Update am Morgen:Wie Iran sich arabische Länder untertan machte
von Golineh Atai
Quelle: ZDF/Max Sonnenschein
Guten Morgen,
kürzlich verfolgte ich im arabischen Nachrichtenfernsehen eine Diskussionsrunde. Und musste aufhorchen: Ein bekannter Experte warf ein, dass Irans Regime doch weitaus größerer Verbrechen beschuldigt werde in der arabischen Welt als Israel jemals in den vergangenen achtzig Jahren: "Was Iran in Syrien gemacht hat - das übersteigt doch bei Weitem das, was Israel in Palästina getan hat". Große Aufregung in der Runde, einige schüttelten aufgeregt den Kopf. Aber der Experte beharrte auf seinem Standpunkt.
Auf fast jeder meiner Drehreisen in den vergangenen vier Jahren hörte ich ähnliche Stimmen. Ich werde nie den jemenitischen Journalisten vergessen, der mir nach Jahren der Folter in einem Gefängnis der Huthi-Miliz mit Tränen in den Augen erklärte, wie Iran den Jemen in den Abgrund getrieben habe durch seine Unterstützung für die Miliz. Oder den Kleinbauern, der sein rechtes Bein verlor, nachdem er über eine Huthi-Mine gelaufen war: "Niemand hier spricht gut über die Huthi. Kein einziger Bürger hier. Was hat Iran davon gehabt, sich in unsere Belange einzumischen? Wir sind die, die darunter leiden."
Auch ein Bild hat sich eingebrannt: wie mir ältere Libanesen von den Frauen im Südlibanon erzählen, die in den 1970ern noch weiße, durchsichtige Kopftücher trugen. Und dann, nach Gründung von Irans Hisbollah-Miliz dort, schwarze Tschadore anziehen mussten - weil sie sonst Gefahr liefen, Säure ins Gesicht geschüttet zu bekommen.
ZDF auslandsjournal, 21.07.2026, 18:50 Uhr
23.07.2026 | 43:44 minVier dieser arabischen Länder, die Iran nicht loslassen kann, habe ich erneut besucht. Ich wollte wissen, wie Irans Regime die Souveränität arabischer Länder untergraben, Flüchtlingsströme verursacht, Bevölkerungsgruppen gespalten und gegeneinander aufgehetzt, Gesellschaften und Kulturen verändert hat - und wie absolut seine Doktrin über die Menschen herrscht.
Seit 1979 ist der Export seiner Revolution - der Export von Terror - für das Regime zentral. Die endlose Reihe der Attentate und politischen Morde der Hisbollah, die Unterdrückung arabischer Demokratiebewegungen und Zivilgesellschaften durch Irans Milizen - all das ist nicht wirklich präsent in unserem Bewusstsein, aber prägt diese Region bis heute. Zuweilen ist auch eine leise Hoffnung zu spüren: Mit der Schwächung Irans scheint vielen der Traum einer souveränen Heimat, einer Nation ein wenig näher als zuvor.
Einen guten Tag wünscht Ihnen
Golineh Atai, ZDF-Studioleiterin für die arabische Welt in Kairo
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Was sonst im Nahen Osten passiert ist
Explosionen in Teheran - Flugabwehr im Einsatz: Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist wieder die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtet. Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf herrschte zunächst wieder Ruhe.
Huthi-Miliz droht mit Schiffsblockade im Roten Meer: Die jemenitische Huthi-Miliz, die von Iran unterstützt wird, hat eine Blockade im Roten Meer angekündigt. Eine Blockade würde insbesondere saudische Ölexporte und damit den weltweiten Energiehandel gefährden.
Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Präsident Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj: Selenskyj hat den Oberkommandierenden der Armee entlassen, Olexander Syrskyj. Zuvor hatte die Entscheidung Selenskyjs, den beliebten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow abzusetzen, der sich mit Syrskyj überworfen hatte, in der Ukraine zu einer innenpolitischen Krise und tagelangen Straßenprotesten geführt, bei denen Syrskyjs Absetzung gefordert wurde.
ZDF heute in europa, 20.07.2026, 16:00 Uhr
20.07.2026 | 2:01 minWeitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.
