Bodennähe ist Ozon schädlich, weil es tief in die Atemwege eindringt und Husten, Augenbrennen oder Kurzatmigkeit verursachen kann. Besonders betroffen sind Menschen mit Asthma, Kinder und ältere Menschen. In der Stratosphäre hingegen ist die Ozonschicht wichtig, weil sie die UV-Strahlung der Sonne absorbiert.
Hitze und Trockenheit prägen den Sommer 2026 in Europa und sorgen für bedenkliche Rekorde. Hitzewellen, Niedrigwasser, Waldbrände - ein Überblick.
25.08.2026 | 1:25 minHitzesommer 2026: Zu viele Tage mit hohen Ozonwerten in Europa
Bei Feinstaub und Stickstoffoxid haben EU-Regulierungen dazu geführt, dass die Belastung deutlich zurückgegangen ist. Die Ozonbelastung in Europa bleibt laut der Analyse allerdings konstant hoch.
Laut der EU-Luftqualitätsrichtlinie sollte der Ozon-Zielwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter nur an maximal 25 Tagen pro Jahr überschritten werden. Im Hitzesommer 2026 gab es jedoch vor allem in südeuropäischen Regionen an weit mehr als 30 Tagen massive Überschreitungen.
In Hamburg kamen im September Experten zu einem Extremwetter-Kongress zusammen. Ihre Kernaussage ist klar: Der Klimawandel in Deutschland beschleunigt sich.
23.09.2026 | 1:55 minHohe Ozonbelastung in Mailand, Kairo, Mexiko-Stadt
Am höchsten war die Ozonbelastung demnach in Metropolen wie Mailand, Delhi, Kairo und Mexiko-Stadt. Besonders dramatisch sei die Lage in Asien, so Copernicus: Dort waren im Jahr 2026 rund 60 Prozent der Bevölkerung zumindest zeitweise extrem hohen Ozonwerten ausgesetzt. "Extrem hoch" ist die schlechteste von sechs Kategorien. In Europa litten 17 Prozent der Menschen unter hoher oder extrem hoher Belastung. CAMS-Leiterin Laurence Rouil sagte:
Die Ozonbelastung führt uns eindringlich vor Augen, wie eng unsere Atmosphäre, unser Klima, unsere Gesundheit und unsere Lebensgrundlagen tatsächlich miteinander verflochten sind.
Laurence Rouil, Copernicus
Waldbrände führen zu Luftverschmutzung
Auch der Rauch von Waldbränden sorgt für Luftverschmutzung. In Europa zeigte sich das in diesem Sommer besonders deutlich: In Frankreich, Spanien und Belgien brannten große Flächen.
Die global abgebrannte Gesamtfläche ging in den vergangenen Jahrzehnten zwar zurück. Das lag aber vor allem daran, dass es in Afrika weniger der traditionellen Savannenbrände gab. Die Belastung der Menschen durch Waldbrandrauch ist laut Copernicus in den vergangenen 20 Jahren um 40 Prozent gestiegen. Die Ursache liegt in intensiveren Bränden im Zuge des Klimawandels, die immer näher an besiedelte Gebiete heranreichen.
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