Astronomin erklärt:Asteroid, Meteor, Meteorit: Wann werden sie gefährlich?
In Koblenz hat ein Meteorit ein Hausdach beschädigt. Was unterscheidet ihn von Asteroiden und Meteoren - und wie gefährlich sind die Himmelskörper?
Der in Koblenz eingeschlagene Meteorit sei "Urmaterie aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems", sagt Carolin Liefke vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.
09.03.2026 | 11:42 minEin leuchtender Meteor ist am Sonntag über Westdeutschland geflogen, ein Fragment davon, etwa tennisballgroß, krachte in Koblenz durch ein Hausdach und beschädigte es. Was den Himmelskörper von anderen unterscheidet und wie gefährlich das Phänomen ist - die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Asteroid, Meteor, Meteorit - was ist was?
Kurz und knapp gibt es drei Phasen bei Himmelskörpern wie in Koblenz:
- Asteroid: Ein Himmelskörper im All, der sich auf die Erde zubewegen kann
- Meteor: Der Himmelskörper leuchtet bei seinem Sturz auf die Erde auf
- Meteoriten: Bruchstücke des Asteroiden, die auf die Erde fallen
Asteroiden sind laut der Astronomin Carolin Liefke vom Max-Planck-Institut felsige Gebilde, die vor Milliarden Jahren bei der Entstehung unseres Sonnensystems und der Planeten übrig geblieben sind.
Teile eines Meteoriten haben in Rheinland-Pfalz Schäden an Häusern angerichtet. Schadensmeldungen gebe es aus dem Hunsrück, der Eifel und aus Koblenz, so ein Polizeisprecher auf Anfrage der dpa.
08.03.2026 | 0:24 minTrifft ein Asteroid auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere fliegen durch die Erdatmosphäre.
Aus elektrisch geladenen Teilchen bildet sich beim Sturz auf die Erde eine hell leuchtende Plasmaspur. Diese Lichterscheinung wurde am Sonntag in Rheinland-Pfalz von vielen Menschen als "Feuerblitz am Himmel" gesichtet, so die Polizei in Kaiserslautern. Es handelt sich dabei um einen Meteor, auch Sternschnuppe genannt.
Den eigentlichen Stein sehen wir während des Falls gar nicht. Was wir sehen, ist die Luft, die da leuchtet.
Caolin Liefke, Haus der Astronomie
Der Stein käme mit Geschwindigkeiten von mehreren zehn Kilometern pro Sekunde angeflogen und erhitze die Luft. Man müsse sich das vorstellen, wie wenn wir "die Luftpumpe des Fahrrads betätigen und die wird ordentlich warm", wenn wir pumpen. Die Luft ist also das, was da leuchtet.
Ein Meteorit ist im Koblenzer Stadtteil Hüls in ein Hausdach eingeschlagen.
Quelle: ImagoObjekte aus dem All: Meteorit, Meteor, Asteroid? Wir erklären Euch die Unterschiede.
29.03.2023 | 9:11 minMeteorit in Koblenz: Wie gefährlich ist das?
Schätzungsweise alle zehn Tage tritt ein Himmelskörper in die Atmosphäre ein, der einen Meter oder mehr misst. Gefährlich ist das nicht: In dieser Größenordnung zerbrechen die Himmelskörper beim Eintritt in die Atmosphäre, verglühen meist vollständig, was einen spektakulären Feuerball erzeugt, aber kaum oder keinen Schaden hinterlässt. Im Abstand von etwa zehn Jahren trifft ein Himmelskörper die Erde, der groß genug ist, um leichte Schäden anzurichten.
Ein Meteor, der im Februar 2013 nahe der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk am Ural in der Atmosphäre zerbarst, richtete hingegen größere Schäden an. Nach früheren Angaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums wurden damals durch die Druckwelle mehr als 7.000 Gebäude beschädigt und rund 1.500 Menschen durch herumfliegende Glassplitter verletzt.
Um die Erde kreisen laut Schätzungen von 2023 um die 25.000 Himmelskörper, die einen Durchmesser von 140 Metern oder mehr haben. Bei dieser Größe hinterlässt ein Einschlag bereits einen beachtlichen Krater, der je nach Beschaffenheit des Asteroiden bis zu zwei Kilometer messen kann. Die Druckwelle breitet sich Hunderte Kilometer aus - und hinterlässt vor allem im direkten Umkreis der Einschlagsregion verheerende Verwüstungen.
Die gute Nachricht: Himmelskörper dieser Größe kreuzen die Erd-Umlaufbahn nur alle 20.000 Jahre und können von der Menschheit abgewehrt werden.
Noch seltener treffen Asteroiden die Erde, die groß genug sind, um unsere Zivilisation ernsthaft zu bedrohen. Solche Ereignisse passieren nur im Abstand von 600.000 bis 700.000 Jahren, schätzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
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Können Meteoriten vorhergesagt werden?
An die zwei Millionen Asteroiden in unserem Sonnensystem seien bereits bekannt, doch noch lange seien nicht alle gefunden worden, so Astronomin Carolin Liefke. Die meisten seien laut Liefke dabei in "sicherer Entfernung". Diejenigen, die das nicht seien, hätten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler "relativ genau im Blick".
Die Gefahr bestünde etwa bei Brocken, die über einen Kilometer groß seien. Diese kommen laut Liefke deutlich seltener vor und seien "unter strikter Überwachung".
Der gestrige Meteorit konnte nicht vorhergesagt werden. Das sei bisher auch selten gelungen:
Wir haben gerade einmal eine Handvoll Ereignisse innerhalb der letzten 20 Jahre, die man wirklich vorhersagen konnte als Einschlag auf der Erdoberfläche.
Carolin Liefke, Max-Planck-Institut
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07.02.2026 | 43:59 minIn diesen Fällen hätte man Glück gehabt. Inzwischen schaue man laut Liefke auch genauer hin. Doch gerade in der Größe, die gestern vorkam, gebe es "viel zu viele noch unbekannte Brocken, die wir einfach nicht auf der Rechnung haben."
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