Tatverdächtiger weiter auf der Flucht:Sabotageverdacht bei Umspannwerk in Sachsen
Schon wieder hat die Polizei Sprengvorrichtungen in der Nähe eines Umspannwerkes sichergestellt, diesmal in der Nähe von Görlitz. Der Tatverdächtige ist weiter auf der Flucht.
Polizeieinsatz nach dem Fund von Sabotagevorrichtungen an Stromversorgung in Sachsen.
04.09.2026 | 1:32 minIn Sachsen hat die Polizei neun weitere selbstgebaute Sprengvorrichtungen gefunden, die mutmaßlich für Anschläge auf die Stromversorgung aufgestellt wurden. Sie befanden sich unmittelbar an Hochspannungstrassen in der Nähe des Umspannwerks Graustein bei Görlitz, wie das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft am Montag in Dresden mitteilten. Der Tatverdächtige war weiter auf der Flucht.
Am Dienstag vergangener Woche waren Anschläge auf Umspannwerke bei Jänschwalde in Brandenburg und Bergheim in Nordrhein-Westfalen verübt worden. Weitere verdächtige Vorrichtungen wurden später in Dormagen und Weisweiler entdeckt. Nach Angaben von Polizei und Netzbetreibern wurde dabei mit pyrotechnischen Geschossen leitfähiges Material in Hochspannungsleitungen geschossen, um Kurzschlüsse zu verursachen. In der Umgebung wurden Abschussvorrichtungen gefunden.
Vorwurf: Verfassungsfeindliche Sabotage
Die Anschläge in Bergheim und Jänschwalde führten zu Abschaltungen in Kraftwerksblöcken, die Stromversorgung war aber nicht gefährdet. Die Ermittlungen laufen unter anderem wegen des Vorwurfs verfassungsfeindlicher Sabotage, in Brandenburg auch wegen Bildung einer Terrorvereinigung.
Am Freitag wurden auch in Sachsen Sprengvorrichtungen in der Nähe der Umspannwerke Bärwald und Graustein entdeckt. Nach Hinweisen war dort die Polizei ausgerückt. Bis Sonntag war sie im Einsatz. Insgesamt fand sie in Sachsen 21 solcher Vorrichtungen, wie die Ermittler nun mitteilten.
Die Polizei hatte am Wochenende einen Großeinsatz am Hambacher Forst gestartet - rund 100 Fahrzeuge sollen beteiligt sein. Gesucht wird nach dem Tatverdächtigen, der die Umspannwerke sabotiert haben soll.
06.09.2026 | 0:24 minFahndung nach Tatverdächtigem
Nach dem Tatverdächtigen, einem 48 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen, wird öffentlich gefahndet. Er soll einige der Taten in Bekennerschreiben zugegeben und mit Kritik an der Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen begründet haben.
Am Sonntag rückte die Polizei mit Drohnen zu einem Großeinsatz in der Nähe des Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen aus. Dort war am Freitag auf einem Parkplatz das Wohnmobil des 48-Jährigen gefunden worden. Die Brandenburger Polizei teilte mit, dass er inzwischen mit dem Fahrrad unterwegs sein könnte. Gefunden wurde er zunächst nicht.
Polizei ermittelt nach Brand in Umspannwerk in Berlin
Auch in Berlin ist in der Nacht ein Umspannwerk durch ein Feuer leicht beschädigt worden. Die Einsatzkräfte seien am frühen Montagmorgen alarmiert worden, teilte die Polizei mit. In der Bissingzeile brannten demnach "eine Baustelle und ein Teil des Umspannwerkes, welche durch das Feuer beschädigt wurden".
Der Brand war in der Nacht nach einer Explosion ausgebrochen, wie ein Sprecher des Betreibers 50Hertz sagte. Dem 50Hertz-Sprecher zufolge deutet derzeit einiges darauf hin, dass ein technischer Defekt die Ursache ist. Dies bestätigte auch die Polizei nach ersten Ermittlungen.
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