Bad Bunnys Super-Bowl-Show setzt Zeichen - und erzürnt Trump

Halbzeitshow bei Football-Mega-Event:Bad Bunny setzt bei Super Bowl Zeichen - und erzürnt Trump

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Mit einer spanischsprachigen Halbzeitshow begeistert Bad Bunny Millionen Zuschauer beim Super Bowl und sendet klare politische Botschaften. Kritik kommt von US-Präsident Trump.

Bad Bunny bei seiner Halbzeitshow im weißen Anzug, steht auf dem Dach eines Autos und singt.

Latin-Superstar Bad Bunny gab mit seinem spanischsprachigen Auftritt bei der Super-Bowl-Halbzeitshow auch ein politisches Statement. US-Präsident Trump gefiel das gar nicht.

09.02.2026 | 0:24 min

Ein Zuckerrohrfeld, Hits auf Spanisch und ein Aufruf für Liebe statt Hass: Der Reggaeton-Musiker Bad Bunny hat bei seiner Halbzeitshow beim Super Bowl Millionen Menschen mit einer gigantischen Tanzshow begeistert. Und auch politische Signale gesendet.

Bad Bunny gilt mit seiner Musik als Brückenbauer zwischen Lateinamerika und den Millionen in den USA lebenden Latinos. Der Auftritt des Superstars hatte vor dem Finale der nordamerikanischen Footballliga NFL zwischen den New England Patriots und Seattle Seahawks Kontroversen in den USA ausgelöst, insbesondere wegen seiner Kritik an der Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump und an den Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE. Aus Protest verzichtete er zuletzt auch auf Konzerte in den Vereinigten Staaten.

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Bad Bunnys Super-Bowl-Show: Viele Anspielungen auf Puerto Rico

Am Sonntag (Ortszeit) betrat Bad Bunny die Bühne in einem ganz in Weiß gehaltenen Football-Trikot mit seinem echten Nachnamen Ocasio. Er begann den Auftritt in einem Zuckerrohrfeld, wo er an Essensständen und Feldarbeitern vorbeiging.

Umgeben von "jíbaros in pavas" (Farmern in traditionellen Strohhüten), Domino-spielenden "viejitos" (ein liebevoller Begriff für ältere Herren) und einem "piragua"-Stand (Eis in Papiertüten) brachte Bad Bunny unmissverständliche Symbole der puerto-ricanischen Kultur auf das Super Bowl-Feld.

"Mi nombre es Benito Antonio Martínez Ocasio" (Mein Name ist Benito Antonio Martínez Ocasio), stellte er sich der Menge auf Spanisch vor. Er sei heute hier beim 60. Super Bowl, weil er niemals aufgehört habe, an sich zu glauben, sagte der Künstler. "Y tú también deberías de creer en ti, vales más de lo que piensas" (Und du solltest auch an dich glauben, du bist mehr wert als du denkst), sagte er weiter.

Der puerto-ricanische Sänger Bad Bunny tritt im Rahmen seiner „DeBI TiRAR MaS FOToS World Tour“ im Félix-Sánchez-Olympiastadion in Santo Domingo, Dominikanische Republik, am 21. November 2025 auf.

Bei der Halbzeitshow des Superbowls 2026 tritt Bad Bunny als erster spanischsprachiger Solokünstler auf. Seine Fans jubeln, doch sein Auftritt polarisiert.

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Alle Songs auf Spanisch - eine Botschaft auf Englisch

Bad Bunny hatte angekündigt, ausschließlich auf Spanisch zu singen. Am Ende des Sets änderte sich das, als er sagte: "God bless America" (Gott segne Amerika) und dann Kanada sowie alle Länder aus der Karibik und Lateinamerika aufzählte. "Und mein Mutterland, Puerto Rico."

Hinter dem 31-Jährigen war auf einem Bildschirm auf Englisch als Anspielung auf seine Rede bei den Grammys eingeblendet:

Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.

Bad Bunny

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Unterstützung von Ricky Martin und Lady Gaga

Das einzige Lied auf Englisch kam von Lady Gaga. Als Gastauftritt holte Bad Bunny die Popsängerin auf die Bühne. Sie sang "Die with a Smile", begleitet von einer Salsa-Band. Auf ihrem Kleid war eine "maga" zu sehen, Puerto Ricos Nationalblume.

Ricky Martin, einer der bekanntesten Crossover-Künstler Puerto Ricos, sang "Lo Que Le Pasó a Hawaii" (Was mit Hawaii geschehen ist) - eines der politischen Lieder von Bad Bunnys aktuellem Album. Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme von Hawaii durch die USA, das 1898 gleichzeitig wie Puerto Rico unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet.

