Südamerika:Erdbeben erschüttert Kolumbien - mindestens 69 Tote
Nach einem schweren Erdbeben gibt es in Kolumbien viele Tote und Verletzte - und die Befürchtung, dass die Opferzahlen steigen. Häuser sind eingestürzt, eine Kathedrale beschädigt.
Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäude in Cali (Kolumbien). Ein schweres Erdbeben hatte das Land in Südamerika zuvor erschüttert.
Quelle: dpaBei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 im Westen Kolumbiens sind mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen. Weitere Personen sollen noch unter den Trümmern eingestürzter Gebäude eingeschlossen sein.
Allein in dem für den Kaffeeanbau bekannten Departamento Risaralda starben nach Behördenangaben vom Montag mindestens 40 Menschen. Im Departamento Valle del Cauca kamen nach Angaben der Gouverneurin Dilian Francisca Toro mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter drei Kinder. Die Zahl schließt die Hauptstadt Cali nicht mit ein.
Menschen sollen noch eingeschlossen sein
In der Millionenstadt Cali meldete der Bürgermeister zudem mehr als 20 eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen. In Manizales sollen laut dem dortigen Bürgermeister mehr als zehn Gebäude eingestürzt sein, weitere Häuser seien schwer beschädigt worden. Auch ein Turm der dortigen Kathedrale sei betroffen.
Kolumbien: Das Erdbeben hat auch Schäden an der Kathedrale von Manizales verursacht.
Quelle: AFPIn der Hauptstadt des westkolumbianischen Departamentos Chocó, Quibdó, herrschte nach dem Beben und mehreren Nachbeben zeitweilig Panik. Die Gouverneurin Nubia Carolina Córdoba berichtete von Verletzten und schweren Gebäudeschäden.
Ein schweres Doppel-Erdbeben hatte Kolumbiens Nachbarland Venezuela im Juni erschüttert.
07.08.2026 | 1:40 minEpizentrum im Westen - Erschütterungen auch in Bogota
Das Beben ereignete sich um 7:34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) verortete es in 107 Kilometern Tiefe.
Die Momenten-Magnituden-Skala misst, wie stark ein Erdbeben war.
Die Erschütterungen waren unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales zu spüren. Videos in den sozialen Netzwerken zeigten zerstörte Gebäude und Menschen, die vor Panik auf die Straße liefen. Auch mehrere Flughäfen waren betroffen. In den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wurde das Beben Berichten zufolge wahrgenommen.
Erst vor sechs Wochen hatte ein schweres Doppel-Erdbeben Venezuela erschüttert. Mehr als 6.000 Menschen starben.
Krisenstab soll Hilfe koordinieren
Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete an, dass ein gemeinsamer Krisenstab in San José del Palmar eingerichtet werde. Das Gremium soll unter anderem die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf.
De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita.
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