Teurer Fastfood-Renner:Trotz Preisanstieg: Döner ist weiter sehr beliebt
Döner wird im ganzen Land teurer, nur in Berlin sinken die Preise leicht. Um die Nachfrage trotzdem hochzuhalten, lassen sich die Hauptstadt-Gastronomen einiges einfallen.
Der Döner ist deutlich teurer geworden: 2025 kostete er im Schnitt 7,11 Euro - rund 47 Prozent mehr als 2021.
08.03.2026 | 0:17 minDie Zeiten, in denen ein Döner für drei Euro schon als teuer galt, sind lange vorbei. Insbesondere in den vergangenen Jahren gingen die Kebab-Preise bundesweit steil nach oben. Sieben, acht oder noch mehr Euro für ein gefülltes Fladenbrot sind inzwischen Normalität. Der Nachfrage hat das aber nicht geschadet. Und insbesondere in Berlin zeichnete sich zuletzt etwas Entspannung bei den Dönerpreisen ab.
Ein Döner kostete 2025 im Schnitt 7,11 Euro
Für einen Döner mit Fleisch waren im vergangenen Jahr im bundesweiten Schnitt 7,11 Euro fällig - 47 Prozent mehr als vier Jahre zuvor, als es noch 4,85 Euro waren, hat das Marktforschungsinstitut YouGov ermittelt. Trotzdem nahm die Zahl der Bestellungen zwischen 2021 und 2025 um 15 Prozent zu.
Der Döner-Preis ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Doch würde man die "versteckten" Kosten für Gesundheit und Klima miteinbeziehen, wäre ein Döner noch teurer.
05.04.2025 | 1:28 minLaut einer im Mai 2025 durchgeführten Umfrage des Instituts isst gut jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal im Monat Döner (35 Prozent), knapp die Hälfte seltener (48 Prozent). Bei der Befragung waren sowohl Varianten mit als auch solche ohne Fleisch inbegriffen.
Der Döner zählt neben der Currywurst zu den beliebtesten Schnellgerichten hierzulande. Doch die Kostensteigerungen bei Lebensmitteln und Energie gingen in den vergangenen Jahren auch an dieser Branche nicht vorbei. Die Preise sind, wie für viele andere Produkte auch, in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
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10.10.2021 | 28:50 minPunktuelle Preisrückgänge in Berlin
Doch vor allem in der Hauptstadt wurde der Döner bei manchen Imbissen zuletzt wieder etwas günstiger. "In Berlin sind derzeit punktuelle Preisrückgänge zu beobachten", sagt Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland. Zwischen 50 Cent und einem Euro pro Döner bewegten sich die Reduzierungen.
Auffällig sei das vor allem beim Hähnchendöner, der in Berlin traditionell stark vertreten ist. "Hier haben wir in den vergangenen Monaten deutliche Preisrückgänge im Einkauf von Geflügelfleisch gesehen, was den Betrieben temporär Spielraum verschafft hat", sagt Koc. Von einer flächendeckenden Entwicklung könne jedoch nicht gesprochen werden.
Insbesondere bei Neueröffnungen werde verstärkt über den Preis gearbeitet. Etablierte Standorte hielten den Dönerpreis hingegen eher stabil.
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05.01.2026 | 1:53 minÜberangebot in der Hauptstadt
Neben den niedrigen Geflügelpreisen spielen laut Koc noch weitere Faktoren eine Rolle für die punktuelle Entwicklung. Zum einen mache sich die abgeschwächte Inflation bemerkbar, zum anderen gebe es vor allem in Berlin ein großes Überangebot an Döner-Imbissen. Nach wie vor würden zahlreiche neue Standorte eröffnet.
"Dieses Zusammenspiel führt zu intensivem Wettbewerb", sagte Koc. Einige Anbieter versuchen, sich über den Preis zu positionieren.
Eine dauerhafte Kostensenkung hält er hingegen für unwahrscheinlich. Die Kostenbasis, vor allem bei Rind- und Kalbfleisch, Personal sowie Mieten, bleibe hoch. Im Januar sind die Preise für Rindfleisch dem Statistischen Bundesamt zufolge im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Viertel gestiegen.
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08.11.2025 | 0:46 minHochwertige Produkte steigern den Preis
Für die Imbisse ergäben sich dadurch aber auch Möglichkeiten. "Parallel zum Preiswettbewerb im unteren und mittleren Segment beobachten wir in Berlin einen klaren Qualitätstrend", betonte Koc. Händler setzten auf neue Produkte wie Steak-Döner oder andere hochwertigere Fleischqualitäten. "In diesem Segment werden Preise von 12 Euro oder mehr pro Döner aufgerufen - und vom Markt akzeptiert."
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Ein Burger mit Bio-Rindfleisch-Patty, konventionellem Gemüse, Brot, Käse und Pommes kostet demnach 2,91 Euro mehr. Im Vergleich dazu kommt ein Burger mit konventionellem Rindfleisch auf 2,90 Euro an Mehrkosten.
Insbesondere bei den versteckten Kosten für den Boden schneidet der Bio-Beef-Burger leicht schlechter ab als der Burger mit konventionellem Fleisch: Bei Bio sind es plus 18 Cent, bei konventionell plus 16 Cent. Das liegt vor allem daran, weil für Bio-Tiere mehr Fläche benötigt wird. Bei den zusätzlichen Kosten fürs Klima sind Bio-Beef-Burger und konventioneller Burger mit plus 62 Cent gleichauf. Beim Rinderfutter ist der Bio-Beef-Burger hingegen tatsächlich nachhaltiger, da beim Anbau von konventionellem Rinder-Futter mehr Pestizide und Chemikalien eingesetzt werden und Regenwald abgeholzt wird.
Ein Döner mit Kalbfleisch und Hirtenkäse müsste den Forscher zufolge 3,20 Euro mehr kosten, wenn man die versteckten Kosten für Klima, Boden, Wasser und Gesundheit miteinrechnet. Insbesondere der Faktor Gesundheit ist mit plus 1,55 Euro hier ausschlaggebend. Berücksichtigt werden dabei zum einen gesundheitliche Folgen, die bei der Produktion zum Beispiel durch Feinstaubbelastung entstehen. Zum anderen wird eingerechnet, inwiefern der Konsum des Lebensmittels das Gesundheitssystem finanziell belasten. Laut einer wissenschaftlichen Studie der Harvard School of Public Health steigt beispielsweise beim Verzehr von zu viel rotem Fleisch das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken.
Im Vergleich zum Döner schneidet das Falafel-Sandwich eindeutig besser ab: Hier kommen die Wissenschaftler auf einen wahren Preis von plus 27 Cent. Laut den Forschern haben pflanzenbasierte Lebensmittel wesentlich geringere Umweltfolgekosten. "Tiere haben einen schlechten Wirkungsgrad. Ich muss ziemlich viel Futter hineinbringen, um relativ wenig Kalorien an Output zu generieren und das ist ineffizient," erklärt Prof. Tobias Gaugler.
Berlin zeige also beide Extreme: intensiver Preiswettbewerb im Massenmarkt sowie "Premiumisierung im oberen Segment". Und im Rest des Landes? Bundesweit sei die Lage bei den Preisen deutlich heterogener, sagt Koc. Doch könne die Entwicklung aus Berlin auch bald dort ankommen. Die Hauptstadt agiere als wichtiger Taktgeber für Trends im Dönermarkt.
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