Update am Morgen:Eiszeit
von Peter Kunz
Guten Morgen,
heute dreht sich alles um Schnee und Eis. Bei der politischen Großwetterlage geht es um Grönland - und vor der Haustür um die Frage, ob man es sicher zur Arbeit schafft oder angesichts des Chaos lieber zuhause bleibt. Wenn man kann.
Die Schneewalze überrollt uns so, wie die Wetterdienste es warnend vorhergesagt haben. Und der Kampf mit den ungebändigten Kräften der Natur lenkt uns zumindest heute von anderen Sorgen und von Mächtigen außer Rand und Band ab.
Tagelanger Stromausfall wie in Berlin trifft uns existentiell, da wird die Kälte schnell zum Verbündeten von sogenannten "Vulkan"-Gruppen. Ausgefallene Züge, unbefahrbare Straßen und eingefrorene Oberleitungen legen uns lahm. Da braucht es gar keinen russischen Präsidenten, der Sabotageaktionen in Deutschland bezahlt.
Wie resilient sind wir eigentlich? Tage wie heute helfen uns bei der Antwort. Stürze, Unfälle, Verkehrschaos, alles schlimm genug. Aber wenn wir in der Bilanz gut durchkommen, dürfen wir uns auch auf die Schulter klopfen. Und manches akzeptieren, wie es nun mal ist: Eis und Schnee gab es früher schon.
Manchmal, scheint mir, geht uns in der allgemeinen Aufgeregtheit solche schicksalsversöhnte Gelassenheit verloren. War früher weniger Winter im Winter? Kann doch kaum sein. Als Kinder krochen wir tagelang in den Tunneln, die wir in den von den Räumfahrzeugen meterhoch aufgetürmten Schnee gegraben hatten. Und wie war das, als wir auf wochenlang gefrorenen Gewässern Eislaufen gelernt haben?
Winterchaos macht uns zu schaffen, ja. Aber wir dürfen es auch mit Humor nehmen. Gestern Morgen vor dem Büro erzählte mir der Hausmeister seinen Lieblings-Winterwitz. Treffen sich zwei Schneeflocken. "Was machst du heute?", fragt die eine.
"Ich fliege nach Grönland, um liegenzubleiben. Und du?"
"Ich bleibe in Hannover und schiebe Panik".
Bleiben Sie angemessen ruhig und kommen Sie gesund und sicher durch den Tag!
Ihr Peter Kunz, Leiter Landesstudio Niedersachsen
Was heute noch wichtig ist
09.01.2026 | 1:03 min
Prozess gegen "White Tiger" beginnt: Vor dem Landgericht Hamburg muss sich ab Freitag um 12 Uhr der unter seinem Foren-Namen bekanntgewordene mutmaßliche Pädokriminelle "White Tiger" verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-jährigen Deutsch-Iraner mehr als 200 Straftaten vor, darunter einen vollendeten und fünf versuchte Morde - mittelbar begangen im Internet. Als Opfer werden über 30 Kinder und Jugendliche unter anderem aus Deutschland, England, Kanada, und den USA benannt.
Trauer um Opfer von Crans-Montana: Die Schweiz gedenkt am Freitag mit einem nationalen Trauertag und einer Zeremonie der Toten und Verletzten der Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana. Um 14 Uhr sollen in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken im Gedenken an das Inferno der Silvesternacht läuten. Nicht nur die Familien der Opfer und die Schweizer Staatsspitze mit Präsident Guy Parmelin stehen auf der Gästeliste. Auch die Staatsoberhäupter Frankreichs und Italiens, Emmanuel Macron und Sergio Mattarella, werden erwartet.
EU-Abstimmung über Mercosur-Abkommen: Die EU-Staaten stimmen am Freitag über das Zustandekommen des seit Jahrzehnten geplanten Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ab. Dabei kommt es vor allem auf das Verhalten Italiens an. Mit den Stimmen der Regierung in Rom käme die erforderliche Mehrheit wohl zustande. Deutschland unterstützt das Abkommen, mit dem die weltweit größte Freihandelszone geschaffen würde. Frankreich lehnt die Pläne vor allem wegen zu laxer Vorgaben bei der Einfuhr von Lebensmitteln ab.
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Ausführlich informiert
ZDFheute live: Zerstört Trumps Griff nach Grönland die Nato? Die Analyse mit Ex-US-General Ben Hodges
08.01.2026 | 46:03 min
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Quelle: ZDF
Gesundheit als eigenes Schulfach - das wünschen sich 71 Prozent der Menschen in Deutschland. Laut der repräsentativen Umfrage der Hanse-Merkur-Krankenversicherung fühlt sich nur etwa jeder Zweite ausreichend informiert, um eigenverantwortlich für die eigene Gesundheit zu sorgen.
Gesagt
Man sagt, die Vereinten Nationen seien nicht gegründet worden, um uns in den Himmel zu bringen, sondern um uns vor der Hölle zu retten.
Dag Hammarskjöld, UN-Chef von 1953 bis 1961
Vor 75 Jahren wurde das UNO-Hauptquartier im Osten Manhattans am East River eröffnet. Seit der Gründung im Jahr 1945 als Antwort auf den Zweiten Weltkrieg verfolgen die Vereinten Nationen das Ziel der internationalen Zusammenarbeit - stehen aber momentan unter Druck wie nie zuvor. Kriege in der Ukraine und in Gaza sowie das Vorgehen der USA unter Donald Trump spalten die Staaten in den Gremien der UN regelmäßig.
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09.01.2026 | 1:46 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Am Freitag gibt es teils ergiebige Niederschläge. Im Norden und Osten ist das Schnee, sonst oft Regen. Die Sonne zeigt sich kurz an der Ostsee und am Alpenrand. Der Wind weht im Südwesten stürmisch aus Südwest, im Norden aus Ost, hier mit Schneeverwehungen. Die Höchstwerte liegen zwischen minus 6 Grad an der Oder und plus 10 Grad im Schwarzwald.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.
Zusammengestellt von der ZDFheute-Redaktion.
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