Erdbeben in Kolumbien: Zahl der Toten steigt auf über 180

Landesweiter Notstand ausgerufen:Erdbeben erschüttert Kolumbien - mehr als 180 Tote

|

Nach einem schweren Erdbeben in Kolumbien melden die Behörden mittlerweile über 180 Tote. Häuser sind eingestürzt, Rettungskräfte und Einwohner suchen nach Überlebenden.

Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden.

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien steigt die Anzahl der Toten auf mindestens 180 Menschen. Über 3.000 Menschen werden vermisst.

11.08.2026 | 1:32 min

Die Zahl der Toten nach einem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens steigt weiter an. Nach einer vorläufigen Bilanz des kolumbianischen Städteverbands Asocapitales kamen mindestens 181 Menschen ums Leben.

Mindestens 1.246 Menschen wurden bei dem Erdbeben verletzt. Die Opferzahl dürfte weiter steigen, da die Rettungs- und Bergungsarbeiten noch laufen. Nach mehr als 3.000 Vermissten werde gesucht, teilten die Bürgermeister und Gouverneure aus Cali, Pereira, Chocó und Manizales mit.

Such- und Rettungsteams sind inmitten der Trümmer eines eingestürzten Gebäudes im Einsatz, nachdem am 10.08.2026 ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 die Stadt Pereira in Kolumbien erschüttert hat

Kolumbien: Such- und Rettungsteams suchen in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden.

Quelle: ddp

Viele Opfer in Kolumbiens Kaffee-Anbaugebieten

Besonders betroffen war das für den Kaffee-Anbau bekannte Departamento Risaralda mit der Regionalhauptstadt Pereira im Westen des Landes, das auch bei Touristen beliebt ist. Dort gab es den Behörden zufolge dutzende Tote.

Viele Todesopfer gab es auch im Departamento Valle del Cauca mit der Regionalhauptstadt Cali, der drittgrößten Stadt des Landes. Aus der ebenfalls in der Kaffee-Region gelegenen Stadt Manizales wurden weitere Todesopfer gemeldet.

Noch kann niemand sagen, wie groß die Zerstörung wirklich ist.

Kristin Wesemann, Konrad-Adenauer-Stiftung in Bogota

Auch nach dem Beben seien noch Gebäude eingestürzt, wie die Leiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bogota, Kristin Wesemann, mitteilte.

Manizales: Turm der Kathedrale abgebrochen

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von zahlreichen zerstörten Häusern in Cali und Manizales. In Manizales knickte unter anderem einer der Türme der bekannten Kathedrale ein.

Kolumbien: Die Schäden an der Kathedrale von Manizales nach einem Erdbeben

Kolumbien: Die Schäden an der Kathedrale von Manizales nach einem Erdbeben

Quelle: AFP

Im stark betroffenen Cali im Südwesten des Landes räumten Einsatzkräfte und Freiwillige am Dienstag mit bloßen Händen die Trümmer beiseite, um Überlebende zu finden.

USA wollen Hilfe schicken

Die Hauptstadt Bogotá schicke 100 Rettungskräfte nach Cali. Bürgermeister unterstützten andere Bürgermeister, berichtete Wesemann.

"Nach den vergangenen extrem polarisierten Jahren sieht man keine Schuldzuweisungen und keinen Kompetenzstreit. Alle packen an."

Ausland bietet Unterstützung an

Auch internationale Hilfe wird vorbereitet. Zahlreiche Staaten boten ihre Unterstützung an. Die USA gaben nach Angaben des Außenministeriums 15,5 Millionen Dollar frei. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, bekundete auf der Plattform X ihre Solidarität. Der Satellitendienst Copernicus sei "zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt" worden.

Die Weltkarte zeichnet die Erdbebengebiete der Erde aus. Besonders die amerikanische Pazifikküste sowie Japan, Neuseeland, Neuguinea und Zentralasien sind gefährdet.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, Kolumbien "jede erforderliche Unterstützung" zukommen zu lassen.

Erdbeben der Stärke 7,4

Das Beben hatte sich am Montagmorgen um 07:34 Uhr (Ortszeit, 14:34 Uhr MESZ) ereignet und hatte eine Stärke von 7,4. Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste.

Die Momenten-Magnituden-Skala gibt an, wie stark ein Erdbeben war. Ab 4 ist es deutlich wahrnehmbar, ab 6 sind größere Schäden zu erwarten.

Die Momenten-Magnituden-Skala misst, wie stark ein Erdbeben war.


Auch nahegelegene Städte im Westen des Landes wurden erschüttert, in ihnen brach teilweise Panik aus. Kolumbiens Staatschef de la Espriella, der erst am Freitag sein Amt angetreten hatte, sprach von tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern und rief den Katastrophenfall aus.

Schweres Beben in Venezuela

Zuletzt hatten im Juni zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Kolumbiens Nachbarland Venezuela erschüttert. Dort stieg die Opferzahl inzwischen auf über 6.300, wie Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Montag mitteilte.

Menschen tragen eine Leiche aus einem durch Erdbeben eingestürzten Gebäude.

Ein schweres Doppel-Erdbeben hatte Kolumbiens Nachbarland Venezuela im Juni erschüttert.

07.08.2026 | 1:40 min

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: dpa, AP, AFP, kna
Über dieses Thema berichtete die heute-Sendung am 11.08.2026 um 19 Uhr sowie heute Xpress am 11.08.2026 ab 9:00 Uhr.

Mehr Nachrichten aus Kolumbien

  1. Der gewählte Präsident Kolumbiens Abelardo de la Espriella

  2. Der kolumbianische Präsidentschaftskandidat Abelardo de la Espriella feiert seinen Sieg bei der Stichwahl.

    Rechter Hardliner und Trump-Freund:Rechter De la Espriella bei Stichwahl in Kolumbien vorne

    mit Video0:27

  3. Nicolás Maduro (links) und Alex Saab stehen gemeinsam bei einer Veranstaltung zum Jahrestag des Staatsstreichs von 1958, der den Diktator Marcos Pérez Jiménez stürzte, in Caracas, Venezuela, am 23. Januar 2024.

    Vertrauter von Nicolás Maduro:Venezuelas Regierung liefert Ex-Minister an die USA aus

    mit Video0:21

  4. Colombia Attack