Darsteller inszenieren eine Hochzeit während des Auftritts des puertoricanischen Sängers Bad Bunny bei der Apple Music Halftime Show im Levi's Stadium in Santa Clara, Kalifornien, am 08.02.2026 anlässlich des Super Bowl LX zwischen den Patriots und den Seahawks.
Quelle: AFP

Viel Sport und Musik, aber auch ein großer Tag für zwei Menschen: Bei der Halbzeit-Show hat ein Paar während der Halbzeit-Show des Super Bowls mitten im Auftritt des Grammy-Gewinners Bad Bunny geheiratet. Die "New York Times" erfuhr aus dem Umfeld des puertoricanischen Superstars, dass die Zeremonie auf dem Rasen des Stadions von Santa Clara echt war. Demnach habe das Paar Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, ursprünglich auf seine Hochzeit eingeladen. Der Sänger drehte den Spieß um: Er bot dem Paar an, live in seiner Show zu heiraten.

Zunächst war während des Auftritts ein Heiratsantrag des späteren Bräutigams auf Knien zu sehen, später eine Szene mit Brautkleid und einem Geistlichen: "Sie sind nun verheiratet und dürfen sich küssen." Unmittelbar danach folgte der Gastauftritt von Lady Gaga.

Quelle: dpa


"Lo Que Le Pasó a Hawaii" leitete eine bewegende Performance von Bad Bunnys Song "El Apagón" ("Der Stromausfall") ein - ein Verweis auf den Hurrikan "Maria", dessen Folgen und die Frustration über die anhaltenden Stromausfälle auf der Insel. Auch "La Casita", das ikonische rosafarbene Häuschen, das bei seinen Konzerten in Puerto Rico als Kulisse diente, war auf der Super-Bowl-Bühne zu sehen.

In Puerto Rico feierten Prominente wie LeBron James oder Penélope Cruz mit dem Rapper auf der Bühne. Und auch in Santa Clara standen nun Stars wie Pedro Pascal, Jessica Alba, Karol G oder Cardi B an seiner Seite.

Kendrick Lamar (von links), Jack Antonoff, Ruchaun Aker, Sounwave, Kamasi Washington und SZA nehmen am Sonntag, dem 1. Februar 2026, bei den 68. jährlichen Grammy Awards in Los Angeles den Preis für die Aufnahme des Jahres für „Luther“ entgegen.

Ungewohnt politisch auch die Stimmung bei den Grammys: Bei der Preisverleihung nutzten Bad Bunny und Billie Eilish die Bühne für Kritik an der Einwanderungsbehörde ICE.

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Trump wettert gegen Halbzeitshow

Traditionell beschwört die Halbzeitshow beim Super Bowl eigentlich den Gemeinschaftssinn von Millionen US-Amerikanern - zumal das Land derzeit so tief gespalten ist wie vielleicht noch nie. Doch Trump übte scharfe Kritik an der Halbzeitshow. Sie sei "absolut schrecklich" gewesen, "eine der schlimmsten aller Zeiten", schrieb Trump in den sozialen Medien.

"Niemand versteht ein Wort, das dieser Typ sagt, und das Tanzen ist widerlich, besonders für junge Kinder, die aus ganz Amerika und der ganzen Welt zusehen", schrieb Trump weiter. Die Show sei ein "Schlag ins Gesicht" für das ganze Land. Er unterstützte eine Gegenveranstaltung der rechtspopulistischen Organisation Turning Point USA: In einer Halle traten Künstler wie der nationalistische Trump-Unterstützer Kid Rock auf. Die Organisation sprach von einem Event für alle Amerikaner.

Der Auftritt beim Super Bowl gilt als größte Showbühne des Jahres. Mit mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA sind die kurzen, oft bombastischen Halbzeitshows häufig populärer als das eigentliche Spiel und längst zu einem eigenen Kulturphänomen geworden. In der Vergangenheit traten dort bereits Superstars wie Michael Jackson, Beyoncé und Prince auf.

Jacksons Auftritt 1993 markierte den Wandel von traditionellen Marschkapellen hin zu hochkarätigen Pop-Performances. Einige Shows gingen aus verschiedenen Gründen in die Geschichte ein - sei es Janet Jacksons und Justin Timberlakes kontroverser "Nipplegate"-Moment 2004 oder Whitney Houstons legendäre Interpretation der US-Nationalhymne 1991, die bis heute als eine der besten aller Zeiten gilt.

Quelle: dpa


Bad Bunny gehört zu den am meisten gestreamten Künstlern weltweit. Vor nur zehn Jahren arbeitete er noch in einem Supermarkt in Puerto Rico. Der Latin-Superstar wurde für "Debí Tirar Más Fotos" bei der diesjährigen Grammy-Verleihung für das "Album des Jahres" ausgezeichnet. Der Reggaeton-Sänger errang damit einen historischen Sieg: Es war das erste Mal in der Geschichte der Grammys, dass ein rein spanischsprachiges Album in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde.

Quelle: dpa, AP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Trump über Halbzeitshow von Bad Bunny empört" am 09.02.2026 um 08:10 Uhr.

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