Was heute noch wichtig ist
Norwegen erinnert an Terroranschläge vor 15 Jahren / Hitlers Geburtshaus wird Polizeistation / Finals 2026 werden eröffnet
22.07.2026 | 0:57 minReiche präsentiert Strategie für Startups: Die Bundesregierung will ihre Strategie zur Förderung neu gegründeter Unternehmen beschließen. Am Vormittag soll das Kabinett grünes Licht für die Pläne der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche geben.
Norwegen gedenkt der Opfer Breiviks: Am 22. Juli 2011 hat der Massenmörder Anders Behring Breivik in Utøya und Oslo insgesamt 77 Menschen getötet. Die Opfer waren vor allem Teilnehmende eines Sommerlagers der sozialdemokratischen Jugendorganisation. Die Anschläge gelten als die schlimmsten Gewalttaten der norwegischen Nachkriegszeit.
Polizeiwache im Geburtshaus Hitlers öffnet: In Braunau ist das Geburtshaus von Adolf Hitler zu einer Polizeiwache umfunktioniert worden. Sie wird heute eröffnet. Jahrzehntelang wurde in dem österreichischen Ort darüber gestritten, wie man verhindern könne, dass das Haus zum Anziehungspunkt für Rechtsextreme wird.
Ausführlich informiert
Iraner als Mossad-Agenten: Wie rekrutiert Israel Iraner für den israelischen Geheimdienst? Ein iranischer Mossad-Agent gewährt in einer frontal-Doku seltene Einblicke. Die Analyse bei ZDFheute live.
ZDFheute live, 21.07.2026, 19:30 Uhr
21.07.2026 | 33:13 minSportlich in den Tag
Eröffnungsfeier für die Finals: Vier Tage, 24 Sportarten, 143 Entscheidungen - ab heute versammeln sich Deutschlands Sportlerinnen und Sportler für die Finals in Hannover. Die Eröffnungsfeier findet heute Nachmittag auf einer schwimmenden Bühne auf dem Maschsee statt. Das ZDF überträgt sie ab 16 Uhr im Livestream.
Opernplatz wird Stabhochsprung-Bühne: Der Opernplatz in Hannover wird zur großen Stabhochsprung-Bühne - die Deutschen Meisterschaften sorgen für ein besonderes Spektakel mitten in der Stadt. Bo Kanda Lita Baehre und Anjuli Knäsche reisen als große Favoriten an.
Grafik des Tages
Quelle: ZDF
Mieten oder Kaufen: Was ist wo günstiger? Ist es teurer, eine Wohnung zu mieten, oder den Kredit für einen Kauf abzubezahlen? Eine Studie hat das für alle 400 Kreise und Städte in Deutschland untersucht. Hier sehen Sie, wie die Lage in Ihrer Region ist.
Zahl des Tages
7.000
Eine Bühne mitten im Bodensee, eine dramatische Liebesgeschichte und die Musik von Giuseppe Verdi. Mit der Premiere von "La traviata" starten heute die 80. Bregenzer Festspiele vor 7.000 Zuschauern. Sie gehören nicht dazu? Die Oper wird in einem Zusammenschnitt am Sonntag um 22:15 Uhr im ZDF gezeigt.
Quelle: AFP
Ein Lichtblick
Pflegefamilie für Senioren statt Heim: In Finnland leben viele ältere Menschen in Pflegefamilien statt in Heimen. Dieses Modell bietet persönliche Betreuung und mehr Alltagsteilhabe. Es gilt als günstige Alternative zur klassischen Pflege.
ZDF heute in europa, 21.07.2026, 16:00 Uhr
21.07.2026 | 2:15 minGesagt
Es ist unmöglich, ohne Liebe zu leben. Du musst das Gefühl haben, geliebt zu werden. Alle Künstler brauchen Liebe - vom Publikum, von Freunden und Verwandten. Aber wahre und treue Freunde sind außergewöhnlich selten.
Mireille Mathieu, Sängerin
Schwarzer Pagenkopf, rote Lippen: Mireille Mathieu hat mit ihren Markenzeichen und ihrem Gesang ein Stück Musikgeschichte geschrieben. Heute wird die französische Sängerin 80 Jahre alt.
Quelle: dpa
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Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden
22.07.2026 | 2:06 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
An diesem Mittwoch gibt es nördlich des Mains viele Wolken und es regnet zeitweise. Im Nordosten sind einzelne Gewitter dabei. Sonst wird es heiter bis sonnig bei 18 bis 28 Grad. An der Nordsee weht ein starker Nordwestwind.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Nicola Frowein
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