Kolumbien: Rechter De la Espriella bei Präsidentenwahl vorne

Rechter Hardliner und Trump-Freund:Kolumbien: Rechter De la Espriella bei Stichwahl vorne

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Mit knappem Vorsprung gewinnt Abelardo de la Espriella die Stichwahl um das Präsidentenamt in Kolumbien. Der rechte Hardliner wurde im Wahlkampf von US-Präsident Trump unterstützt.

Der Präsidentschaftskandidat Ivan Cepeda spricht in Kolumbien, zu seinen Anhängern.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien vor drei Wochen gab es Streit um das Ergebnis. Amtsinhaber Gustavo Petro sprach von Unregelmäßigkeiten.

01.06.2026 | 0:27 min

Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politik-Neuling setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag knapp gegen den linken Senator Iván Cepeda durch, wie aus offiziellen Wahlergebnissen hervorging.

De la Espriella kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent, Cepeda auf 48,7 Prozent. Der Anwalt wird den linken Amtsinhaber Gustavo Petro, der nicht erneut antreten konnte, am 7. August ablösen.

Damit vollzieht das südamerikanische Land inmitten einer Welle der Gewalt einen scharfen Rechtsruck.

De la Espriella will hartes Vorgehen gegen die Kriminalität

Der 47-jährige De la Espriella will bewaffnete Gruppen mit militärischer Gewalt bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen.

Der Rechtsaußenpolitiker, der sich selbst "Der Tiger" nennt, will ins Drogengeschäft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bekämpfen. Außerdem will er im Kampf gegen die Kriminalität - ähnlich wie in El Salvador - Mega-Gefängnisse errichten.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte De la Espriella während des Wahlkampfs, er werde das Militär eine 90-tägige Offensive mit Bombardierungen und Ausräucherung von Koka-Plantagen führen lassen. Dafür wolle er sich die Unterstützung der USA und Israels holen. Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt.

GInnenhof des Gefängnisses in Bogota, am Rand stehen mehrere Frauen. Aus den vergitterten Fenstern der Zellen hängt Wäsche.

Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt. Das lockt Menschen an, die vom schnellen Geld durch Drogenschmuggel träumen. Diese Träume füllen Kolumbiens Gefängnisse mit Ausländern.

16.05.2026 | 43:45 min

De la Espriella war in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen mit 44 Prozent überraschend auf dem ersten Platz gelandet. Senator Cepeda war auf 41 Prozent gekommen.

Trump spricht De la Espriella Unterstützung aus

US-Präsident Trump hatte De la Espriella, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, im Wahlkampf seine "vollständige und totale Unterstützung" ausgesprochen. Zugleich warnte Trump vor Konsequenzen für das Verhältnis zwischen den USA und Kolumbien bei einem Sieg des "radikal-linken Marxisten" Cepeda.

Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren zu dem Urnengang aufgerufen. Nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse jubelten Anhänger von De la Espriella und schwenkten Fahnen.

Kolumbien von bewaffneten Konflikten geplagt

Die Wahl fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle in Kolumbien seit einem Jahrzehnt statt. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensschluss zwischen der Regierung und der vormals mächtigen Guerilla-Organisation Farc sind in Kolumbien weiterhin viele bewaffnete Gruppen aktiv. Das Spektrum reicht von Abspaltungen der früheren Farc über rechte paramilitärische Gruppierungen bis hin zu Drogenbanden.

Menschen stehen zwischen Fahrzeugen, die bei einem Angriff auf dem Panamericana-Highway in Cajibio, Kolumbien, am Samstag, dem 25. April 2026, beschädigt wurden.

Bei einem Bombenanschlag im Westen Kolumbiens sind mindestens 14 Menschen getötet worden, weitere wurden verletzt. Präsident Petro macht Terroristen für den Anschlag verantwortlich.

26.04.2026 | 0:21 min

Petro hatte sich in seiner auslaufenden vierjährigen Amtszeit durch Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen um eine weitere Befriedung des seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten leidenden Landes bemüht. Doch gelang ihm kein größeres weiteres Friedensabkommen.

Stattdessen wurde auch der Wahlkampf von heftiger Gewalt überschattet. So wurden mehrere Anschläge mit Autobomben und Drohnen verübt. Im Juni 2025 wurde der rechtsgerichtete Präsidentschaftskandidat Miguel Uribe ermordet.

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Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 01.06.2026 um 13:49 Uhr.

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