Der Countdown läuft:Mit Artemis 2 sollen erstmals wieder Menschen zum Mond
von Inken Klinge, Cape Canaveral
Es gab Verzögerungen wegen technischer Probleme. Nun soll mehr als 50 Jahre nach dem letzten Apollo-Flug mit der Nasa-Mission Artemis 2 ein Astronautenteam zum Mond aufbrechen.
Bei Artemis 2 wollen erstmals seit über 50 Jahren Astronauten den Mond ansteuern. Sie werden mehr als eine Million Kilometer fliegen, wenn alles funktioniert. Das Video zeigt die Route in 3D.
31.03.2026 | 0:47 min"Ich möchte unbedingt dabei sein, wenn die Rakete abhebt", erzählt Michelle Scheuring aus Houston, Texas. Sie ist eine von geschätzt 400.000 Besucherinnen und Besuchern, die extra zum Launch von Artemis 2 am 1. April (Ortszeit) nach Florida gereist sind. Sie sucht im Geschäft "Space Shirts" in der Nähe von Cape Canaveral nach einem passenden T-Shirt für den Start.
Die Nachrichten in den USA berichten ständig über die Crew und die Mission. Es ist sehr aufregend.
Michelle Scheuring, Besucherin am Cape Canaveral
Beim letzten Mal sei sie noch zu klein gewesen, sagt Scheuring. Das letzte Mal war 1972, als mit Apollo 17 zwei Astronauten den Erdtrabanten betraten. Der letzte Mann auf dem Mond hieß Eugene Cernan.
"Artemis 2" - die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren - könnte im Frühjahr starten. Die Nasa ist optimistisch: Vier Astronauten sollen auf ihre Reise um den Mond geschickt werden.
20.02.2026 | 0:49 minErstmals Astronautin bei Mond-Mission dabei
Dieses Mal ist mit Christina Koch erstmals auch eine Frau dabei, eine erfahrene Astronautin. Wie Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover war auch sie auf der ISS. Nur für den kanadischen Kollegen Jeremy Hansen geht es direkt auf seiner ersten Reise ins All zum Mond.
Das ist der Traum für jeden, der je ein Astronaut war, einer ist oder einer werden wird - zum Mond aufzubrechen.
Randy Bresnik, Nasa-Astronaut
Das sagt Nasa-Astronaut Randy Bresnik, der für das Startevent ins Kennedy Space Center gekommen ist. Die Besatzung von Artemis 2 ist längst in Quarantäne, Gespräche mit Journalisten so kurz vor dem Start wären undenkbar.
Die Besatzung der Artemis 2: Jeremy Hansen, Christina Koch, Reid Wiseman und Victor Glover (v.l.n.r.)
Quelle: ddpSo weit entfernt von der Erde wie nie zuvor
Etwa zehn Tage werden die vier Crewmitglieder insgesamt unterwegs sein, den Mond umrunden und so weit weg von der Erde sein wie nie ein Mensch zuvor, mehr als 400.000 km. Nach gut 50 Jahren verlassen damit auch zum ersten Mal wieder Astronauten den Erdorbit. Das Ziel für eine spätere Landung ist der Südpol des Mondes.
Bald soll die Crew den Trabanten umfliegen, um Daten und Erkenntnisse für die Mission zu sammeln.
16.01.2026 | 43:41 min"Es sind noch so viele Fragen offen", sagt Sarah Noble von der Nasa, leitende Wissenschaftlerin für die Mondforschung im Artemis-Programm. "Ich bin sehr aufgeregt. Auf dem Mond ist wissenschaftlich gesehen die Aufzeichnung der Mondgeschichte noch erhalten, wir können gewissermaßen 4,5 Milliarden Jahre zurückblicken. Es ist wirklich ein bemerkenswertes Buch, in dem wir auch mehr über unsere eigene Geschichte erfahren."
Dieses Mal will die Nasa kommen, um zu bleiben. Geplant sind vielleicht schon in zwei Jahren mehrere Landungen nacheinander und der möglichst baldige Bau eines Monddorfes. Das langfristige Ziel ist der Mars. Nasa-Chef Jared Isaacman hat diese veränderten und ambitionierten Schritte der Artemis-Missionen gerade erst verkündet.
Mission mit Hindernissen
In den vergangenen Jahren war das Artemis-Programm wiederholt ins Stocken geraten. Die USA und allen voran Präsident Donald Trump betonen allerdings immer wieder, dass sie das globale Wettrennen zum Mond insbesondere gegen China gewinnen wollen. Dafür muss zunächst diese Reise gelingen. Es ist die Generalprobe für eine Landung.
Noch in diesem Frühjahr soll die Artemis-2-Mission von Florida aus zum Mond starten. Die Rakete dafür wurde jetzt in Stellung gebracht.
18.01.2026 | 0:33 minBesonders konzentriert verfolgt auch nach dem Abheben der Rakete Kai Bergemann von Airbus das Geschehen. Er ist der Projektleiter des Europäischen Servicemoduls im Orion-Raumschiff, in dem die Astronauten sitzen.
"Das Servicemodul ist die Lebensversicherung für die Astronauten, das kann man wirklich so sagen", erläutert er.
Die Esa-Astronauten Maurer und Gerst berichten von der starken Faszination, die der Mond noch immer auf Astronauten ausübe. Und die neue "Artemis"-Mission sei erst der Anfang.
27.11.2025 | 5:34 minEsa steuert wichtiges Servicemodul bei
Das Europäische Servicemodul, gebaut bei Airbus in Bremen, versorgt die Astronauten zum Beispiel mit Wasser und Sauerstoff und sorgt mit seinen Triebwerken für den Antrieb der Orion-Kapsel.
"Es ist das erste Mal, dass Europa mit der europäischen Weltraumagentur Esa ein missionskritisches Element bereitstellt für ein bemanntes Raumschiff der Nasa", ergänzt Jan-Henrik Horstmann, Programmmanager für das Servicemodul bei der Esa. Er sei extrem aufgeregt.
Man kann sagen, ohne uns würde die Nasa nicht zum Mond fliegen. Es ist eine historische Mission.
Jan-Henrik Horstmann, Programmmanager für das Servicemodul bei der Esa
Nachrichten | ZDFheute Xpress:Artemis 2: Die Reise zum Mond in Grafiken
Im kleinen Laden "Space Shirts" rückt eine Verkäuferin noch schnell ein paar T-Shirt-Stapel ordentlich zurecht. Sie erwartet weiterhin einen großen Andrang. Über eine Million Artemis T-Shirts haben sie hier insgesamt schon verkauft. Das sagt alles über die Begeisterung vor Ort. Noch viel größer wäre sie wohl, wenn der Start dieses Mal gelingt.
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