Hitze: Deutschland steuert auf Rekord zu - über 40 Grad erwartet

Über 40 Grad erwartet:Deutschland steuert auf Hitze-Rekord zu

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Die Nächte bringen kaum noch Abkühlung und tagsüber könnten erstmals im Juni mehr als 40 Grad gemessen werden. Experten sprechen von einer möglicherweise historischen Hitzewelle.

Ein Mann schützt sich vor dem Brandenburger Tor mit einem Blatt Papier gegen die Sonne.

Eine Hitzewelle zieht über Deutschland. Die hohen Temperaturen sind für viele eine Belastung und es werden Möglichkeiten zur Abkühlung gesucht.

23.06.2026 | 0:59 min

Deutschland erlebt die bisher heißesten Tage dieses Jahres - während der aktuellen Hitzewelle ist ein erster Rekord eingestellt worden. Die vergangene Nacht zieht nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit der wärmsten Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gleich. Im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern fiel die Temperatur nicht unter 26,2 Grad. Bisheriger Rekordhalter war der Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz, wo die Temperatur am 25. Juli 2019 ebenfalls nicht unter 26,2 Grad gesunken war.

Die kommenden Nächte werden höchstwahrscheinlich noch wärmer. Ab einer Mindesttemperatur von 20 Grad spricht der Wetterdienst von einer Tropennacht.

Die Meteorologen rechnen damit, dass es an mehreren Tagen hintereinander Spitzenwerte von mehr als 40 Grad geben wird. Besonders hitzeempfindliche Menschen müssen jetzt auf sich aufpassen. Denn es wird nicht nur tagsüber rekordverdächtig heiß, auch nachts gibt es kaum Abkühlung.

London: Touristen schützen sich vor dem heißen Wetter unter einem Regenschirm auf der Westminster Bridge im Zentrum Londons

Europa leidet weiter unter extremer Hitze: In Spanien herrscht landesweit Alarm, Frankreich erlebt einen historischen Hitzetag – und auch in Deutschland könnte am Freitag ein Rekord fallen.

24.06.2026 | 2:30 min

Extremhitze trifft die Schwächsten zuerst

Heftige Hitze wie in diesen Tagen ist im Zuge der Klimakrise hierzulande häufiger geworden - und dürfte noch weiter zunehmen. Zahlen des DWD belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat. Trotz starker Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden.

Der Sozialverband Deutschland forderte, Bund, Länder und Kommunen müssten verbindliche Hitzeaktionspläne flächendeckend umsetzen und Hitzeschutz fest verankern. "Diese Hitzewelle zeigt erneut, dass Extremhitze längst ein soziales Gesundheitsrisiko ist und die Schwächsten zuerst trifft", sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.

Ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder, Menschen mit Behinderungen, chronisch kranke und wohnungslose Menschen brauchen jetzt verlässlichen Schutz, gut erreichbare Informationen, kühle Räume, Trinkwasser und konkrete Unterstützung im Alltag.

Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland

Hitzewellen unter "tödlichsten Extremwetterereignissen"

Die Bundesärztekammer schreibt: "Großflächige Hitzewellen bedrohen die Gesundheit sehr vieler Menschen und zählen zu den tödlichsten Extremwetterereignissen überhaupt."

Die aktuelle Lage sei gerade deshalb so riskant, weil die hohen Temperaturen anhalten und sich Gebäude, Wohnungen und Praxisräume über die Tage immer weiter aufheizen und nachts kaum noch abkühlen.

Hier warnt der DWD vor Hitze

ZDFheute Infografik

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DWD: Hitzewelle könnte "historisch" werden

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird es noch heißer. "Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man diese Hitzewelle am Ende als historisch bezeichnen kann", so Meteorologe Oliver Reuter von der Wettervorhersagezentrale des DWD in Offenbach.

Nicht nur, weil der bisherige deutsche Juni-Rekord vermutlich deutlich überboten wird, sondern auch, weil es in dieser Fläche und an drei aufeinanderfolgenden Tagen noch keine Spitzenwerte von über 40 oder gar 41 Grad in Deutschland gab.

Oliver Reuter, Deutscher Wetterdienst

An diesem Freitag könnte die 40-Grad-Marke erstmals in einem Juni in Deutschland geknackt werden, sagt Reuter. "Konkret deutet sich dies vor allem vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet an, dabei sind Höchstwerte von 41 Grad möglich." Auch sonst werfe das Hoch "Hartmut" den Backofen an: Landesweit werden es 35 bis 39 Grad. Samstag und Sonntag sind ebenfalls örtlich bis zu 41 Grad möglich.

Wer angesichts der erwarteten Hitze in der zweiten Wochenhälfte eine geplante Bahnreise nicht antreten will, kann diese nun kostenfrei stornieren. Die Deutsche Bahn bietet erstmals eine sogenannte Hitze-Sonderkulanz an, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. "Wer seine Reise bei dieser Extrem-Wetterlage nicht antreten möchte, bekommt sein Geld zurück", so die Bahn. Die Möglichkeit gilt demnach für Tickets für eine Fernverkehrsreise bis einschließlich 30. Juni, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Dies umfasse auch Spar- und Supersparpreis-Tickets.

Steigenge Fahrgäste am Frankfurter Hauptbahnhof in Frankfurt am Main.

Wegen extremer Hitze können Bahntickets bis Dienstag kostenlos storniert werden, Asphalt schmilzt, Flüsse führen Niedrigwasser. Die Hitze trifft Bus, Bahn und Schifffahrt gleichermaßen.

25.06.2026 | 1:04 min

Wann wird es wieder kühler?

"Ab Montag wird es deutlich kühler, aber es wird nicht kühl", sagte Meteorologe Reuter. Aber statt Temperaturen zwischen 35 und 41 Grad wie am Wochenende seien zum Wochenstart Werte zwischen 25 und 31 Grad möglich.

"Nachts wird dann auch frischer", sagte er. Im Süden bleibe es nachts noch ein wenig wärmer mit 14 bis 16 Grad, im Norden sinken die Temperaturen demnach sogar auf 13 bis 10 Grad.

Aktuelle Meldungen zur Hitze in unserem Liveblog:

Hitzewelle
:Heißeste Nacht in Deutschland

Eine Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Temperaturen bis zu 40 Grad sind tagsüber möglich, auch nachts kühlt es nicht ab. Der Rekord für die wärmste Nacht wurde eingestellt.
Thermometer zeigt hohe Temperaturen an. (Symbolfoto)
Liveblog
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem in "heute in Europa" am 24.06.2026 ab 16 Uhr.

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